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Grain Club fordert „technische Lösung“ für Lebens- und Futtermittel

Deutscher Verband Tiernahrung e. V. (DVT)

Grain Club fordert einheitliche Analysemethoden und eine technische Lösung für in der EU nicht vollständig genehmigte GVO für Lebens- und Futtermittel

 

Die Wertschöpfung der Verarbeitung agrarischer Rohstoffe zu Lebens- und Futtermitteln muss in Deutschland/der EU verbleiben

Berlin, April 2010. Mitte April will die EU-Kommission über eine praktikable Anwendung der so genannten Nulltoleranz für noch nicht in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Organismen (GVO) beraten. Bislang ist sogar Importware von unverzichtbaren Agrarrohstoffen in der EU nicht verkehrsfähig, in der lediglich Spuren oder Stäube solcher GVO nachgewiesen werden, auch wenn Sicherheitsbewertung und Zulassung durch Drittstaaten vorliegen. Die hochsensiblen Analysemethoden sind jedoch nicht standardisiert, einzelne Resultate häufig nicht reproduzierbar. Selbst wenn Partien und Warensendungen bei der Verladung getestet und als GVO-frei deklariert wurden, bleibt eine gravierende Rechtsunsicherheit für Importeure, Händler und Verarbeiter bestehen. Vor diesem Hintergrund diskutieren die EU und die Mitgliedstaaten einen praktikablen Umgang mit der Problematik. Es sollen einheitliche Probe- und Nachweisverfahren festgelegt werden. Damit verbunden wird über die Einführung einer technischen Lösung mit einer festgelegten Nachweisgrenze beraten.

Notwendig ist eine solche Lösung, um die europäischen Versorgungsmärkte nicht zu gefährden. Im Fokus der Diskussion steht bislang jedoch nur die Versorgungssicherheit mit Futtermitteln für die Tierhaltung. Eine Regelung allein für den Bereich Futtermittel greift nach Ansicht des Grain Clubs zu kurz. Denn in der Regel werden agrarische Rohstoffe zu Lebens- und Futtermitteln verarbeitet.

So wurden beispielsweise neben Sojaschrot für die Tierernährung im Jahr 2009 3,2 Mio. Tonnen Sojabohnen nach Deutschland bzw. 13,2 Mio. Tonnen in die EU importiert, die auch zu Sojaöl und hochwertigem Sojalecithin für die Ernährungsindustrie verarbeitet wurden. Gerade das Sojaöl macht den Großteil der Wertschöpfung aus. Eine technische Lösung allein für Futtermittel würde weitgehend ins Leere laufen, weil damit nur ein Teil der Verarbeitungserzeugnisse abgedeckt wäre. Die Rechtsunsicherheit für die Verarbeiter und die faktische Blockade würden bestehen bleiben. Der Grain Club warnt vor diesem Hintergrund eindringlich vor einem schleichenden Export der Wertschöpfung aus der inländischen Verarbeitung agrarischer Rohstoffe in Drittländer. Das kann nicht im Sinne einer deutschen Wirtschaftspolitik sein, wie sie im Koalitionsvertrag festgeschrieben ist.

Dass eine technische Lösung unbedingt auch Lebensmittel einbeziehen muss, zeigt ebenfalls der Leinsaat-Fall im vergangenen Sommer: Ein Großteil der Leinsaat mit Spurenvermischungen der in der EU nicht zugelassener GV-Leinsaat „Triffid“ war für die Nahrungsmittelindustrie bestimmt, zum Beispiel für Bäckereien. Die GVO-„Nulltoleranz“ führte hier zu Rückholaktionen und einem finanziellen Schaden der betroffenen Wirtschaftsbranchen von ca. 50 Mio. Euro bzw. zu Insolvenzen betroffener Unternehmen, ohne dass zu irgendeinem Zeitpunkt die Belange der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes berührt waren.

Pressemitteilung als PDF

Kontakt:

Presseanfragen:
Grain Club
Barbara Tiemann
Verein der Getreidehändler
der Hamburger Börse e.V.
Tel: 040 / 369 879 14
Mobil: 0172 / 447 60 98
tiemann@vdg-ev.de

Kirstin Karotki
OVID – Verband der ölsaatenverarbeitenden
Industrie in Deutschland e. V.
Tel: 030 / 726 259 30
Mobil: 0171 /655 04 67
karotki@ovid-verband.de


Der Grain Club ist eine Allianz von Verbänden der Lebens- und Futtermittelwirtschaft. Die Mitglieder des Grain Clubs repräsentieren die verschiedenen Stufen der Getreide-, Futtermittel- und Ölsaatenwirtschaft. In der Wertschöpfungskette der Agrar- und Ernährungswirtschaft sind die Mitgliedsunternehmen dieser Verbände in den der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen Verarbeitung, Herstellung und Handel tätig. Zum Grain Club gehören:

  • Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft e. V.
  • Deutscher Raiffeisenverband e. V.
  • Deutscher Verband des Großhandels mit Ölen, Fetten und Ölrohstoffen e. V.
  • Deutscher Verband Tiernahrung e. V.
  • Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland e. V.
  • Verband Deutscher Mühlen e. V. sowie der
  • Verein der Getreidehändler der Hamburger Börse e. V.

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