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Bedarfsgerechte Ernährung bei Nutztieren

Um Nutztiere artgerecht zu füttern und zu halten sowie hochwertige Lebensmittel zu gewinnen, ist es entscheidend, ihre unterschiedlichen Verdauungssysteme zu verstehen. Wiederkäuer, wie Rinder und Schafe, haben hinsichtlich ihrer Futterversorgung völlig andere Bedürfnisse als Schweine und diese wiederum sind anders zu füttern als Geflügel. Zwischen den Tiergattungen und innerhalb der Tierarten bestehen weitere erhebliche Unterschiede sowohl im Energie- und Nährstoffbedarf als auch an die Anforderung der Futterstruktur. Diese Unterschiede hängen vom Verdauungssystem, den intermediären Stoffwechselmechanismen und den Nutzungsrichtungen ab. Beispielsweise haben

  • Milchkühe andere Nährstoffansprüche als Mastbullen,
  • Sauen andere als Mastschweine,
  • Legehennen andere als Mastputen,
  • junge Tiere andere Ernährungsbedürfnisse als ältere.

Die Rezeptur eines Mischfutters wird nach der jeweiligen Zweckbestimmung zusammengestellt und richtet sich nach dem Bedarf der Tierart, deren Entwicklungsstand und Leistungsvermögen (z. B. zur Kälberaufzucht, Kälbermast, Rindermast oder Milchleistung). Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Ernährung hält Nutztiere gesund und fördert ihre Entwicklung – zugleich ist sie die Basis für sichere, hochwertige Lebensmittel wie Fleisch, Milch und Eier.


Basis für gesunde Tiere und hochwertige Lebensmittel

Angepasst an die unterschiedlichen Ansprüche der verschiedenen Nutztiere wurde eine Vielzahl von Mischfuttersorten entwickelt, die heute in nahezu unüberschaubarer Menge auf dem Markt angeboten werden. Häufig werden in einem Unternehmen mehrere hundert verschiedene Rezepturen und Formulierungen von Mischfuttern hergestellt und angeboten.

Eine Ration ist ganz auf die individuellen tierartspezifischen, leistungsbezogenen und gesunderhaltenden Bedürfnisse und Geschmacksvorlieben zugeschnitten. Die tägliche Futterration, durch die es unseren Nutztieren wie Rindern, Schweinen oder Geflügel an nichts mangelt, und weder eine Überversorgung noch eine Unterversorgung aufweist, steht im Mittelpunkt  ihrer Versorgung. Erfahrene Tierernährungsexperten unterstützen die Landwirte sowohl bei der praktischen Rationsplanung und -gestaltung als auch beim Fütterungscontrolling. Die Beratung ist individuell angepasst und berücksichtigt  die jeweiligen Haltungsbedingungen, die hofeigenen Futtermittel und auch das Leistungsniveau des Betriebes. Die Mischfutterhersteller bieten dafür eine Vielfalt an geeigneten Futtermischungen und die entsprechende Beratung.
 

Artgerecht – sicher – hochwertig – nachhaltig

Wissenschaftliches Know-how über physiologische Besonderheiten, die eingesetzten Rohstoffe und die einzelnen Produktionsprozesse – im Sinne einer nachhaltigen Tierernährung – bilden die Basis für hochwertiges Futter. Gleichzeitig wird die Umwelt geschont, indem wertvolle Nährstoffe bedarfsangepasst für das jeweilige Tier, Alter und Leistung eingesetzt und effizient genutzt werden. Ziel ist es, neben der optimalen Nährstoffversorgung der Tiere auch die Ausscheidungen über Kot und Harn möglichst gering zu halten. Ein gezielter Rohstoffeinsatz in Kombination mit einem guten Fütterungscontrolling wurde in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich optimiert.

Der Anspruch besteht zugleich darin, einen Beitrag zum Klimaschutz und der Kreislaufwirtschaft zu leisten. Bei der Verarbeitung von pflanzlichen und tierischen Rohstoffen entstehen häufig Nebenprodukte, die sich als Futtermittel sinnvoll nutzen lassen und so zur Ressourceneffizienz beitragen. Auch Produkte aus der Lebensmittelindustrie, die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind, werden im Sinne der Kreislaufwirtschaft als gut verdauliche Rohstoffe in der Tierernährung eingesetzt. Bei der Herstellung von Mischfutter werden beispielsweise Nachmehle und Kleien aus Mehlmühlen, Ölschrote aus Ölmühlen, Rübenschnitzel und Melasse aus Zuckerfabriken oder auch Biertreber und -hefe aus Brauereien verwendet. Diese Koppel- und Nebenprodukte dienen als wertvolle Rohstoffe für die tierische Ernährung. Sie werden damit sinnvoll genutzt, zu Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern veredelt und bleiben somit in der Lebensmittelkette.
 

Und was ist mit Haustieren?

Auch für Haustiere muss die Nährstoffversorgung entsprechend an ihre jeweiligen Bedürfnisse angepasst sein. Auch hier müssen alle erforderlichen Nährstoffe, Vitamine, Spurenelemente usw. in leicht verfügbarer Form angeboten werden. Alleinfutter sind speziell für diese Bedürfnisse hergestellt und decken den Bedarf vollständig. Sie können in trockener Form oder als Nassfutter in Dosen angeboten werden.

Informationen zu Marktdaten sind beim Industrieverband Heimtierbedarf e. V. abrufbar.