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Futtermittel und Tierernährung – ein (ge)wichtiger Wirtschaftsbereich

Futter ist die Grundlage der Tierhaltung – das gilt für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung und die nachgelagerte Ernährungsindustrie gleichsam ebenso für die Haltung von Heim- und Hobbytieren. Der Wirtschaftszweig ist bedeutender Teil des Agribusiness und der Ernährungsindustrie.

Futtermittel für Nutztiere verfügen in der deutschen Landwirtschaft über einen hohen Stellenwert: Die Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Futtermittel lagen 2025 bei etwa 9,9 Milliarden Euro. 

Zur Futterwirtschaft im weiteren Sinne gehören neben den Herstellern von Einzel-, Misch- und Ergänzungsfuttern, Vormischungen und Futterzusatzstoffen die Landwirtschaft selbst, die verschiedenen Zweige der Ernährungsindustrie mit den dort anfallenden Nebenprodukten, den Futtermittelhandel, das Transportgewerbe, die Lagerhalter, den Importhandel und die Dienstleister wie Untersuchungseinrichtungen und Laboratorien, Ausrüster und Anlagenbauer.

Futter als Betriebsmittel der Landwirtschaft

Für die Landwirtschaft ist Mischfutter ein Betriebsmittel mit hoher Bedeutung. Im Kalenderjahr 2025 gaben die Nutztierhalter nach vorläufigen Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 8,4 Milliarden Euro für Mischfutter aus. Das sind rund 18 Prozent aller Vorleistungen. Der Umsatz bei Mischfutter ist nach amtlicher Statistik im Vergleich zum Jahr 2024 um etwa 2,4 Prozent gesunken.

Die Ausgaben für Einzelfuttermittel betrugen 2025 rund 1,6 Milliarden Euro, darunter 831 Millionen Euro für Getreide und 475 Millionen Euro für Ölschrote. Insgesamt entfielen im Kalenderjahr 2025 rund 17,7 Milliarden Euro auf Vorleistungen für Futtermittel, das sind rund 38 Prozent aller Vorleistungen. Im Vorjahr waren es 18,4 Milliarden Euro bzw. 40 Prozent.

Futterverbrauch

Der gesamte landwirtschaftliche Nutztierbestand in Deutschland hat einen jährlichen Futterverbrauch in der Größenordnung von knapp 69,9 Millionen Tonnen Getreideeinheiten (eine Getreideeinheit ist eine statistische Größe und entspricht dem Futterwert von Gerste; die einzelnen Futtermittel werden darauf umgerechnet, um einen einheitlichen Bewertungsmaßstab abzubilden).

Das Tierfutter setzt sich dabei ungefähr zusammen aus rund 60 % Futterfrüchten und Nebenerzeugnissen, wie Gras (frisch, als Heu und Silage), Silomais, Zwischenfrüchte, Raufutter. Der andere Teil ist Mischfutter, hofeigenes Getreide sowie zugekaufte Einzelfuttermittel (BMEL/BLE, 2024/2025).

Struktur der Futterindustrie

Die Futterbranche ist mittelständisch geprägt und wird von einer Vielzahl an Unternehmen präsentiert. Zum Ende des Wirtschaftsjahres 2024/2025 gab es 260 Mischfutterhersteller (Betriebe mit Jahresproduktion von über 500 Tonnen) in Deutschland. Die meisten davon sind in den nördlichen Bundesländern ansässig (Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen). 

Die durchschnittliche Herstellungsmenge lag 2024/2025 bei 85.496 Tonnen je Betriebsstätte, 3.275 Tonnen mehr als im Vorwirtschaftsjahr (laut BMEL-Statistik). Allerdings herrschen hier große Unterschiede. Die zehn größten Mischfutterhersteller besitzen einen Marktanteil von 50 - 60 Prozent. Verglichen mit anderen Branchen des Agribusiness (Agrochemie, Agrartechnik, Fleischverarbeitung) ist der Konzentrationsgrad relativ niedrig, sodass in der Futterbranche ein intensiver Wettbewerb stattfindet.

Importe

Der Anteil der inländischen Erzeugung am gesamten Futteraufkommen liegt weiterhin auf einem hohen Niveau. Nach vorläufigen Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) stammten im Wirtschaftsjahr 2024/25 rund 97,3 % des Futtermittelaufkommens (bezogen auf den Naturalwert) aus heimischer Erzeugung. Damit wird der überwiegende Teil des Futtermittelbedarfs in Deutschland durch inländische Produktion gedeckt.

Bei eiweißreichen Futtermitteln besteht jedoch weiterhin eine Importabhängigkeit. Deutschland befindet sich hierbei in einer ähnlichen Situation wie die Europäische Union insgesamt: Während bei Getreide eine hohe Eigenversorgung erreicht wird, besteht insbesondere bei proteinreichen Futtermitteln wie Sojaschrot ein Importbedarf. Bezogen auf das verdauliche Eiweiß stammten im Wirtschaftsjahr 2024/25 rund 73 % aus heimischer Erzeugung, während etwa ein Viertel des Futteraufkommens an verdaulichem Eiweiß durch Importe gedeckt wurde. Importierte Eiweißfuttermittel behalten damit eine erhebliche Bedeutung für die Tierfütterung in Deutschland. (Quelle: BLE)

Aus- und Weiterbildung

Der Einstieg in die Futtermittelindustrie ist vielfältig und spannend - haben die Produkte und Themen doch immer mit unserem täglichen Essen und Trinken und damit mit deren Qualität und Sicherheit zu tun. Gerade die Ausbildungsberufe beinhalten zumeist in der Öffentlichkeit wenig bekannte Chancen. Sicherlich gibt es bundesweit in anderen Branchen von der Anzahl her gesehen mehr Plätze in anderen Ausbildungsberufen - die großen Chance, nach der Ausbildung vom Unternehmen übernommen zu werden, macht diesen Zweig aber besonders attraktiv.

Verschiedene Berufe finden sich in der Welt der Tiernahrung wieder, beispielsweise Kaufmann/-frau im Bereich Industrie-, Groß- und Außenhandel oder Industriemechaniker/in. Welche Berufe und Positionen über den Ausbildungsweg, eine Weiterbildung oder über ein Studium erlernbar sind, zeigt die Aufstellung unten.

Einer der typischsten ist sicherlich der des Müllers/der Müllerin, heute offiziell Verfahrenstechnologe/-technologin Mühlen- und Getreidewirtschaft genannt: Der Müller mit Zipfelmütze und Mehlsack über der Schulter – mit diesem nostalgischen Bild hat der Beruf heutzutage nichts mehr zu tun. Anstelle dessen stehen Futtermittelkunde, Elektro- und Automationstechnik, Anlagenplanung und mehr auf dem Lehrplan.

Ausführliche Informationen zum Ausbildungsberuf und die Weiterbildungsmöglichkeiten, Tipps und Tricks, wichtige Adressen sowie weitere Einsatzbereiche sind ansprechend zusammengefasst auf: www.mueller-in.de.