Mischfutter: Steigender Absatz bei sinkendem Umsatz - deutsche Mischfutterhersteller mit Jahresergebnis 2014 zufrieden

17.03.2015 12:00

Bonn/Berlin. Die deutschen Mischfutterhersteller konnten gemäß den vorläufigen amtlichen Zahlen im Kalenderjahr 2014 ihr Rekordergebnis aus dem Vorjahr nochmals verbessern. Dies präsentierte der Präsident des Deutschen Verbands Tiernahrung e. V. (DVT), Jan Lahde, anlässlich der Jahrespressekonferenz. Insgesamt belief sich die heimische Mischfutterproduktion auf rund 24,0 Millionen Tonnen. „Das entspricht im Vorjahresvergleich einer Wachstumsrate von 2,3 Prozent“, so Lahde. Der Absatzmengensteigerung stand zeitgleich ein monetär gesunkenes Umsatzvolumen gegenüber. Nach DVT-Schätzungen erlangte die deutsche Futtermittelwirtschaft im vergangenen Jahr einen wertmäßigen Umsatz bei den gewerblich gehandelten Futtermitteln in Höhe von rund 7,7 Milliarden Euro, davon entfallen 6,9 Milliarden Euro auf Mischfutter. Das Rekordumsatzniveau aus den beiden Jahren 2012 und 2013 wurde somit verfehlt. Hauptgrund waren die allgemein rückläufigen Futtermittelpreise nach der ertragreichen Ernte 2014.

Im Mischfuttersortenvergleich ergeben sich zum Teil erhebliche Unterschiede. Schweinemischfutter bleibt mit Abstand das mengenmäßig wichtigste Herstellungssegment; die Zuwachsraten waren zuletzt aber nur gering. Ursache ist neben den nahezu stagnierenden deutschen Schweinebeständen eine relativ große Unsicherheit auf dem Schweinemarkt bei zeitweise schwachen Gewinnmargen für die Erzeuger.

Das Segment Rinderfutter, wovon über 90 Prozent in die Milcherzeugung geht, erfuhr wiederholt eine steigende Nachfrage, wenngleich nicht in dem Ausmaß des Vorjahres. Die im zweiten Halbjahr 2014 rückläufigen Milchauszahlungspreise haben den Kraftfuttereinsatz in der Milchwirtschaft nicht bremsen können. Die Milchviehhalter blicken optimistisch in Richtung des Milchquotenendes und streben Produktionsausweitungen an.

Geflügelfutter wies im Kalenderjahr 2014 je nach Nutzungsrichtung unterschiedliche Mengenentwicklungen auf. Der Bereich Legehennenfutter konnte ausgebaut werden. Die deutschen Eierproduzenten sind nach wie vor darum bemüht, verloren gegangene Marktanteile zurückzugewinnen. Der Futterverbrauch für Mastgeflügel hingegen stagniert nach Vorjahren des stetigen Marktwachstums. Die Investitionen in die Geflügelmast sind zuletzt abgeebbt und zeigen ihre Wirkung auf den Mischfutterabsatz.

Insgesamt zeigen sich die deutschen Mischfutterhersteller mit ihrem Geschäftsergebnis aus dem Jahr 2014 zufrieden. Auch deren Rolle als Berater und Marktbeobachter wird zunehmend wichtiger.

Umbruch in der tierischen Veredlung: Folgen für die Futtermittelbranche schwer abschätzbar
Das Potenzial für eine weitere positive Produktionsmengenentwicklung im laufenden Kalenderjahr stuft der DVT allerdings als gering ein. Die Folgen der Liberalisierung des Milchmarktes sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar. Fraglich bleibt, ob bei weiter fallenden Milchpreisen tatsächlich an dem hohen Kraftfutter-Input seitens der Tierhalter festgehalten wird. Im Schweinebereich könnte es durch die umgehend startende „Initiative Tierwohl“ zu einer bundesweiten Reduzierung der Bestände kommen, dessen Folge eine zurückgehende Mischfutternachfrage wäre. Der Kapazitätsausbau im Geflügelsektor scheint angesichts hoher administrativer Hürden ein Ende gefunden zu haben.

Unter diesen Vorzeichen ist zu erwarten, dass beim hart umkämpften Wettbewerb um Marktanteile der Strukturwandel für die 283 Werke innerhalb der Mischfutterindustrie wieder an Fahrt aufnimmt, auch wenn weiterhin Investitionsbereitschaft in den Regionen der tierischen Veredlung festzustellen ist.

Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln.

Pressemitteilung zum Download

Anhang zur Pressemitteilung

Redemanuskript von Jan Lahde

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de


 
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