Einsatz von Energie und Technik

17.06.2016

Joachim Behrmann, Vorsitzender der IFF, Braunschweig
Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 5-6/2016

Energie ist die wichtigste physikalische Größe, die in der Futtermittelproduktion eine technische und wirtschaftliche Rolle spielt. Der erste Energieerhaltungssatz besagt, dass Energie nicht vermehrt und nicht vermindert wird, sondern nur ihre Form ändert, wie etwa von mechanischer in thermische Energie. Diese Theorie gilt aber nur für ein abgeschlossenes System und so ist in unserer Praxis Energie nicht unendlich. Daher ist eine Energie-, kostenoptimierte und ressourcenschonende Produktion für die Mischfutterindustrie wichtig, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu steigern. Wir als Maschinen- und Anlagenbauer wissen um den Einfluss der verschiedenen Konditionier-, Konfektionierungs- und Verarbeitungsmethoden, deren Auswirkungen auf die Verfügbarkeit von Inhaltsstoffen in der Tierernährung und Tiergesundheit, da dieser sehr stark durch unsere Technik reglementiert wird.

Der Futterwert oder die Qualität der Futtermittel, der Futterrationen bzw. der Futtermischungen wird bestimmt durch die Konzentration an Energie, Nährstoffen und verzehrbestimmenden und diätetischen Merkmalen. Spezielle Nährstoffe sind Rohprotein, Rohfaser, essentielle Fettsäuren und Stärke. Die verzehrbestimmenden und diätetischen Eigenschaften sind mit Trockenmasse, Futtervolumen, die physikalische Struktur und dem Gehalt an leistungsmindernden und gesundheitsschädigenden Bestandteilen im Futter ein doch ebenso wichtiges Qualitätsmerkmal. Ausgangspunkt für die Bewertung des Futters sollte daher nicht nur dessen chemische und nährstoffmäßige Zusammensetzung sein. Des Weiteren sind Kenntnisse zur Nährstoffverdaulichkeit und Wirkung auf die Futteraufnahme unersetzlich. Höchste Verdaulichkeit und biologische Wertigkeit führen dazu, dass das Wachstumspotential der Tiere voll ausgeschöpft, das Immun- und das Verdauungssystem unterstützt wird.

Die Funktionalität der Futtermittel wird durch die physikalischen Eigenschaften eines Produktes während der Mischfutterherstellung und der Fütterung bestimmt. Wie etwa die Löslichkeit, Quellfähigkeit und staubbindenden Eigenschaften als auch die Möglichkeit hoher Fettzugaben, sowie eine hohe Wasserbindungskapazität. Im Prozess der Futtermittelherstellung sind somit energetische Einflüsse auf die Rohware bestimmend, welche auch fundamentale Gesundheitsaspekte darstellen. Hierbei ist nicht nur die Hygienesierung durch eliminierte pathogene Keime wichtig, sondern auch die durch verfahrenstechnische Bearbeitung erhöhte Verdaulichkeit der Stärke, der Fette, der Faser und der Eiweiße, sowie der Erhalt der Futterstruktur zur verbesserten physiologischen Magenschichtung. Die angesprochenen leistungs- und gesundheitsmindernden Eigenschaften werden in der Tierernährung als Anti-Nutritive-Faktoren benannt. Diese haben negative Effekte auf die Gesundheit, die Futteraufnahme, den Stoffwechsel und die Qualität der hergestellten Futter- und Lebensmittel. Die Inaktivierung der ANF erhöht so die Verdaulichkeit der Futterkomponenten, den energetischen Futterwert und verbessert die Tiergesundheit.

Durch unsere verfahrenstechnischen Prozesse, wie etwa der “Expansion“ des Futters, wird auch der aromatische Geruch und Geschmack der ausgewählten Rohkomponenten gefördert.

So sehen wir uns als Maschinenbauer dazu verpflichtet, die Tierernährung mit der Technik zu verbinden und zu fördern. Energie muss effizient eingesetzt werden, um das Futter durch effiziente druck-hydro-thermische Optimierung zu beeinflussen, damit eine höhere Wirtschaftlichkeit in der Tierproduktion und Tiergesundheit erreicht wird.

 
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