Moderne Tierernährung: Beitrag zum Klimaschutz - Nachhaltigkeit seit jeher wichtiger Bestandteil in der Futtermittelbranche

20.03.2018 13:00

Berlin/Bonn. Für den Deutschen Verband Tiernahrung e. V. (DVT) gehört die moderne Tierernährung mit ihren spezifischen Produkten unzertrennlich zum Themenkomplex Nachhaltigkeit. Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der DVT-Geschäftsführung, machte im Rahmen der Jahrespressekonferenz deutlich: „Die Hersteller von Tiernahrung leisten wichtige Beiträge zum Klimaschutz und stellen sich der Diskussion und der Suche nach Lösungen für nachhaltiges Wirtschaften und Handeln. Wir begrüßen und nutzen hierbei alle Maßnahmen, die unter Abwägung der wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Gesichtspunkte zu einer Verbesserung führen.“ Dr. Baaken wies darauf hin, dass Tierernährung von sich aus nachhaltig, weil leistungs- und tiergerecht sei, die Tiergesundheit unterstütze und auch durch entsprechenden effizienten Rohstoffeinsatz ihren Beitrag leiste.

UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung: Beitrag leisten in der Lieferkette
Die Präambel der verabschiedeten UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung benennt fünf Kernbotschaften, die den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals = SDGs) als handlungsleitende Prinzipien vorangestellt sind: Mensch, Planet, Wohlstand, Frieden und Partnerschaft. Mit der Agenda drückt die internationale Staatengemeinschaft ihre Überzeugung aus, dass sich die globalen Herausforderungen nur gemeinsam lösen lassen. Auch die Hersteller von Tiernahrung leisten tagtäglich ihren Beitrag.

Als klassische Mittelstandsbranche sieht sich die deutsche Futtermittelwirtschaft seit jeher in der Pflicht, die ländliche Entwicklung mitzutragen und Nährstoffkreisläufe zu schließen. „In der Lieferkette hat sich die Diskussion rund um die Fütterung und Rohwaren tatsächlich stärker auf die Nachhaltigkeit und damit die Balance zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftspolitischen Kriterien fokussiert“, sagt der DVT-Geschäftsführer.

Für die Futtermittelbranche ist eine bedarfs- und leistungsgerechte Nutztierfütterung die Basis für eine nachhaltige Tierernährung. Eine gute Tiergesundheit, ein gesunder Verdauungstrakt, gute Tierleistungen und Langlebigkeit sind Voraussetzungen für optimale Futterverwertungen und damit für einen geringen Ressourcenverbrauch im Hinblick auf die Futterfläche, die eingesetzten Nährstoffe bzw. Nährstoffüberschüsse sowie Treibhausgas-einsparungen. Dr. Baaken betont die große Rolle der Futterzusammensetzung für die Stabilität und Gesunderhaltung des gesamten Tieres: „Management, Stallklima, Genetik, Hygiene, Infektionsgeschehen und Infektionsdruck sowie viele andere Faktoren stehen in komplexer Wechselwirkung mit der Futterzusammensetzung. Unsere Fütterungsberater haben ein hohes Know-how, um die Landwirtschaft zu beraten und die richtige Tierernährung anzubieten. Bei einer Überprüfung von ernährungsphysiologischen und veterinärmedizinischen Sachverhalten arbeiten Tierärzte und Fütterungsberater eng zusammen.“

Die Forderung, nachhaltig produzierte Rohwaren in Rationen einzusetzen, können die Hersteller von Tiernahrung über Zertifizierungen bzw. spezielle Programme, wie beispielsweise bei Soja oder Palmöl, sicherstellen. Dr. Baaken betont allerdings: „Wir appellieren an die Beteiligten in der Lebensmittelkette, sich ebenso zu einer solchen Nachhaltigkeit zu bekennen und sie zu honorieren, weil dann auch in den Herkunftsländern der Rohstoffe Einfluss auf die Nachhaltigkeit genommen wird“, so Dr. Baaken. Er ergänzte, dass sogenannte gentechnikfreie Rohwaren nicht pauschal nachhaltig seien, wie oftmals suggeriert.

Neben den klassischen Pflanzen aus der ackerbaulichen Nutzung gehören auch Enzyme, Futterzusatzstoffe und Mineralstoffe zu den unverzichtbaren Rohstoffen, um den nachhaltigen Gedanken zu unterstützen. Rein auf lokale Versorgung ausgerichtete Programme seien deshalb kritisch zu sehen. Neben- und Koppelprodukte aus der Lebensmittelherstellung, wie beispielsweise Obsttrester aus der Saftproduktion, Ölschrote aus der Ölsaatenverarbeitung, Rübenschnitzel und Melasse aus der Zuckerherstellung, Weizenkleie und andere Mühlenprodukte vervollständigen das Angebot an wertvollen Futtermitteln, welche sinnvoll in der Tiernahrung eingesetzt werden können und die Kreisläufe schließen.

„Nachhaltigkeit heißt auch, dass eine starke Veredlungswirtschaft, welche Arbeitsplätze in der Landwirtschaft und in der Verarbeitung sichert, entsprechend mit hochwertigen Vorleistungen, in unserem Fall Futtermitteln, versorgt wird“, so Dr. Baaken. Dies müsse insbesondere in strukturschwachen Regionen und bei knapper Flächenausstattung der Höfe positiv bewertet werden. Dazu müssten sich die Hersteller auf den internationalen Märkten mit Rohstoffen versorgen.

 

Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln.
Vor 100 Jahren haben sich in Hamburg Unternehmer der Futtermittelwirtschaft zusammengetan und den Verband Deutscher Futtermittelfabrikanten gegründet. Der DVT feiert aus diesem Grund im Jahr 2018 100 Jahre berufsständische Vertretung.
100jahre.dvtiernahrung.de


Pressemitteilung zum Download

Redemanuskript DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken

 

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)

Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de


 
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