Mischfutterproduktion: leichte Erholung - sanfter Aufwärtstrend für Absatzmengen im Wirtschaftsjahr 2016/2017

20.09.2017 15:14

Bonn. Die heimische Mischfutterbranche erreichte im abgelaufenen Getreidewirtschaftsjahr 2016/2017 bessere Absatzzahlen als im Vorjahr. Den vorläufigen Daten der amtlichen Statistik zufolge wurden bundesweit 23,9 Millionen Tonnen Mischfutter im Zeitraum von Juli 2016 bis Juni 2017 hergestellt. Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) kann damit den moderaten Anstieg von 2 Prozent mitteilen. Die Branche hatte seit 2013/2014 stetige Umsatz- und Produktionsrückgänge durchstehen müssen.DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken weist auf die regional verschiedenen Entwicklungen innerhalb des Bundesgebiets hin: „Die Futtermenge innerhalb Deutschlands ist im gesamten Land gewachsen, zeigt aber prozentual wie mengenmäßig erhebliche Unterschiede zwischen den Regionen.“

Auffällig ist ein starker, beinahe zweistelliger prozentualer Anstieg der Schweinefuttermenge in Süd- und Ostdeutschland. In den östlichen Bundesländern konnte demnach ein Mengenanstieg von knapp 9,8 Prozent (das entspricht 85.000 Tonnen) Schweinefutter ermittelt werden. Im Vergleich dazu ist der Anstieg in der Region Nord von 0,7 Prozent eher moderat (+ rund 61.000 Tonnen), welche traditionell die bedeutendste Region für Schweinefutterabsatz ist. Bundesweit konnte für Schweinefutter ein Anstieg von 2,1 Prozent verzeichnet werden (+ knapp 204.000 Tonnen).

Auch im Rinderbereich zeigte sich seit der Stabilisierung der Milchpreise insgesamt eine deutliche Entspannung, die sich ebenfalls mit rund 9 Prozent besonders in der Region Ost bemerkbar gemacht hat. Der Süden und Osten reagierten auf Preisentwicklungen im Milch- und Schweinefleisch deutlich sensitiver als die Region Nord. Im Geflügelbereich (Legehennenfutter und Mastgeflügelfutter) konnte im Gegensatz dazu die Region Nord weiter wachsen, wohingegen der Süden und Osten sogar Mengenrückgänge hinnehmen mussten. Eine deutliche Zunahme der Absatzmenge verzeichnete Mastgeflügelfutter in der Region Ost (+ 4,6 Prozent).

Über alle Mischfuttersorten hinweg konnte trotz der prozentual geringen Zunahme von 1,2 Prozent dennoch die Region Nord mit über 200.000 Tonnen den größten Anstieg verzeichnen. Insgesamt wurden dort im vergangenen Wirtschaftsjahr 17,2 Millionen Tonnen Mischfutter hergestellt. Darauf folgt die Region Ost, die mit einem Anstieg von 4,7 Prozent (+147.000 Tonnen) auf ein Gesamtergebnis von 3,3 Millionen Tonnen kam. Die Region Süd konnte mit 3 Prozent Zunahme immerhin knapp 90.000 Tonnen mehr absetzen und erreichte damit eine Gesamtmenge von knapp 3 Millionen Tonnen.

Anzahl der Mischfutterhersteller gehalten

Nach einem stetigen Rückgang der Anzahl an Mischfutterbetrieben in den vergangenen Jahren ist im Wirtschaftsjahr 2015/2016 im Vergleich zum Vorjahr eine gleichbleibende Anzahl von 314 Mischfutterbetriebe zu verzeichnen. DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken gibt allerdings zu bedenken: „Die erschwerte Genehmigungspraxis für neue Stalleinrichtungen und der Preisdruck bei unseren Kunden sowie die stetig zunehmenden Auflagen in der Mischfutterproduktion stellen für viele mittelständische Betriebe große Hürden dar. Hier wünschen wir uns mehr Augenmaß von dem Verordnungsgeber, um die heimische tierische Veredlung nicht zu gefährden.“

Pressemitteilung zum Download

Anlage zur Pressemitteilung

Über den DVT

Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln.

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de


 
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