DVT-Regionalgruppe West: Anforderungen an die Veredlungswirtschaft - Wege und Chancen für die Tierhalter und Futtermittelbranche

07.06.2013 14:18

Bad Sassendorf/Bonn. „2012 war ein positives Jahr mit guter wirtschaftlicher Lage und starker Investitionstätigkeit. Dies wird leider derzeit durch diverse gesetzliche Vorgaben massiv gestoppt – ein unverständlicher Gegensatz. Die politische und mediale Akzeptanz gegenüber der Landwirtschaft und vor allem der Futterbranche ist auf dem Tiefpunkt und wird gern für eigene Interessen ausgenutzt“, konstatierte Dr. Franz Josef Messing, Vorsitzender der DVT-Regionalgruppe West im Rahmen der Mitgliederversammlung auf Haus Düsse in Bad Sassendorf. Zu der öffentlichen Vortragstagung mit dem Thema „Anforderungen an die Veredlungswirtschaft“ referierten dazu auch Dr. Bernhard Schlindwein vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, Münster, sowie Prof. Dr. Ulrich Nöhle, Otterndorf.

Schlindwein erläuterte in seinem Vortrag die Sicht der Tierhalter zu den unterschiedlichen Anforderungen an seinen Berufsstand. Neben den grundsätzlichen Herausforderungen des Marktes sieht er das Baurecht, Umweltauflagen und die Anforderungen an den Tierschutz und die Tiergesundheit als die wichtigsten Knackpunkte. „Auch künftig wird es Wachstum geben, es wird nur anders sein“, so Schlindwein. Proaktive Lösungskonzepte aus der Branche heraus sind seiner Meinung nach der beste Weg, um zu vermeiden, dass der Gesetzgeber mit einseitigen, begrenzenden oder fragwürdigen Auflagen eingreife. Die geplante QS-Tierwohl-Aktion hält Schlindwein für ein geeignetes Instrument, weil sie von der gesamten Kette getragen werden soll, vom Landwirt bis zum Lebensmitteleinzelhandel.

Anschließend ging es um die doppelte Moral der Verbraucher beim Lebensmittel-einkauf sowie die der Lebensmittelhersteller. Mit der Feststellung „Alle wollen zurück zu Natur – nur nicht zu Fuß“ entlarvte Prof. Dr. Ulrich Nöhle die Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Der „Suche der Verbraucher nach Idylle“
werde von den Lebensmittelherstellern in der Werbung leider immer noch entsprochen. Statt „idyllischer Kühe am rauschenden Bach“ sollte seiner Meinung nach künftig offener kommuniziert werden, wie die Herstellung von Lebensmitteln tatsächlich stattfindet. Die Agrarbranche rief er auch auf, an einem Strang zu ziehen und entsprechende finanzielle Maßnahmen zu bündeln. „In Zukunft haben wir kein Kontaminationsproblem mehr, sondern nur noch ein Kommunikationsproblem“, so die Meinung von Prof. Nöhle.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde der Regionalgruppenvorstand turnusgemäß neu gewählt. Bestätigt wurden als Vorsitzender Dr. Franz Josef Messing, HS-Kraftfutterwerk Hermann Schräder, und als stellvertretender Vorsitzender Michael Heiliger, Michael Heiliger GmbH. Wiedergewählt wurden Stefan Nießing, AgriV Raiffeisen eG, Ralf Stöver, RBS Mischfutter, und Claus-Peter Wölpern, Agrifirm Deutschland. Neu in den Vorstand gewählt wurde Thomas Bernsmann, Deutsche Tiernahrung Cremer.

Über den DVT
Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) vertritt als unabhängiger Wirtschaftsverband die Interessen der Unternehmen, die Futtermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln. Die Regionalgruppe West beschäftigt sich mit regionalspezifischen Belangen in den westlichen und südwestlichen Bundesländern. In der Regionalgruppe sind alle Mitgliedsfirmen des DVT zusammengeschlossen, die ihren Firmensitz oder Zweigwerke in den Ländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und/oder im Saarland haben.

Pressemitteilung zum Download

Kontakt: Britta Noras (Pressereferentin)
Tel: 0228 97568-23  •  Fax: 0228 97568-68 
E-Mail: noras dvtiernahrung(dot)de


 
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