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Grain Club im Dialog mit der Politik: Gentechnik und Nachhaltigkeit - gemeinsame Ziele nur mit pragmatischen Regeln erreichbar

Deutscher Verband Tiernahrung e. V. (DVT)

Verbände der Getreidewirtschaft treffen Agrarpolitiker in Berlin – Gentechnik und Nachhaltigkeit zentrale Themen – Nur pragmatische Regeln und die Abstimmung mit den Handelspartnern in aller Welt schaffen Rechtssicherheit für Behörden und Wirtschaft – Nur so sind die gemeinsamen Ziele zu erreichen

Die Unternehmen, die aus Getreide und Ölsaaten Lebens- und Futtermittel herstellen oder damit handeln, sind sich ihrer Verantwortung für eine nachhaltige Produktion von Ernährungsgütern bewusst. Das konnten sie Agrarpolitikern in Berlin deutlich machen. Hans-Christoph Erling, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Mühlen, konnte Abgeordnete aller Fraktionen begrüßen und sich für viele gute Gespräche in den zurückliegenden Monaten bedanken. Dr. Klaus-Dieter Schumacher vom Handelshaus Toepfer warf einen Blick auf die Weltmärkte und verdeutlichte, dass die weiter steigende Weltbevölkerung nur mit einer deutlich höheren Produktivität in der Landwirtschaft ernährt werden kann.

In der nachfolgenden Diskussion wurde klar: Je einfacher der Nachweis der Nachhaltigkeit von Agrarprodukten gestaltet wird, desto eher wird er dafür sorgen, dass Agrarrohstoffe tatsächlich nachhaltig produziert werden, unabhängig davon, in welchen Verwendungsbereichen sie eingesetzt werden. Die beiden Verordnungen zur Nachhaltigkeit von Biomassestrom und Biokraftstoff und die dort festgelegten Regeln dürfen so nicht auf andere Verwendungsbereiche übertragen werden. Die Regeln müssen einfach gestaltet und im europäischen Gleichklang umgesetzt werden. Darüber hinaus dürfen sie erst Anwendung finden, wenn alle notwendigen Vorkehrungen zur praktischen Umsetzung getroffen sind.

Die EU-Zulassung von drei GV-Maissorten im Herbst 2009 ist gerade noch rechtzeitig erfolgt, um einen Versorgungsengpass mit Futtermitteln zu verhindern und das Risiko für den Importhandel zu senken. Der kommerzielle Anbau dieser neuen Sorten in den USA wird dazu führen, dass auch kleinste Spuren in Sojalieferungen und anderen Agrargütern zu finden sein werden. Bereits Abriebstäube des GV-Maises aus Förderanlagen oder Schiffen können heute analysiert werden, Nulltoleranz ist da nicht mehr in aller Konsequenz zu gewährleisten.

Dass das „Prinzip Nulltoleranz“ bei der Risikoeinschätzung von Lebens- und Futtermitteln nicht durchzuhalten ist, ist vielen Politikern klar. Aber nicht alle halten pragmatische Lösungen für richtig. Null Toleranz bedeutet, dass bereits geringste Spuren gen-technischer Veränderungen in einem Produkt zum Rückruf aller daraus hergestellter Lebensmittel führen. Diese Nulltoleranz gilt beispielsweise für gentechnisch veränderte Organismen, die bereits ein umfangreiches Zulassungsverfahren in Kanada durchlaufen haben und von Wissenschaftlern als gesundheitlich völlig unbedenklich bewertet, in Europa aber noch nicht zugelassen wurden. So hat die im September in Lieferungen aus Kanada entdeckte gentechnisch verändert Leinsaat eine Zulassung in Nordamerika aber nicht in Europa.

Welche drastischen Auswirkungen die unterschiedlichen Regeln zur Gentechnik haben können, haben die Unternehmen am Beispiel Leinsaat zeigen können. Bereits kleinste Spuren haben zum Rückruf von Leinsamen und damit hergestellten Produkten geführt, die Schäden liegen im hohen zweistelligen Millionenbereich. Und dies obwohl die Behörden den Verzehr der Leinsamen für vollkommen unbedenklich halten und obwohl Leinsamen in vielen Verarbeitungsprodukten nur einen sehr geringen Anteil haben. Der Grain Club fordert die rasche Lösung des Problems.

In der Schweiz gilt seit einigen Jahren eine sehr pragmatische Lösung: Dort werden Spuren von bis zu 0,5 Prozent toleriert, soweit die gentechnische Veränderung von einer ausländischen Behörde als geeignet für die Verwendung in Lebensmitteln beurteilt worden ist.
 
Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft:

  • Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e. V.
  • Deutscher Raiffeisenverband e. V.
  • Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V.
  • Deutscher Verband Tiernahrung e. V.
  • Verband Deutscher Mühlen e. V.
  • Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V.
  • Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e. V.

Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft arbeiten die im Grain Club verbundenen Unternehmen in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel. Die Unternehmen sind in ihren Entscheidungen und Planungen dringend auf verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen. Eine zukunftsorientierte Politik erfordert die Einbeziehung aller Politikbereiche, von der Wirtschafts-, Finanz-, Handels- und Agrarpolitik über die Verbraucher- bis hin zur Umweltpolitik und muss im internationalen Kontext, in dem sich Wirtschaft und Märkte entwickeln, Rechnung tragen.

Berlin, Bonn, Hamburg, Dezember 2009

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