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Wer ernährt das globale Dorf?

Deutscher Verband Tiernahrung e. V. (DVT)

Herausforderung Welternährung: Nachhaltige Produktionssteigerung und internationaler Agrarhandel sind Schlüsselelemente

 

Berlin. Über die Frage nach dem richtigen Weg zu einer nachhaltigen Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln wird sowohl in der Fachwelt als auch in der medialen Öffentlichkeit kontrovers gestritten. Dabei scheinen die gegensätzlichen Positionen mitunter unüberbrückbar und die Fronten verhärtet. Impulse zur Auflösung dieser Fronten wurden heute in Berlin auf dem Grain-Club-Symposium „Wer ernährt das globale Dorf?“ gegeben und zwischen Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft diskutiert und hinterfragt.

Die ausreichende Versorgung mit Nahrungsmitteln von derzeit sieben Milliarden Menschen und prognostizierten neun Milliarden im Jahr 2050 stellt die Agrar- und Ernährungswirtschaft vor enorme Herausforderungen. Während mehr Menschen versorgt werden müssen und sich die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten besonders in den Entwicklungs- und Schwellenländern verändern, wird gleichzeitig der Ruf nach Generationengerechtigkeit sowie klimagerechter und nachhaltiger Agrarproduktion laut. Was aber ist nachhaltig, was gerecht? „Die Herausforderung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sind groß, aber eine nachhaltige Versorgung von neun Milliarden Menschen ist machbar. Die unterschiedlichen Ansätze in der Agrar- und Ernährungswirtschaft schließen sich dabei nicht aus. Vielmehr liegt der Schlüssel zur wirksamen Hungerbekämpfung in einer sinnvollen Kombination der unterschiedlichen Produktionsweisen. Eine internationale Arbeitsteilung in der Agrarproduktion und weltweiter Agrarhandel sind hier zwei Schlüsselfaktoren“, so Jens Kaß, Vorsitzender von Grofor (Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V.), zur Sichtweise des Grain Clubs.

Prof. Dr. Matin Qaim, Professor für Welternährungsökonomie und ländliche Entwicklung an der Universität Göttingen, betonte in seinem Vortrag die Notwendigkeit, durch eine produktive Landwirtschaft zur Sicherung der globalen Versorgung mit Nahrungsmitteln beizutragen. Er plädierte für eine intelligente Kombination von modernen Technologien mit verstärkter Agrarforschung. Armutsbekämpfung und die Sicherung des Zugangs zu Nahrungsmitteln sind zentrale Aspekte, die beispielsweise durch die Förderung des Kleinbauernsektors in Entwicklungsländern gelöst werden muss. Bei der Wahl der Methoden und Technologien muss Prof. Qaim zufolge pragmatisch vorgegangen werden; dogmatisches Schwarz-Weiß-Denken sei fehl am Platz.

Einen anderen Aspekt brachte Prof. Dr. Norbert Bolz, Professor für Medienwissenschaft an der TU Berlin, ins Spiel, der hinter der fachlich-technischen Fragestellung eine grundsätzliche politische und mediale Auseinandersetzung um die Rolle und das zukünftige Modell von Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung ausmacht. Bolz sieht einen fundamentalen Unterschied zwischen den klassischen Massenmedien, die Themen nicht argumentieren, sondern emotionalisieren und skandalisieren, und den neuen sozialen Medien, die Meinungen sichtbar machen und eine offenere Diskussion ermöglichen können. Darin liegt seiner Meinung nach eine Chance für  echte Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung und für neue, pragmatische Lösungsansätze.

In der sich den Vorträgen anschließenden Diskussion wurde vor allem auch die Bedeutung der Bioenergieproduktion und des weltweiten Anstiegs des Verbrauchs von tierischen Produkten kontrovers diskutiert. Einig waren sich alle Diskutanten darin, dass es keine Patentrezepte und monokausale Herangehensweisen zur Lösung des Hungerproblems geben darf. Dr. Klaus-Dieter Schumacher, Moderator der Diskussionsrunde hielt fest: „Schlüsselfaktoren sind Armutsbekämpfung, stabile politische Rahmenbedingungen, Produktionsanreize und Marktzugang für Erzeuger in den Entwicklungsländern zu den globalen Märkten sowie die vorbehaltlose Nutzung von Produktivitätsfortschritten und geeigneter, standortgerechter und nachhaltiger Technologien“. Die Mitglieder des Grain Clubs sind sich ihrer Verantwortung bewusst und werden sich in diesem Sinne weiter an einem konstruktiven und differenzierten Austausch über die Sicherstellung der Welternährung beteiligen, so Jens Kaß abschließend.

Pressemitteilung als PDF

Hintergrundpapier des Grain Clubs

Kontakt:
Grain Club
Barbara Tiemann
Verein der Getreidehändler
der Hamburger Börse e.V.
Tel: 040 369879-14
Mobil: 0172 4476098
tiemann@vdg-ev.de

Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören:

  • Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e. V.
  • Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V.
  • Deutscher Raiffeisenverband e. V.
  • Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V.
  • Deutscher Verband Tiernahrung e. V.
  • OVID Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V.
  • Verband Deutscher Mühlen e. V. sowie der
  • Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e. V.

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