Vom Einfluss der Politik und Gesellschaft auf die Nutztierhaltung - Experten gefordert, mangelnder Fachkompetenz entgegenzuwirken

16.05.2014 13:00
Kategorie: DVT/Service

Hamburg/Bonn. „Die norddeutschen Mischfutterhersteller blicken auf ein gutes Geschäftsjahr 2013 zurück. Gleichwohl sieht die Branche für die Zukunft nur noch ein begrenztes Wachstumspotenzial. Dies steht in unmittelbarem Zusammenhang mit den Entwicklungsmöglichkeiten der heimischen Nutztierhaltung“, konstatierte Heinz Daske, Vorsitzender der DVT-Regionalgruppe Nord-Ost in dieser Woche im Rahmen der Mitgliederversammlung in Hamburg. In der öffentlichen Vortrags-tagung referierten dazu auch Hauke Göttsch, Vorsitzender des Agrar- und Umweltausschusses im Landtag Schleswig-Holstein und Dr. Rainer Schneichel, Vizepräsident des Bundesverbandes Praktizierender Tierärzte e. V.

Für Hauke Göttsch fußt die Einflussnahme der Landespolitik zur weiteren Entwicklung der Landwirtschaft nicht allein auf den Aktivitäten des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums, sondern auch auf denen weiterer Ressorts wie beispielsweise des Wirtschafts-, Innen- oder auch Kultusministeriums. Oftmals fehle es dabei in entscheidenden Diskussionen an Fachkompetenz. Zum Thema Landwirtschaft stelle er fest, dass „Viele eine Meinung haben, aber nur Wenige eine Ahnung“, so Göttsch. Wichtig sei deshalb, dass die übrigen Teile der Wertschöpfungskette, und dazu zähle die Futtermittelindustrie als wichtiger vorgelagerter Bereich besonders, die Position der Nutztierhalter aktiv unterstützen. Ziel müsse sein, die hohe Qualität der heimisch erzeugten Futter- und Lebensmittel gemeinsam hervorzuheben und gegenüber politischen Entscheidungsträgern sowie der Bevölkerung die dazu notwendigen Anstrengungen deutlich zu machen.

Anschließend ging es um die steigenden Anforderungen und Wunschvorstellungen aus Gesellschaft, Politik und Tiermedizin zur Gesunderhaltung der landwirtschaftlichen Nutztiere. Der gesellschaftliche und politische Dialog zum Thema Tiergesundheit ist erheblich durch mangelnde Sach- und Fachkenntnisse bestimmter Protagonisten geprägt, konstatierte Dr. Rainer Schneichel. Denn was viele nicht wissen: „Die Hauptfunktion der Tiermedizin ist heute mehr denn je als Gesundheitsberatung in der Nutztierhaltung zu sehen“. Kurative Hilfsmaßnahmen geraten verstärkt in den Hintergrund. Heute würden vielmehr individuelle, auf den einzelnen Betrieb ausgerichtete Gesundheits-strategien mit Impf-, Fütterungs- und Haltungskonzepten eingesetzt. Hierbei fließen auch stufenübergreifende Gesundheitspläne mit ein und gewinnen an Bedeutung. Tiermediziner und Tierernährer müssen demnach gemeinsam an optimierten Fütterungsstrategien arbeiten. Eine bedarfs- und leistungsgerechte Fütterung leistet einen erheblichen Beitrag zur Gesunderhaltung der Tiere.

Über den Verband
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln. Die Regionalgruppe beschäftigt sich mit regionalspezifischen Belangen in den nordöstlichen Bundesländern. In der Regionalgruppe Nord-Ost sind alle Mitgliedsfirmen des DVT zusammengeschlossen, die ihren Firmensitz oder Zweigwerke in den Ländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und/oder Schleswig-Holstein haben.

Pressemitteilung zum Download

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de


 
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