Stabiler Markt für Futtermittel - Tiernahrungsprodukte weiterhin gut nachgefragt trotz vielfältiger Herausforderungen in der Tierhaltung (Kopie 2)

20.03.2018 13:00

Berlin/Bonn. Nach den vorläufigen statistischen Erhebungen haben die deutschen Futtermittelhersteller im Kalenderjahr 2017 insgesamt 24,1 Millionen Tonnen Mischfutter hergestellt. Dieses leichte Plus von 1,9 Prozent zum Vorjahr verkündete der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) bei seiner heutigen Jahrespressekonferenz. DVT-Präsident Jan Lahde erläuterte dazu: „Diese Zahl macht deutlich, dass die Futtermittelwirtschaft immer noch von einem stabilen Markt ausgehen kann und die Landwirtschaft die Vorzüge des Mischfutters unabhängig von der preislichen Entwicklung ihrer Produkte schätzt. Mit unserem Mischfutter konnte auch im vergangenen Jahr wieder ein wichtiger Beitrag für die leistungsfähige tierische Veredlung geleistet werden.“

Der wertmäßige Umsatz betrug nach DVT-Berechnungen im Jahr 2017 bei den gewerblich gehandelten Futtermitteln rund 7,3 Milliarden Euro (plus 3 Prozent zu 2016), davon entfielen nach Schätzungen rund 6,5 Milliarden Euro auf Mischfutter (Vorjahr: 6,3 Milliarden Euro). Die durchschnittlichen Futtermittelpreise waren trotz diverser Schwankungen innerhalb des Jahres im Vergleich zum Vorjahr nahezu identisch.

Unterschiede je nach Regionen und Tierarten

Trotz der leichten Steigerung sind regional- und tierartenspezifisch unterschiedliche Trends festzustellen. Während im Osten in diesem Jahr eine Steigerung von rund 5,4 Prozent zu verzeichnen war, ist der Zuwachs im Norden mit 1,5 Prozent nur minimal. Der Süden hält das bisherige Produktionsvolumen.
Bei den Tierarten wird deutlich, dass die Rinderfuttermengen trotz einer leichten Reduzierung des Milchviehbestandes um 4,2 Prozent gesteigert werden konnten. Der Anstieg im Schweinefutter ist mit 2,3 Prozent leicht höher als der Durchschnitt des gesamten Mischfuttermarktes. Darüber hinaus konnte der Osten mit 9,2 Prozent in diesem Segment besonders stark zulegen, während in der Region Nord der Absatz im Vergleich zum Vorjahr stabil blieb. Im Geflügelbereich erfolgte ein leichter Rückgang, wobei im Süden Deutschlands eine deutlichere Reduzierung bei Mastgeflügel zu vermelden ist.

„Wenn wir einmal die Prognosen aus dem letzten Jahr den aktuellen Entwicklungen gegenüberstellen, können wird feststellen, dass die eher pessimistische Einschätzung über die Entwicklung der tierischen Veredlung und damit entsprechende Auswirkungen auf die Futterherstellung nicht eingetreten sind“, kommentierte DVT-Präsident Jan Lahde.

Ausblick
Für das Segment Schweinemischfutter erwartet der DVT mittelfristig einen spürbaren Rückgang aufgrund einer anstehenden Reduzierung der Viehbestände, nachdem sich die Beteiligten im Markt nun konkret auf die Kriterien und das Budget für die privat organisierte Initiative Tierwohl verständigt haben. Ob, wann und wie das im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigte staatliche Tierwohllabel den Markt beeinflussen wird, bleibt abzuwarten.

Sehr konkret wird es in diesem Frühjahr und spätestens am 1. Oktober in der Geflügelwirtschaft, weil sie die Tierwohlkriterien in der gesamten Branche umsetzt.  Die Bestände werden im Laufe des Jahres um 10 Prozent reduziert. Allenfalls könnten Neubauten das bisherige Niveau für den Mischfuttermarkt kompensieren. 

 

Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln.
Vor 100 Jahren haben sich in Hamburg Unternehmer der Futtermittelwirtschaft zusammengetan und den Verband Deutscher Futtermittelfabrikanten gegründet. Der DVT feiert aus diesem Grund im Jahr 2018 100 Jahre berufsständische Vertretung.
100jahre.dvtiernahrung.de

 

Pressemitteilung zum Download

Redemanuskript DVT-Präsident Jan Lahde

 

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)

Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de


 
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