Wertschätzung von Leistung und Produkten – auf jeder Stufe +++ Faire Preise sichern nachhaltige Wirtschaftlichkeit der Agrar- und Ernährungsbranche

19.01.2021 09:00
Kategorie: DVT/Service

Bonn. Viele Agrar- und Ernährungsprodukte sind über ein Zusammenspiel zahlreicher Beteiligter entstanden. Ihre Arbeit und erzielte Leistung müssen entsprechend honoriert werden, um die gesamte Branche nachhaltig zu sichern. Mit dieser Aussage reagiert der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) auf die aktuelle Debatte über niedrige Preise verschiedener Produkte wie Butter oder Schweine und generell die Preise von tierischen und pflanzlichen Erzeugnissen.

So wie die eigene Arbeit eines jeden Verbrauchers wertgeschätzt werden muss, so sollte es auch für die gesamte Agrar- und Ernährungswirtschaft gelten. Dies fängt auf dem Bauernhof an, wenn die erzeugten Rohstoffe bzw. Produkte adäquat honoriert und nicht zum Spekulationsobjekt werden. Faire und dauerhafte Verträge sichern hierbei den Erfolg und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit. „Nur mit einer stabilen finanziellen Situation lassen sich auch in Zukunft weitere Herausforderungen und Anforderungen realisieren. Deshalb können wir die Forderungen der deutschen Tierhalterinnen und Tierhalter nachvollziehen und setzen uns für deren Interessen ein“, konstatiert Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der Geschäftsführung des DVT. Die zugleich zu berücksichtigenden Nachhaltigkeitsbestrebungen – auch bei Futtermitteln – müssen ihren Niederschlag ebenfalls in einem „nachhaltigen“ Preis finden. Nur dann können sie auch auf den jeweiligen Vorstufen honoriert werden.

Faire und gerechte Bezahlung für jede Herstellungsstufe

Die aktuellen Preise für verschiedene Grundnahrungsmittel wie Fleisch und Milch spiegeln nicht die Leistungen der verschiedenen Herstellungsstufen wider. Dies beginnt schon bei der Futtermittelproduktion. „Mischfutter sind in der Tierhaltung unabdingbar und tragen entscheidend mit zum Erfolg bei. Das aktuelle Preisniveau der Futterrohstoffe ist trotz global guter Warenbestände hoch. Weizen, Mais und Co. werden aber nun mal gebraucht, um die Versorgung der Tiere sicherzustellen. Volatile Märkte und gestiegene Einkaufspreise lassen sich nicht einfach wegdrücken“, sagt Baaken. Die hohen Preise können aber nur gezahlt werden, wenn alle weiteren Stufen in der Wertschöpfungskette gleichermaßen ihre Wertschätzung durch entsprechende Bezahlung zum Ausdruck bringen. Darüber hinaus verlangt eine steigende Diversifizierung von tierischen Lebensmitteln weitere spezielle Mischfutterrezepturen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Das gehören auch Aspekte zur Verbesserung der Nachhaltigkeit. Baaken: „Es versteht sich wohl von selbst, dass die gesellschaftlich geforderten Zusatzaspekte für Produktionsprozesse oder einzelne Rohstoffe auch ihren Preis haben – denken wir an deren Herkunft oder Kriterien wie Gentechnikfreiheit.“ 

Rahmenbedingungen erforderlich für gute und sichere Produkte

In zahlreichen Umfragen wird betont, wie hoch die Zahlungsbereitschaft der Verbraucher sei. In der aktuellen Corona-Pandemie zeigt sich darüber hinaus: Neben der Gesundheit sind vor allem gute, sichere Lebensmittel und deren uneingeschränkte Verfügbarkeit elementar. Die sichtbare Wertschätzung der Produkte ist nun gefragt – nicht nur von den Konsumenten im Supermarkt, sondern auch bei allen Handelsbeziehungen davor. Der Gesetzgeber sollte entsprechende Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige, nachhaltige und wettbewerbsfähige Agrarwirtschaft setzen. 

Nachhaltige Futtermittel für nachhaltige Lebensmittel

Die Futtermittelwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag im Rahmen einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion. Dazu gehören unter anderem die Reduzierung von Emissionen in der Tierhaltung durch passgenaues Futter, die Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks von Futtermitteln und die verantwortungsvolle globale Rohwarenbeschaffung. Diese Leistungen der deutsche Futtermittelwirtschaft, die mit ihren rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen wichtigen Bestandteil im ländlichen Raum darstellt, stellt der DVT gemeinsam mit dem europäischen Mischfutterverband FEFAC beim Global Forum for Feed and Agriculture (GFFA) auf Einladung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) vor. Das Fachpodium am 21. Januar 2021 findet von 15.30 bis 16.30 Uhr statt. Hierbei werden international anerkannte Experten diskutieren, welche klimafreundlichen und zugleich ökonomischen Strategien die moderne Tierernährung für eine nachhaltige Lebens- und Futtermittelerzeugung einbringen kann und wird.

Link zum Fachpodium von DVT & FEFAC: 
„Nachhaltige Futtermittel für nachhaltige Lebensmittel: globale Lösungen zur Klimaresilienz und zum Klimaschutz“: https://www.gffa-berlin.de/en/fachveranstaltungen-2021/fachpodien/fachpodium-14/

 

Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln.

Pressemitteilung zum Download

Statement von Dr. Hermann-Josef Baaken zum Jahresauftakt

Kontakt: Britta Noras (Kommunikation/Pressesprecherin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de


 
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