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Wachstum, Exportabhängigkeit und Flächenkonkurrenz: Chancen und Risiken für die Schweinefleischerzeugung im Nordwesten

Deutscher Verband Tiernahrung e. V. (DVT)

Großenkneten/Bonn. Um Chancen und Risiken für die Tierhaltung und die Futtermittelindustrie in Niedersachsen ging es während der Mitgliederversammlung der DVT-Regionalgruppe Nord, die am 7. April 2010 in Großenkneten stattfand. Der Vorsitzende Heinz Neesen stellte die wirtschaftliche Entwicklung der Branche dar. Die 103 Mischfutterhersteller der Region Niedersachsen/Bremen repräsentieren ein Drittel der Betriebe im Bundesgebiet und stellten 2009 mit insgesamt 8,4 Mio. Tonnen 40,3 Prozent der Gesamtproduktion in Deutschland her.

In Bezug auf die Perspektiven für die Tierhaltung in der Region bewegt den DVT insbesondere die Entwicklung im Biogassektor. Der durch die EEG-Novelle (Erneuerbare-Energien-Gesetz) ausgelöste Investitionsboom hat dazu geführt, dass mittlerweile ca. 4.500 Biogasanlagen mit einer durchschnittlichen Leistung von knapp 400 KW bundesweit fast 7 Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche binden. In der Region Niedersachsen ist mehr als die Hälfte der Maisflächen in Biogas gebunden. Diese regionalen Zuspitzungen seien das Resultat einer deutlichen Fehlsteuerung von Investitionen, die nicht nur die Tierhaltung unter Druck setze, sondern die gesamte Wertschöpfungskette für tierische Lebensmittel regelrecht austrocknen ließe. Anders als beispielsweise Beimischungsquoten erzeuge die EEG-Förderung regionale Wettbewerbsverzerrungen. Das Ziel der EEG-Novelle, die Ressourcen- und Flächenkonkurrenz zu entschärfen, sei im Biogassektor deutlich verfehlt worden – deshalb fordere der DVT ein Gegensteuern und eine Korrektur der Förderbedingungen.

Im öffentlichen Vortragsteil analysierte Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst vom Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA), Vechta, die Entwicklungen der globalen Schweinefleischproduktion und des Schweinefleischhandels und stellte dar, welche Chancen und Möglichkeiten sich daraus für den deutschen Markt in den kommenden Jahren ergeben. Das Wachstum im Bereich der Schweinefleischproduktion und die starke Position Deutschlands im weltweiten Vergleich der Länder in den vergangenen Jahren zeigten eine gute Ausgangssituation für die Branche. Insbesondere der deutsche Außenhandel mit lebenden Schweinen und Schweinefleisch wies in den zurückliegenden fünf Jahren hohe Wachstumsraten auf und erreichte 2009 einen Spitzenwert von 2,5 Mio. Tonnen. Die zunehmende Ausrichtung auf den Weltmarkt ist laut Prof. Windhorst einerseits ein herausragender ökonomischer Erfolg, bedeute allerdings auch ein Risiko in Form einer höheren Abhängigkeit von stark schwankenden Märkten. Neue Absatzmärkte werden sich vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern entwickeln – hier sei vor allem China zu nennen: 2018 dürfte China 46 Prozent der Weltproduktion stellen und damit auf umfangreiche Futtermittelimporte angewiesen sein. Wie sich in diesem Gefüge Deutschland beweisen wird, hänge von verschiedenen Aspekten ab: Unter anderem sei hier die Entwicklung der Futter- und Pachtpreise in den deutschen Produktionszentren im Gefolge der Ausweitung der Bioenergieproduktion zu nennen. Schon heute ist der Raumnutzungskonflikt zwischen Veredelungsbetrieben und gewerblichen Betreibern von Biogasanlagen sichtbar. Grundsätzlich sei festzuhalten, dass die marktorientierten Schweinehaltungsbetriebe in den Hochburgen wie Niedersachsen von ihren Größen- und Kostenstrukturen absolut wettbewerbsfähig seien.


Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln. Die Regionalgruppe Nord beschäftigt sich mit regionalspezifischen Belangen in den nordwestlichen Bundesländern. Hier sind alle Mitgliedsfirmen des DVT zusammengeschlossen, die ihren Firmensitz oder Zweigwerke in den Ländern Niedersachsen und/oder Bremen haben. Vorsitzender ist Heinz Neesen (GS agri), sein Stellvertreter: Dr. Walter Helms (Firma H. Bröring). Neu zum Vorstand hinzu gewählt wurde Egon Grünebaum (Deutsche Tiernahrung Cremer) als Nachfolger von Hans Thiemann. Darüber hinaus gehören Bernd Becker (Raiffeisen-Kraftfutterwerk Mittelweser-Heide), Jan Lahde (Hansa Landhandel), Bernd Neteler (Wulfa-Mast) sowie Albert Weersmann (Raiffeisen Grenzland) zum Vorstand.

Pressemitteilung zum Download

Anhang zur Pressemitteilung

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 7568-68 
E-Mail: noras@dvtiernahrung.de

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