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Eckdaten

der Futtermittelbranche

Futtermittel und Tierernährung - ein (ge)wichtiger Wirtschaftsbereich

Futter ist die Grundlage der Tierhaltung – das gilt für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung und die nachgelagerte Ernährungsindustrie gleichsam ebenso für die Haltung von Heim- und Hobbytieren. Der Wirtschaftszweig ist bedeutender Teil des Agribusiness und der Ernährungsindustrie.

Futtermittel für Nutztiere verfügen in der deutschen Landwirtschaft über einen hohen Stellenwert: Die Ausgaben der Landwirtschaft für zugekaufte Futtermittel lagen 2020 bei etwa 8,5 Milliarden Euro. 

Zur Futterwirtschaft im weiteren Sinne gehört neben den Herstellern von Einzel-, Misch- und Ergänzungsfuttern, Vormischungen und Futterzusatzstoffen die Landwirtschaft selbst, die verschiedenen Zweige der Ernährungsindustrie mit den dort anfallenden Nebenprodukten, den Futtermittelhandel, das Transportgewerbe, die Lagerhalter, den Importhandel und die Dienstleister wie Untersuchungseinrichtungen und Laboratorien, Ausrüster und Anlagenbauer.
 

Futter als Betriebsmittel der Landwirtschaft

Für die Landwirtschaft ist Mischfutter ein Betriebsmittel mit hoher Bedeutung. Im Kalenderjahr 2020 gaben die Nutztierhalter nach vorläufigen Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 6,8 Milliarden Euro für Mischfutter aus. Das sind 18,7 Prozent aller Vorleistungen. Der Umsatz bei Mischfutter ist nach amtlicher Statistik im Vergleich zum Jahr 2019 um etwa 11 Prozent gesunken.

Die Ausgaben für Einzelfuttermittel betrugen 2020 rund 1,6 Milliarden Euro, darunter 505 Millionen Euro für Getreide und 721 Millionen Euro für Ölschrote.

Insgesamt entfielen im Kalenderjahr 2020 rund 14,9 Milliarden Euro auf Futtermittel, das sind 41 Prozent aller Vorleistungen. Im Vorjahr waren es 15,2 Milliarden Euro bzw. 41,7 Prozent.

Futterverbrauch

Der gesamte landwirtschaftliche Nutztierbestand in Deutschland hat einen jährlichen Futterverbrauch in der Größenordnung von knapp 72 Millionen Tonnen Getreideeinheiten (eine Getreideeinheit ist eine statistische Größe und entspricht dem Futterwert von Gerste; die einzelnen Futtermittel werden darauf umgerechnet, um einen einheitlichen Bewertungsmaßstab abzubilden).

Das Tierfutter setzt sich dabei ungefähr zusammen aus rund 50 % Futterfrüchten und Nebenerzeugnissen, wie Gras (frisch, als Heu und Silage), Silomais, Zwischenfrüchte, Raufutter. Die andere Hälfte ist Mischfutter, hofeigenes Getreide sowie zugekaufte Einzelfuttermittel (BMEL/BLE, 2018/2019). 

Struktur der Futterindustrie

Die Futterbranche ist mittelständisch geprägt und wird von einer Vielzahl an Unternehmen präsentiert. Zum Ende des Wirt­schafts­jahres 2019/­2020 gab es 287 Misch­futter­her­steller (Betriebe mit Jahres­pro­duk­tion von über 500 Tonnen) in Deutschland. Die meisten davon sind in den nörd­li­chen Bundes­län­dern an­sässig (Schles­wig-Holstein, Ham­burg, Nieder­sachsen, Bremen und Nord­rhein-West­falen). 

Die durchschnittliche Her­stel­lungs­menge lag 2019/2020 bei 83.438 Tonnen je Betriebsstätte, 2.031 Tonnen mehr als im Vorjahr (laut BMEL-Statistik). Allerdings herrschen hier große Unterschiede. Die zehn größten Mischfutterhersteller besitzen einen Marktanteil von 60 Prozent. Verglichen mit anderen Branchen des Agribusiness (Agrochemie, Agrartechnik, Fleischverarbeitung) ist der Konzentrationsgrad relativ niedrig, sodass in der Futterbranche ein intensiver Wettbewerb stattfindet.

Importe

Der Anteil der inländischen Erzeugung am gesamten Futteraufkommen lag im Wirtschaftsjahr 2018/2019 bei rund 85 Prozent und ist auf hohem Niveau relativ stabil.

Bei einigen Produktgruppen ist der Importanteil naturgemäß höher, beispielsweise bei eiweißreichen Produkten. Hier ist Deutschland in der gleichen Situation wie die gesamte Europäische Union, die zwar bei Getreide Nettoexporteur, bei Eiweißfuttermitteln aber Nettoimporteur ist. Bezieht man das Futteraufkommen nicht auf die Getreideeinheiten, sondern auf verdauliches Eiweiß, so beträgt der Importanteil in Deutschland 33 Prozent. (Quelle: BLE)

Aus- und Weiterbildung

Der Einstieg in die Futtermittelindustrie ist vielfältig und spannend - haben die Produkte und Themen doch immer mit unserem täglichen Essen und Trinken und damit mit deren Qualität und Sicherheit zu tun. Gerade die Ausbildungsberufe beinhalten zumeist in der Öffentlichkeit wenig bekannte Chancen. Sicherlich gibt es bundesweit in anderen Branchen von der Anzahl her gesehen mehr Plätze in anderen Ausbildungsberufen - die großen Chance, nach der Ausbildung vom Unternehmen übernommen zu werden, macht diesen Zweig aber besonders attraktiv.

Verschiedene Berufe finden sich in der Welt der Tiernahrung wieder, beispielsweise Kaufmann/-frau im Bereich Industrie-, Groß- und Außenhandel oder Industriemechaniker/in. Welche Berufe und Positionen über den Ausbildungsweg, eine Weiterbildung oder über ein Studium erlernbar sind, zeigt die Aufstellung unten.

Einer der typischsten ist sicherlich der des Müllers/der Müllerin, heute offiziell Verfahrenstechnologe/-technologin Mühlen- und Getreidewirtschaft genannt: Der Müller mit Zipfelmütze und Mehlsack über der Schulter – mit diesem nostalgischen Bild hat der Beruf heutzutage nichts mehr zu tun. Anstelle dessen stehen Futtermittelkunde, Elektro- und Automationstechnik, Anlagenplanung und mehr auf dem Lehrplan.

Ausführliche Informationen zum Ausbildungsberuf und die Weiterbildungsmöglichkeiten, Tipps und Tricks, wichtige Adressen sowie weitere Einsatzbereiche sind ansprechend zusammengefasst auf: www.mueller-in.de.

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