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Mischfutterproduktion auf Allzeithoch

Deutscher Verband Tiernahrung e. V. (DVT)

Bonn. Die Mischfutterproduktion in Deutschland stieg nach den vorläufigen Angaben der amtlichen Statistik im Wirtschaftsjahr 2007/2008 um 5,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 21,87 Mio. Tonnen.

Gegenüber dem Vorjahr wurden damit fast 1,2 Mio. Tonnen mehr Mischfutter hergestellt. Noch nie zuvor konnte eine derart hohe Mischfuttermenge am Markt platziert werden. Das starke Absatzplus basiert auf deutlichen Mengenausdehnungen in den Sortenbereichen Schweine- und Mastgeflügelfutter, aber auch bei Rindermischfutter und hier insbesondere Milchleistungsfutter.
Der Absatz von Schweinemischfutter verlief trotz eines schwierigen Wirtschaftsjahres für die Schweineerzeuger ungebrochen expansiv. Die Misch-futterproduktion stieg um 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr an, obwohl die Mischfutterpreise analog zu den gesamten Rohstoffkosten kräftig anzogen. Gerade Schweinehalter wechselten im Verlauf des Berichtszeitraumes verstärkt von der hofeigenen Futtermischung auf industriell gefertigte Mischungen.
Die Herstellung von Rindermischfutter nahm - entgegen dem langjährigen Negativtrend - um 3,6 Prozent zu. Zum einen ergaben die Viehzählungsergebnisse im Mai 2008 einen Anstieg des Rinderbestandes, zum anderen verzeichneten speziell Milchvieh haltende Betriebe aufgrund eines zwischenzeitlich außergewöhnlich hohen Milchpreisniveaus ein sehr gutes Wirtschaftsjahr. Zur Sicherstellung einer hohen Milchleistung in den Herden stieg daher auch der Kraftfuttereinsatz in den Betrieben.
Die Mastgeflügelfutterproduktion ist neben der Schweinemischfutterproduktion mit einem Plus von 9,0 Prozent das am stärksten expandierende Segment. Vor allem in den veredelungsstarken nördlichen Bundesländern hat mit Ausweitung der Mastgeflügelbestände auch der Mischfutterausstoß enorm zugelegt. Beim Legehennenfutter wurde die langjährige Abwärtsbewegung bei den Produktionsmengen hingegen fortgesetzt und nimmt noch an Stärke zu. Im Vergleich der Wirtschaftsjahre 2006/07 und 2007/08 liegt der Rückgang bei bundesweiten 2,5 Prozent. Maßgeblich bestimmend für diese Entwicklung ist der Bestandsabbau von Legehennen in Norddeutschland. Die Mischfutterhersteller befürchten aufgrund der Umstellung bei den Haltungssystemen für Legehennen und den damit verbundenen Betriebsauf-gaben einen weiteren, noch deutlicheren Absatzeinbruch für das kommende Jahr.
Beim Rohstoffverbrauch der Mischfutterproduzenten setzte sich der langjährig kontinuierliche Trend zu einem steigenden Getreideanteil im Durchschnitt aller Mischungen nicht weiter fort. Bedingt durch die über das gesamte Wirtschaftsjahr hinweg äußerst enge Getreideversorgung am Markt sank der Anteil in 2007/08 auf 43,7 % (zum Vergleich 2006/07: 45,8 %). Besonders deut-lich zurückgefahren wurde der Einsatz von Weizen: im Vergleich zum Vorjahr wurde über 1 Mio. Tonnen weniger verarbeitet. Der durchschnittliche Weizenanteil verringerte sich somit von 22,7 % im Vorjahr auf 16,9 % im abgelaufenen Wirtschaftsjahr 2007/08. Ebenfalls gesunken ist die Verwendung von Gerste und Triticale in den Mischungen. Dagegen erfuhr Mais aufgrund seiner relativen Preiswürdigkeit eine sehr starke Beachtung in den Rezepturen: der Anteil am Gesamtrohstoffverbrauch stieg hier innerhalb eines Jahres von 6,1 % auf 12,0 %. Insgesamt betrachtet blieb Getreide aber auch im schwierigen Wirtschaftsjahr 2007/08 der wichtigste Rohstoff für die heimischen Mischfutterhersteller. Zugleich bleibt die Mischfutterbranche wie bereits in den Vorjahren der nach wie vor bedeutsamste Getreideverarbeiter in Deutschland.
Im Gegensatz zum Getreide konnte der Anteil an Ölkuchen und –schroten in den Mischungen gesteigert werden und stieg im Vergleich der letzten beiden Wirtschaftsjahre von 26,2 % auf 28,1 %. Von einer Renaissance bei Maniokprodukten (Tapioka) als Getreidesubstitut kann indes nicht gesprochen werden, auch wenn hier die Gesamtmenge bundesweit von rund 8.600 Tonnen in 2006/07 auf über 104.000 Tonnen in 2007/08 stieg. Der prozentuale Anteil von Tapioka kletterte lediglich auf 0,5 % des gesamten Rohstoffeinsatzes. Anteilsmäßig an Bedeutung verloren haben neben dem Getreide ansonsten Mühlennachprodukte, Maiskleberfutter und zuckerhaltige Produkte sowie Hülsenfrüchte.
Auch die Mineralfutterhersteller können auf ein umsatzstarkes Wirtschaftsjahr 2007/08 zurückblicken. Nachdem bereits im Vorjahr die Verkaufsmengen angestiegen waren, erhöhte sich im letzten Wirtschaftsjahr die Absatzmenge an Mineralfutter nochmals um 3,4 Prozent auf bundesweit rund 478.200 Tonnen. Getragen wird dieses gute Ergebnis von einer sehr hohen Rindermineralfutternachfrage. Dem guten Absatzmarkt für Rindermineralfutter stand ein leichter Produktionsrückgang bei Mineralfutter für Schweine gegenüber.
Aufgrund der hohen Absatzmengen und der gleichzeitig angestiegenen Rohstoffpreise und anknüpfend auch Produktpreise für Mischfutter und Mineralfutter stiegen die monetären Umsätze der Branche im Vergleich zum Vorjahr erheblich an. Die Summe der Vorleistungen in der Landwirtschaft für den Bereich Mischfutter erhöhten nach Schätzungen des DVT gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr 2006/07 von rund 4 Mrd. Euro um etwa 37 Prozent auf 5,5 Mrd. Euro im Wirtschaftsjahr 2007/08.

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Anlage Mischfutterherstellung zum Download

Kontakt: Dr. Knut Schubert
Tel: 0228 97568-27 • Fax: 0228/97568-68
E-Mail: schubert@dvtiernahrung.de

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