Tierernährungswissenschaft: Hand in Hand mit der Tiermedizin

14.03.2018 15:00

Henneberg-Lehmann-Preisverleihung für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Tierernährung und Futtermittelkunde

Göttingen/Bonn. Die Verleihung des Henneberg-Lehmann-Preises der Agrarwissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen fand gestern in der Alten Aula der Universität statt. Das Kuratorium der Henneberg-Lehmann-Stiftung und der Stiftungsträger, der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT), gratulieren dem Hauptpreisträger, Prof. Dr. med. vet. Siegfried Wolffram vom Institut für Tierernährung und Stoffwechselphysiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, sowie den diesjährigen Förderpreisträgerinnen Dr. rer. nat. Denise Geßner, Gießen, PD Dr. med. vet. Anne Mößeler, Hannover, und PD Dr. med. vet. Mirja Rosmarie Wilkens, Hannover. Darüber hinaus erhielt Dr. Walter Staudacher einen Sonderpreis für seine Verdienste um die praktische Anwendung der wissenschaftlichen Tierernährung.

Prof. Wolffram wurde für sein Lebenswerk im Zeichen der Tierernährung ausgezeichnet. In der Laudatio, die Prof. Klaus Eder für ihn hielt, konnten nur Auszüge seiner ganzen Tätigkeiten und Erfolge dargestellt werden. Als Tiermediziner hatte er sich von Beginn an der Ernährungsphysiologie verschrieben. Seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem bei der Physiologie und Pathophysiologie des Magen-Darm-Trakts, der Charakterisierung von Transportmechanismen von Nährstoffen im Darm (Aminosäuren, Selen, Carbonsäuren etc.) bei verschiedenen Tierarten (Ratte, Schwein, Rind, Schaf, Katze), der Bioverfügbarkeit von sekundären Pflanzenstoffen (z. B. Flavonoiden) und der Aufnahme und dem Stoffwechsel von Schimmelpilzgiften.

Optimierung der Tierernährung für die Tiergesundheit
Tierernährung und Futtermittelkunde sind – in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Tiermedizin – heute mehr denn je zentrales Bindeglied zwischen Tierleistung und Tiergesundheit. So wunderte es kaum, dass zwei der drei Förderpreisträgerinnen Veterinärmedizinerinnen sind. Der Zweck der Henneberg-Lehmann-Stiftung ist die Förderung von Arbeiten auf dem Gebiet der Tierernährung, deren Ergebnisse in wissenschaftlicher, technischer oder wirtschaftlicher Hinsicht zur Verbesserung der Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere und der erzeugten Produkte beitragen. So zeigten sich auch in den Arbeiten und den drei Schwerpunktreferaten der Preisträgerinnen neue interessante Möglichkeiten, über bestimmte Futterzusammensetzungen, -bestandteile bzw. eine gezielte Fütterung von Einzelkomponenten in bestimmten Lebensphasen positiv auf den Stoffwechsel und damit auf die Gesundheit der Tiere wirken zu können. Hierbei ist die Wissenschaft in der Tierernährung deutlich konkreter und häufig weiter als bei der Humanernährung.

Ehrung für sein Lebenswerk
In seiner Laudatio für den Sonderpreisträger Dr. Walter Staudacher machte Prof. Dr. Hans Schenkel deutlich, warum dieser von dem Kuratorium geehrt und ausgezeichnet wurde. Dr. Staudacher lebte quasi sein gesamtes Berufsleben dafür, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Tierernährung Einzug in die praktische Anwendung erhielten.

Kommunikation ist das A und O – auch für die Wissenschaft

Bei ihrer Dinner-Ansprache betonte DVT-Vizepräsidentin Carolin Braun, wie spannend und lebendig die Wissenschaft der Tierernährung heute sei. Das wissenschaftliche Know-how, das in diesem Fachgebiet steckt, habe Achtung und Aufmerksamkeit verdient: Die Preisträger spiegelten die Vielfalt der Tierernährung und auch der Futtermittelwirtschaft in beeindruckender Weise wieder. Wichtig sei, damit auch an die Öffentlichkeit zu gehen, um die hervorragenden und nützlichen Leistungen entsprechend vermitteln zu können.

Zum Hintergrund
Durch den Fachverband der Futtermittelindustrie – einen der Vorgängerverbände des heutigen DVT – wurde der Henneberg-Lehmann-Preis vor nunmehr 63 Jahren ins Leben gerufen. Die Verleihung erfolgt gemäß Satzung und Stiftungsurkunde durch die Agrarwissenschaftliche Fakultät der Universität Göttingen. Dafür stehen die Namen der Gründungsväter der modernen Tierernährung: Henneberg und Lehmann. Wilhelm Henneberg (1825 bis 1890) und Franz Lehmann (1860 bis 1942) waren führende Vertreter der Göttinger Tierernährungswissenschaft, die ihren Ausgangspunkt in der 1857 gegründeten Landwirtschaftlichen Versuchsstation Göttingen-Weende hatte. Heute stellt die Tierernährung ein Kernfach der Ausbildung in den agrarwissenschaftlichen Studiengängen dar.

Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln.
Vor 100 Jahren haben sich in Hamburg Unternehmer der Futtermittelwirtschaft zusammengetan und den Verband Deutscher Futtermittelfabrikanten gegründet. Der DVT feiert aus diesem Grund im Jahr 2018 100 Jahre berufsständische Vertretung.

Gruppenfoto (v. l. n. r.): Dr. Heinrich Kleine Klausing, Prof. Dr. E. Pawelzik, Prof. Dr. Klaus Eder, Dr. Walter Staudacher, PD Dr. med. vet. Mirja Rosmarie Wilkens, PD Dr. med. vet. Anne Mößeler, Prof. Dr. habil. Frank Liebert, Prof. Siegfried Wolffram, Dr. rer. nat. Denise Geßner, Prof. Dr. Hans Schenkel, Peter Radewahn (Foto: DVT)

Pressemitteilung zum Download

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)

Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de

 

 

 


 
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