Gesicht zeigen!

19.08.2016

Britta Noras, Deutscher Verband Tiernahrung, Bonn
Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 7-8/2016

Die Welt der Tiernahrung ist für viele Menschen wie eine Parallelwelt und damit in ihrem Alltag nicht oder kaum existent, außer, wenn es vielleicht um den eigenen Hund oder die Katze geht. Erst wenn „Skandale“, „Krisen“ oder Ähnliches in den Alltagsnachrichten für Schlagzeilen sorgen – ob zu Recht oder zu Unrecht –, setzt sich der Konsument oder Bürger kurzzeitig mit der Frage auseinander, was die Tiere eigentlich in ihren Futtertrog bekommen, und er bildet sich allzu schnell ein Urteil.

Verständlich ist, wenn wir nicht jeden Lebensbereich oder jedes Produkt hinterfragen. Dazu fehlt häufig die Zeit, vielleicht auch das Interesse – aber insbesondere das Wissen. Und ja, wir können und dürfen alle als „mündige“ Verbraucher erwarten und davon ausgehen, dass Produkte, die wir erwerben können, Recht und Gesetz entsprechen und uns nicht gefährden. Und dies ist unabhängig davon, ob wir an Seife, Sofa oder Suppe denken. Wer mehr wissen will, sucht sich die Informationen in diesen heutigen Zeiten mit Internet und Co. Hier ist es ein Leichtes, ganz schnell an mehr „Futter“ zu kommen.

Doch das Internet scheint für viele im Tagesgeschäft immer noch „Neuland“ und ein Buch mit sieben Siegeln zu sein, noch schlimmer ist ja „dieses unkontrollierbare Social Media“. Auch hier gilt wie in vielen andere Bereichen: Das Rad lässt sich nicht zurückdrehen! Die heutige Kommunikation findet nicht mehr nur per direktem Gespräch, Rauchzeichen, Telefonat oder Fax statt. Die digitale Kommunikation ist Fakt und wir sind mittendrin. Das lässt sich nicht wegdiskutieren oder ausblenden. Wir müssen dort sein und kommunizieren, wo die Menschen sich zusammentun und sich über unsere Themen austauschen. Deshalb zeigt auch der DVT Präsenz in den sozialen Medien, um auch hier zu informieren, zu kommentieren und sich in die Diskussionen mit einbringen zu können.

Mal ehrlich: In manchen Lebensbereichen werden die digitalen Plattformen mit ihren Informations-, Bewertungs- und Netzwerkmöglichkeiten gern genutzt – ob privat oder beruflich. WhatsApp, Facebook, Xing und Portale für Produktbewertungen mit Kommentarfunktion stehen manche offener gegenüber als Instagram, Pinterest oder Snapchat. Was vor zwei Jahren noch „in“ war, kann jetzt teilweise schon wieder „out“ sein. Aber wie in der Eckkneipe finden überall dort Gespräche, Meinungsbildung und vor allem -austausch statt. Manchmal sogar so öffentlich, dass echte Chancen entstehen, sich zu beteiligen. Dies bedeutet also, die Gespräche, die in Foren unter Zeitungsartikeln, bei Facebook, Twitter und Co. stattfinden, mitzugestalten. Nur wer mitmacht, kann etwas bewirken.

Manch einer mag entgegnen, dass es vergebliche Liebesmühe sei und man sich doch einfach lieber auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren und in Ruhe gelassen werden will. Doch wenn der Gegenwind irgendwann so groß ist, dass die Kundschaft wegbricht, hilft einem das auch nicht mehr.

Es bleibt aber bei der alten Regel: Für die erfolgreiche Kommunikation ist ein gutes Netzwerk erforderlich. Zuhören. Interesse und Neugierde. Diskussionsfreude. Im Kleinen: direktes Gespräch – im Großen: in öffentlichen Diskussionen. Selbstbewusstsein. Klare Kante. Gesicht zeigen und gute Geschichten verbreiten. Das kann einerseits der Verband machen, andererseits müssen auch die Firmen im Einzelnen kommunizieren und ihre Chancen ergreifen. Also im Prinzip das, was jeder von uns auf irgendeine Art und Weise jetzt auch schon macht. Aber nun bitte auch einmal lauter, breiter, deutlicher. Dann ist die Welt der Tiernahrungshersteller weniger anonym, bekommt viele Gesichter und ist damit authentisch – und am Ende auch weniger angreifbar.

 
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