Mastgeflügelfutter

Auch in der Geflügelmast, also Backhendl und Co., gilt: Um gesunde Tiere aufzuziehen, muss das eingesetzte Futter den Nährstoff- und Energiebedarf der Tiere decken. Hier sind im Wesentlichen zwei Sektoren zu unterscheiden: Die Hähnchenmast (auch Broilermast) und die Putenmast:

Hähnchen

Bei Masthähnchen handelt es sich sowohl um weibliche als auch männliche Tiere, die nach einer Mastdauer von 5 bis 7 Wochen ein Schlachtgewicht von 1,5 – 2,5 Kilogramm erreichen, unterschiedlich je nach Mastform. Um die Tiere ihrem Alter und dementsprechenden Bedürfnisse angemessen zu ernähren, wird bei der Fütterung zwischen Starter-, Mast- und Endmastfutter unterschieden. Somit bestehen die Futter aus verschiedenen Rezepturen und Partikelgrößen. Je kleiner das Tier und der Schnabel, desto kleiner sind auch die Futterpellets. Verfüttert wird hauptsächlich pelletiertes Alleinfuttermittel. Küken (Starterfutter) wird oftmals das Futter als Krümelfutter angeboten (zerkleinerte Pellets). Zu Beginn ihres Lebens benötigen die Küken mehr Eiweiß (Protein), Energie und Mineralstoffe als später, schließlich müssen die Muskeln (das Fleisch) und die Organe wachsen. In den ersten Mastwochen benötigen Hähnchen beiderlei Geschlechts ein ähnliches Protein-Energie-Verhältnis im Futter. Aufgrund des höheren Wachstums und geringen Fettansatzes der männlichen Tiere während der Mast brauchen diese später deutlich mehr Protein im Futter. Da auch Federn haupt-sächlich aus Proteinen bestehen, ist für das Federwachstum und ein gesundes und dichtes Federkleid also eine ausreichende Proteinversorgung wichtig.

Gewusst?
Masthähnchen benötigen 1,5 Kilogramm Futter, um 1 Kilogramm Fleisch anzusetzen. Ein Biohuhn braucht dafür 2 Kilogramm Futter. Für das Klima ist die etwas schlechtere Futterverwertung der Biohühner negativ.

Puten

Puten werden in der Mast mit einem meist 6-phasigen Fütterungs-programm großgezogen (Hennen mit 5 Phasen, Hähne mit 6 Phasen). Auch hier wird je Phase die Futterzusammensetzung variiert: Jedes Futter beinhaltet genau die Nährstoffe, die für die Puten im jeweiligen Alter und Gewicht wichtig sind. Somit wird eine bedarfsgerechte Versorgung gewährleistet und eine Über- bzw. Unterversorgung verhindert. Das verwendete Futter besteht fast ausschließlich aus Pellets, deren Durchmesser mit zunehmendem Alter der Tiere größer wird. Küken haben einen deutlich kleineren Schnabel und brauchen daher feiner aufbereitetes Futter. Die ersten beiden Phasenfutter dienen der Aufzucht der Jungtiere, die Phasenfutter 3 und 4 versorgen das Tier dem Wachstum entsprechend optimal. Am Ende der Mastzeit der weiblichen Puten wird das Phasenfutter 5 eingesetzt, bei den Hähnen zusätzlich Phasenfutter 6. Nach etwa 16 Wochen erreichen Hennen ihr Schlachtgewicht von 10 Kilogramm, während die Hähne in 22 Wochen auf etwa 20 Kilogramm gemästet werden. 

Ausreichend Mineralstoffe und Vitamine in diesen Phasen unterstützen die Skelettbildung und damit eine gute Beinstabilität. Zugabe von Enzymen helfen beim Aufschluss von Nicht-Stärke-Polysacchariden (NSP) zur Energiegewinnung aus Rohfaser, die sonst für die Puten nur schwer verdaulich wäre. Weiterhin kann den Tieren Grit zur Verfügung gestellt werden. Grit besteht aus kleinen Steinen, die im Magen wie ein Mahlstein funktionieren und damit die Verdauung fördern. Die Verwendung von kalkhaltigem Grit versorgt die Tiere zusätzlich mit Kalzium.

 
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Links und Downloads

DVT-FutterFakten
Mastgeflügelfutter
(Stand Sept. 2019)

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