Futtermittel: Produktionsmengen und Umsätze gesunken
Mischfutter behält dennoch auch in Agrarpreiskrisen seine hohe Bedeutung

05.04.2016 13:00

Berlin/Bonn. Die Mischfutterhersteller in Deutschland verzeichnen für das Jahr 2015 einen Rückgang des Gesamtumsatzes, so meldet der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT). Den Schätzungen des Verbandes zufolge betrug der wertmäßige Umsatz im Kalenderjahr 2015 bei den gewerblich gehandelten Futtermitteln für die deutsche Futtermittelwirtschaft rund 7,5 Milliarden Euro. Davon entfielen 6,7 Milliarden Euro auf Mischfutter. Das Umsatzniveau des Vorjahres (rund 7,7 Milliarden Euro für Futtermittel bzw. 6,9 Milliarden Euro für Mischfutter) wurde damit nicht erreicht. Im vergangenen Jahr wurden laut amtlicher Statistik knapp 23,4 Millionen Tonnen Mischfutter hergestellt.

Angesichts gesunkener Rohstoffpreise und der Preismisere auf einigen wichtigen Märkten der tierischen Veredelungsproduktion war dieser Rückgang zu befürchten. DVT-Präsident Jan Lahde konstatiert: „Insgesamt können wir dennoch festhalten, dass die Nutztierhalter auch in Krisenzeiten überwiegend an hochwertigem Mischfutter in ihren Betrieben festhalten. Trotz schwächerer Getreidepreise hat es im Berichtszeitraum keine substanzielle Abkehr von zugekauften Futtermitteln gegeben.“ Hauptkriterien für den Mischfutterabsatz sind generell die mittelfristige Perspektive auf rentable Agrarpreise für die Landwirte sowie deren kurzfristige betriebliche Liquidität. Diese beiden Faktoren bereiten den Tiernahrungsherstellern im aktuellen Tagesgeschäft allerdings zunehmend Sorge.

Schlechte Veredelungsmärkte mit Auswirkungen auf die Tiernahrungsbranche

Bei knapp 23,4 Millionen Tonnen Mischfutter bundesweit liegen die Verkaufszahlen um 2,8 Prozent unterhalb des Vorjahres (24,0 Millionen Tonnen). Die fast durchgehend schlechte Stimmung der Milch- und Fleischproduzenten im vergangenen Jahr hatte zunächst höhere Einbußen vermuten lassen.

Die deutschen Mischfutterwerke betreiben ihr Geschäft traditionell in einem verhältnismäßig eng begrenzten räumlichen Gebiet. Regional, aber auch sortenspezifisch ist es dabei im Vorjahresvergleich zu erheblichen Mengenunterschieden gekommen. Auch die individuelle Bilanz der einzelnen Mischfutterunternehmen fällt sehr unterschiedlich aus – je nachdem, welche Tierarten mit Futter bedient werden und durch welche Struktur die Tierhaltung vor Ort geprägt ist.

Absolut und anteilsmäßig konnte der veredelungsstarke Nordwesten und Norden der Republik seine Position gegen den Bundestrend leicht ausbauen. In Süddeutschland hat der Mischfutterabsatz gelitten und sich innerhalb des letzten Jahres um gut 13 Prozent verringert. Auch im Osten mussten Mengeneinbußen hingenommen werden. In beiden Regionen waren die Absatzveränderungen vor allem in den Sortenbereichen Rinder- und Schweinemischfutter erheblich und trübten somit das Gesamtergebnis.

Ausblick
Die unsicheren Absatzmärkte werden auch in den kommenden Monaten das weitere Ergebnis der Futtermittelwirtschaft prägen. Insgesamt geht der DVT davon aus, dass die Mischfutterherstellungsmenge in Deutschland zum Jahresende noch weiter rückläufig sein wird. Das genaue Ausmaß lässt sich derzeit nicht einschätzen und ist stark abhängig von den Einbrüchen und Verschiebungen auf den Veredelungsmärkten. Vor allem der Rinder- und Schweinemischfuttersektor werden stark betroffen sein, wenn sich dort keine zeitnahe Markterholung abzeichnet. Absatzverluste, die hier entstehen, können von anderen Sortenbereichen, wie beispielsweise dem Geflügelfutter, kaum kompensiert werden.

Pressemitteilung zum Download

Anhang zur Pressemitteilung

Redemanusript DVT-Präsident Jan Lahde


Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln.

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: norasdvtiernahrung(dot)de


 
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