Volatilität und Nachhaltigkeit

17.06.2013

Ruud Tijssens, neu gewählter Fefac-Präsident Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 5-6/2013

Auf den ersten Blick kann man von unserer Branche erwarten, dass sie sich um Mischen, Mahlen und Logistik mit Rohstoffen dreht. Aber diese Industrie besteht aus so viel mehr. Ich bin positiv überrascht über das Niveau der Expertise in unserer Industrie. Ob es um die Futterwertbestimmung und die ganze Wissenschaft, die dahinter steckt, oder um die Bestimmung der Ernährungsbedürfnisse der Tiere in den verschiedenen Entwicklungsstadien geht oder es die hochentwickelten Mittel für Hedging und Risikomanagement sind, es geht um Topwissenschaft, die zu Topinnovationen und Topergebnissen führt. Wir liefern nicht nur einfach Betriebsmittel an Landwirte. Wir liefern wesentliche Nährstoffe, um eine immer weiter wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Und wir machen das gut. Wir dürfen aber nicht nur unsere Innovationen alleine sehen. Wir müssen uns mit anderen Beteiligten zusammentun und Innovationen in enger Zusammenarbeit mit allen Akteuren in der Lebensmittelproduktion finden. Dies ist eine ernst zu nehmende Aufgabe, die in der kommenden Zeit an der Tagesordnung bleiben wird. Es ist das Bestreben der Fefac, ihre Rolle in der Produktionskette zu festigen, sowohl vorwärts als auch rückwärts.

Die Futtermittelindustrie besitzt eine wichtige Rolle bei der Futtermittelsicherheit. Wir brauchen einen ernsten Dialog mit unseren Lieferanten. Es mag sein, dass in bestimmten Märkten andere oder weniger anspruchsvolle Kriterien verwendet werden. Aber wir leben in Europa und müssen uns in der Realität bewegen. Wir haben keine andere Realität. Wir fordern die Einführung einer Herangehensweise von der Pyramidenspitze und verfolgen das sehr energisch.

Aber wir wollen nicht nur mit dem Finger auf andere zeigen. Wir müssen an der weiteren Harmonisierung von Regeln zur Futtermittelsicherheit, Krisenkommunikation und grundlegenden Handelsbedingungen arbeiten. Schließlich möchte ich das Thema Nachhaltigkeit ansprechen. Es ist sicher nicht nur ein Hype. Ich stelle fest, dass es wieder zu zusätzlichen Regeln, Berechnungen und Herausforderungen führen wird. Man kann auch sagen, dass es zusätzlichen Druck auf die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie bedeuten wird. Das wird vielleicht so sein. Ich möchte einige Aspekte dieses Themas ansprechen: Nachhaltigkeit bedeutet auch Profitabilität. Ohne Profitabilität in unseren Unternehmen und auf den Farmen gibt es keine nachhaltige Zukunft.

Aber es gibt einige wichtige Fragen. Und wir müssen eine Antwort auf sie finden. Wie gestalten wir unsere Zukunft? Wie organisieren wir Futter- und Lebensmittelsicherheit bei der weiter wachsenden Weltbevölkerung? Es ist unsere moralische Verpflichtung über die Effekte unserer Tätigkeit auf die Umwelt und die soziale Gesellschaft nachzudenken. Dabei geht es um die bestehenden Bedürfnisse unserer Generation, aber wir müssen die Bedürfnisse unser Kinder und Enkel mit in Betracht ziehen.

Aber in diesem Zusammenhang haben wir so viele gute Nachrichten zu verbreiten. Es zeigt sich so oft, dass unsere Hauptantriebsfeder, die die steigende Effizienz ist, Hand in Hand mit der Verringerung des Umwelteinflusses geht. Dafür gibt es überall Beispiele. Lassen Sie uns diese Beispiele kommunizieren und dies in verlässlicher Art und Weise tun.

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