Mischfutterindustrie hält ihren Absatz trotz schwierigen Umfelds

15.09.2015 13:00

Aktuelle Zahlen für das Wirtschaftsjahr – gute Rohwarensituation – stabile Mischfutterpreise

Bonn. Die deutschen Mischfutterhersteller haben auch im Getreidewirtschaftsjahr 2014/2015 ein hohes Absatzergebnis erzielen können. Den Daten der amtlichen Statistik zufolge wurden insgesamt 24,18 Millionen Tonnen Mischfutter im Zeitraum von Juli 2014 bis Juni 2015 produziert. Das Rekordniveau aus dem Vorjahr (24,26 Millionen Tonnen) wurde nur knapp verfehlt. Angesichts der seit Monaten angespannten Marktsituation auf den tierischen Veredlungsmärkten können die Futtermittelunternehmen mit ihren Verkaufsmengen zwar weitgehend zufrieden sein, sehen aber mit Sorge die Entwicklungen auf den Absatzmärkten ihrer Kunden. „Fehlende Absatzkanäle für die in Deutschland erzeugten tierischen Lebensmittel führen dauerhaft nicht nur zu einem Produktionsrückgang in der heimischen Nutztierhaltung. Sie belasten auch die heimischen Hersteller von Tiernahrung“, so Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der Geschäftsführung des Deutschen Verbands Tiernahrung e. V. (DVT).

Die einzelnen Sortenbereiche im Mischfuttergesamtsegment haben im Berichtszeitraum einen unterschiedlichen Absatzverlauf im Vergleich zum Vorjahr genommen, sodass das Mengengerüst sich ein wenig verschoben hat: Schweinemischfutter bleibt unverändert die bedeutendste Produktsparte. Die amtlichen Daten weisen hierfür eine marginale Mengensteigerung aus. Es kann insgesamt von einer stabilen Marktsituation im vergangenen Wirtschaftsjahr gesprochen werden. Anders sieht es beim zweitwichtigsten Bereich, dem Rindermischfutter aus. Dieser ist stark von der Milchleistungsfutterproduktion geprägt. Die Nachfrage hat hier vor allem in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte spürbar nachgelassen. Für Geflügelfutter ergeben sich verschiedene Verlaufsformen: Die Legehennenfutterproduktion konnte wiederholt an Menge zulegen, der Mastgeflügelfutterbereich hingegen stagniert seit gut zwei Jahren und verfehlte das Vorjahresergebnis knapp.

Gute Rohstoffverfügbarkeit bleibt – stabile Mischfutterpreise
Entgegen der vor Erntebeginn befürchteten knapperen Versorgungslage auf den Getreidemärkten hat sich in den vergangenen Wochen eine auskömmliche Rohstoffsituation gebildet. Getreide war im abgelaufenen Wirtschaftsjahr mit knapp 49 Prozent der im Mischfutter eingesetzten Komponenten erneut der wichtigste Ausgangsbestandteil. Dies wird auch so bleiben. Zusätzlich zeichnet sich eine komfortable Verfügbarkeit für Proteinfuttermittel ab, vor allem bei den Sojaprodukten.
Viele Mischfutterhersteller konnten sich im Ernteverlauf gut mit Rohware ein-decken. Gravierende Preisausschläge auf den Einzelfuttermittelmärkten werden von der Branche momentan nicht erwartet. Insgesamt deutet sich bei dem Mischfutterabsatz ein stabiler Preisverlauf für die kommenden Monate an.

Skeptischer Blick in die Zukunft

Die aktuell schlechten Perspektiven der Nutztierhalter färben allmählich auf das Futtermittelgeschäft ab und lassen die Hersteller zumindest für die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2015 skeptisch in die Zukunft blicken. Allgemein wird be-fürchtet, dass sich aufgrund der momentan fehlenden Absatzkanäle für die er-zeugten tierischen Lebensmittel im In- und Ausland ein Produktionsrückgang in der heimischen Nutztierhaltung vollziehen wird. Dies würde für die Mischfutterbranche vorerst einen Abschied von den hohen Absatzmengen bedeuten.

Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln.

Pressemitteilung zum Download

Anhang zur Pressemitteilung

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de


 
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