Versorgung mit tierischen Lebensmitteln: Verantwortung übernehmen und Potenzial mit der Tiernahrung nutzen - Futtermittelbranche in Niedersachsen solidarisiert sich mit Tierhaltern gegen Volkswagen

23.04.2015 13:49

Großenkneten/Bonn. Über die gegenwärtigen globalen Herausforderungen für die Rohstoffversorgung und die tierische Veredlung diskutierten Experten im Rahmen der Regionalgruppentagung Nord des Deutschen Verbands Tiernahrung e. V. (DVT) am vergangenen Mittwoch in Großenkneten (Landkreis Oldenburg). Vertreter aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Behörden und Landwirtschaft erörterten dies mit den Verbandsmitgliedern. Die aktuelle Diskussion über die Aussagen von Volkswagen und Autostadt zur heimischen Landwirtschaft erregte zusätzlich die Gemüter der Futterhersteller. Neben dem Pauschalangriff auf den vor allem in Niedersachsen wertvollen Wirtschaftszweig Agrar widersprechen die Tiernahrungsproduzenten auch irreführenden Aussagen in Bezug auf Futter.

Aus diesem Anlass wandte sich der DVT vorab in einem offenen Brief an Volkswagen, um begleitend zum allgemeinen Unverständnis den futterbezogenen Aussagen mit fachlichen Argumenten zu begegnen.

Im öffentlichen Vortragsteil der Regionalgruppenversammlung plädierte Hermann Gruppe, MdL, Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung und Sprecher der FDP-Landtagsfraktion für Landwirtschaft, Verbraucherschutz, Forst und Jagd im Landtag Niedersachsen, in einem leidenschaftlichen Grußwort als Politiker und gleichzeitig als Landwirt für eine Versachlichung der aktuellen Diskussion mit den Experten über Tierhaltung und Tierwohl. Dabei seien die Experten schließlich die Tierhalter selbst und die Fachleute aus dem Agrar- und Ernährungsbereich. Jede Investition in neue Ställe zusammen mit einem guten Management und damit auch passendem Futter mache viel Tierwohl möglich. Türen zu öffnen und zu zeigen, was jeder mache, sei Pflicht für die Akteure der Wertschöpfungskette. Gleichzeitig müssten die Wünsche der Gesellschaft und damit die Aufwände auch von ebendieser bezahlt werden. Er verwies auf die erforderliche und gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten und den Herstellern von Tiernahrung.

Prof. Dr. Dr. h.c. Harald von Witzke, Albrecht Daniel Thaer-Institut für Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, Humboldt Forum
for Food and Agriculture (hffa), betonte in seinem Vortrag zum Thema „Welternährungssituation: Herausforderungen für die Rohstoffversorgung und tierische Veredlung“ anhand von Studienergebnissen und Berechnungen die hohe Bedeutung der Flächenertragssteigerung, welche für die ausreichende Versorgung der Weltbevölkerung erforderlich sei. Wichtig sei eine moderne, hochproduktive und innovative Landwirtschaft. Gleichzeitig bestünden wichtige zusätzliche Restriktionen, die zu befolgen seien – so beispielsweise der Umwelt- und Ressourcenschutz, aber auch Aspekte der Nachhaltigkeit.

Professor von Witzke machte deutlich: „Jeder Prozentpunkt Ertragssteigerung in der EU sichert unter anderem die Ernährung von 10 Millionen Menschen weltweit!". Die Herstellung tierischer Produkte solle dort stattfinden, wo die Futterverwertung besonders hoch sei und die Anforderungen an Umwelt- und Ressourcenschutz sowie Nachhaltigkeit erfüllt werden – also auch in Deutschland und hier vor allem in Niedersachsen – anstatt Produkte aus Ländern, in denen sich die Landwirtschaft derzeit auf einem sehr viel niedrigeren Niveau befindet, zu importieren.

Mischfutterherstellung in Niedersachsen
„Mit einer Produktionsmenge von über 24 Millionen Tonnen haben die deutschen Hersteller 2014 bundesweit ein noch nie erreichtes Rekordergebnis erzielt“, berichtete Heinz Neesen, Vorsitzender der DVT-Regionalgruppe Nord. Durchweg gab es Steigerungen bei allen Tiergattungen außer beim Mastgeflügel. Mit Blick auf die Region haben in Niedersachsen 102 Betriebe (2014) insgesamt 10,3 Millionen Tonnen Mischfutter hergestellt. Das sind 43,3 Prozent der bundesdeutschen Herstellungsmenge.

Wahlen des DVT-Regionalvorstands Nord
Heinz Neesen, GS agri, sein Stellvertreter Dr. Walter Helms, H. Bröring, sowie die weiteren Vorstandsmitglieder wurden von der Mitgliederversammlung einstimmig wiedergewählt. Als Nachfolger für Egon Grünebaum wurde Ulrich Brinkhus, beide Deutsche Tiernahrung Cremer, gewählt. Der Vorstand besteht nun aktuell aus folgenden Personen: Heinz Neesen, Vorsitzender (GS agri), Dr. Walter Helms, stellv. Vorsitzender (H. Bröring), Bernd Becker (RKW Mittelweser Heide Schweringen), Ulrich Brinkhus (Deutsche Tiernahrung Cremer), Jan Lahde (HANSA Landhandel), Bernd Neteler (Wulfa-Mast), Albert Weersmann (Raiffeisen Ems-Vechte der RB Emsland-Mitte eG).


Über den DVT

Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln. Die Regionalgruppe Nord beschäftigt sich mit regionalspezifischen Belangen in den nordwestlichen Bundesländern. Hier sind alle Mitgliedsfirmen des DVT zusammengeschlossen, die ihren Firmensitz oder Zweigwerke in den Ländern Niedersachsen und/oder Bremen haben.

Pressemitteilung zum Download

Anhang zur Pressemitteilung

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras@dvtiernahrung.de


 
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