Tiernahrungshersteller liefern Lösungen für Umwelt und Verbraucher - DVT-Regionalgruppe Nord zu aktuellen Herausforderungen in der Tierhaltung

17.03.2016 08:11

Großenkneten/Bonn. Die gegenwärtigen Herausforderungen für die Tierhaltung in Deutschland und insbesondere im Nordwesten waren Thema der Regionalgruppentagung Nord des Deutschen Verbands Tiernahrung e. V. (DVT) am vergangenen Dienstag in Großenkneten (Landkreis Oldenburg). Vertreter aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Behörden und Landwirtschaft erörterten mit Verbandsmitgliedern und den Referenten Möglichkeiten in der Tierernährung und der Fütterung vor Hintergrund der derzeitigen politischen und Marktentwicklungen.

Richtiges Futter – gesunde Tiere
Tierärztin Dr. Saara Sander, Tierärztliche Hochschule Hannover, zeigte Wege einer intelligenten Tierernährung mit Blick auf Umweltverträglichkeiten und Tiergesundheit auf. Ausgang hierfür ist, dass Tierernährung einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung der Tiere leisten kann. Sie können jedoch Mängel in Management, Hygiene oder Haltung nicht ausgleichen. Wichtig ist ein funktionierender Magen-Darm-Trakt, also beispielsweise eine stabile Mikroflora zur Abwehr von Krankheitserregern. Diätetische Maßnahmen – egal welcher Art – sind nur ein prophylaktischer Ansatz.

In Bezug auf die Umweltverträglichkeit und -belastung gelte es, Nährstoffe in den Futterrationen, wie beispielsweise Stickstoff und Phosphor, zu reduzieren, ohne Einbußen bei der Tiergesundheit zu erleiden. Dies sei möglich, wie die seit Jahren vor allem beim Schwein praktizierten nährstoffreduzierten und umweltangepassten Fütterungssysteme zeigen. Dazu gehöre der Einsatz von Rohprotein- und phosphorabgesenktes Mastfutter (RAM-Futter). Bei Wiederkäuern sei dieser Ansatz aufgrund des hohen Grundfutteranteils eher eingeschränkt. Dr. Sander zog das Fazit, dass eine gezielte Ergänzung von Aminosäuren die „intelligenten Tierernährung“ unterstütze. Maßnahmen wie eine gezielte Futterstruktur könnten ebenso die Ansprüche an die Umweltverträglichkeit erfüllen.

Deutsches Milchkontor für verantwortungsvolle Milcherzeugung

Die aktuellen Herausforderungen in der Milchwirtschaft beschrieb Dr. Michael Steinmann, Deutsches Milchkontor (DMK), Bremen, einem der führenden Molkereiunternehmen in Deutschland. Die Milcherzeugung müsse sich den Erwartungen von Verbrauchern und dem Lebensmittelhandel an die Produkte einerseits und den marktpolitischen Rahmenbedingungen andererseits stellen und eine aktive Rolle übernehmen. Die Aussichten im Markt sind auch für das aktuelle Jahr nicht rosig.

Mit Blick auf Nachhaltigkeitsanforderungen hat das DMK das Milkmaster-Programm entwickelt, um seine Zukunftsvision einer tier- und umweltgerechten Milcherzeugung für das Jahr 2020 erreichen und umsetzen zu können. Wichtig war es Dr. Steinmann zu betonen, dass die Philosophie keine einseitigen Vorschriften vorsehe, sondern die Bereitschaft der Beteiligten zur Mitwirkung an dem Programm, um die Akzeptanz für Milch und Molkereiprodukte zu erhöhen und damit den Markt zu sichern. Die Kriterien der Bonuszahlung für den Futteranbau erfordern die Mitwirkung der Futtermittelwirtschaft und waren in Gesprächen mit dem DVT und dem Deutschen Raiffeisenverband (DRV) auf ihre Umsetzbarkeit überprüft worden. Dabei geht es um die Dokumentation der Mengenbilanz für Futtermittel mit Angabe des Sojaanteils sowie den Einsatz von Soja aus zertifiziertem Anbau oder gar der Verzicht auf Soja. Die anerkannten Standards für nachhaltiges Soja basieren auf den Leitlinien des Verbands der europäischen Mischfutterindustrie (FEFAC) und ermöglichen eine große Auswahl. Dr. Steinmann sieht in dem Milkmaster-Programm des DMK einen praktikablen Weg, um auch vonseiten der Molkerei und der Futtermittelbranche proaktiv dieses Thema zu besetzen.

Wahlen des DVT-Regionalvorstands Nord
Als Nachfolger des Vorsitzenden der Regionalgruppe Nord, Heinz Neesen (GS agri), wurde Bernd Neteler (Wulfa-Mast) einstimmig von der Mitgliederversammlung gewählt. Neesen wurde mit einem großen Dankeschön für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement in den vergangenen Jahren in dieser Position verabschiedet. Der Vorstand besteht nun aktuell aus folgenden Personen: Bernd Neteler, Vorsitzender (Wulfa-Mast), Dr. Walter Helms, stellv. Vorsitzender (H. Bröring), Bernd Becker (RKW Mittelweser Heide Schweringen), Ulrich Brinkhus (Deutsche Tiernahrung Cremer), Jan Lahde (HANSA Landhandel), Heinz Neesen (GS agri), Albert Weersmann (Raiffeisen Ems-Vechte der RB Emsland-Mitte eG).

 

Pressemitteilung zum Download

Fotohinweis (von links nach rechts):
Dr. Walter Helms (H. Bröring), Dr. Michael Steinmann (Deutsches Milchkontor), Bernd Nete-ler, neu gewählter Vorsitzender (Wulfa-Mast), Heinz Neesen, ehem. Vorsitzender bis 15.03.2016 (GS agri), Jan Lahde (HANSA Landhandel), Dr. Saara Sander (Tierärztliche Hochschule Hannover), Ulrich Brinkhus (Deutsche Tiernahrung Cremer), Albert Weersmann (Raiffeisen Ems-Vechte der RB Emsland-Mitte eG).

Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln. Die Regionalgruppe Nord beschäftigt sich mit regionalspezifischen Belangen in den nordwestlichen Bundesländern. Hier sind alle Mitgliedsfirmen des DVT zusammengeschlossen, die ihren Firmensitz oder Zweigwerke in den Ländern Niedersachsen und/oder Bremen haben.

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de


 
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