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Tierhaltung in Niedersachsen: Krisenthemen energisch angehen, um Standort zu sichern

Deutscher Verband Tiernahrung e. V. (DVT)

Großenkneten/Bonn. Tierhaltung in Niedersachsen – ist das Ende der Fahnenstange erreicht? – über diese Frage diskutierten Experten im Rahmen der DVT-Regionalgruppenversammlung am vergangenen Donnerstag in Großenkneten. Experten aus den Bereichen Politik, Behörden, Landwirtschaft und Wissenschaft nahmen sich der Frage aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln an und erörterten dies mit den Verbandsmitgliedern.

Der gesamte Wirtschaftsbereich rund um die Tierhaltung steht im Kreuzfeuer wie nie zuvor. Baurecht, Tiergesundheit, Tierschutzfragen und Strukturen bewegen die Politik, Verbraucher, Nichtregierungsorganisationen sowie Medien. Niedersachsen als Deutschlands Tierhaltungsstandort Nr. 1 ist deshalb besonders gefordert. Die Diskrepanz zwischen der positiven Entwicklung der Futtermittel- und Agrarbranche insgesamt und dem immer stärker werdenden Druck aus der Gesellschaft bzgl. Nutztierhaltung und sinkender Akzeptanz führte dazu, dass sich die DVT-Regionalgruppe mit dem Thema beschäftigte. Podiumsteilnehmerin Heidemarie Helmsmüller, Abteilungsleiterin im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium betonte, dass eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Landwirtschaft Ziel der Landesregierung sei und deren wirtschaftlicher Stellenwert für die Region ausdrücklich anerkannt werde. Die Tierhaltung müsse sich aber zusätzlichen Herausforderungen stellen, wie beispielsweise Belange der Tierseuchenbekämpfung, die Verminderung von Emissionen und Sicherung einer wirtschaftlichen Perspektive für Unternehmen in bäuerlicher Eigentümerschaft. Die gesellschaftliche Debatte um Tierschutz und industrielle Tierhaltung griff die Landesregierung mit ihrem Tierschutzplan auf.

Georg Raue, Baudezernent des Kreises Cloppenburg, schilderte anhand der wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung in der Region die Konflikte, die in der Genehmigungspraxis gelöst werden müssen. Vor allem sei sozialverträglich zu lösen, dass einerseits die Agrar- und Ernährungswirtschaft 40 Prozent der Arbeitsplätze im Landkreis stelle, andererseits die Einwohnerzahlen durch Zuzug wachsen.

Hubertus Berges, Vorsitzender des Landvolkverbandes Cloppenburg, wies darauf hin, dass nicht alles, was bei der Tierhaltung technisch möglich wäre, auch wirtschaftlich darstellbar sei. Einzelbetriebliches Wachstum und Strukturwandel müssten weiter möglich sein.

In der anschließenden Diskussion stellte Franz-Josef Holzenkamp, MdB und Landwirt aus der Region, klar: „Jeder neue Stall ist ein Zugewinn an Tierschutz“.

Als Fazit der Diskussion konnte festgehalten werden, dass für den Tierhaltungsstandort Niedersachsen „internes“ Wachstum über Strukturwandel und einzelbetriebliche Weiterentwicklung möglich bleiben muss und soll. Dies aber muss abgesichert werden über konkrete Lösungen für die angesprochenen Themen, wie Begrenzung von Emissionen, Schaffung von Strukturen, die eine effektive Tierseuchenbekämpfung ermöglichen, eine Anpassung der baurechtlichen Vorgaben, eine weitere Optimierung von Nährstofffrachten und -bilanzen (unter Einbeziehung der Tierernährung) und einer Berücksichtigung der Tierschutzdebatte in Form des niedersächsischen Tierschutzplans. Schließlich können diese Maßnahmen zur Standortsicherung nur dann greifen, wenn die Erzeugungskette ihre Belange stärker in die gesellschaftliche Diskussion einbringt und eine effektive Kommunikationsstrategie entwickelt.

Mischfutterherstellung in Niedersachsen

Mit einer Produktionsmenge von 22,7 Millionen Tonnen haben die deutschen Hersteller 2011 zum wiederholten Mal das Ergebnis des Vorjahres übertroffen, aktuell um 2,7 Prozent. Mit Blick auf die Region hat sich die Herstellung in Niedersachsen erneut überdurchschnittlich entwickelt: plus 6,2 Prozent bzw. 580.000 Tonnen. Das sind 9,9 Millionen Tonnen insgesamt und damit 44 Prozent der bundesdeutschen Herstellung. Der Zuwachs verteilt sich über alle Tierarten, besonders hoch ist er bei Legehennen und Mastgeflügel mit 10 Prozent. Für 2012 erwartet der Verband konstante Absatzmengen und zumindest bis zur Getreideernte weiterhin hohe Rohstoffpreise und daran gekoppelt auch keine sinkenden Futterkosten.


Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln. Die Regionalgruppe Nord beschäftigt sich mit regionalspezifischen Belangen in den nordwestlichen Bundesländern. Hier sind alle Mitgliedsfirmen des DVT zusammengeschlossen, die ihren Firmensitz oder Zweigwerke in den Ländern Niedersachsen und/oder Bremen haben.

Pressemitteilung zum Download

Information zur Mischfutterherstellung in der Regio Nord

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras@dvtiernahrung.de

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