Wohl und Wehe

16.10.2015

Bernd Springer, dfv Mediengruppe, Frankfurt am Main
Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 9-10/2015

Das Tierwohl liegt den Verbrauchern am Herzen. Dies wird lautstark reklamiert und dabei außer Acht gelassen, dass den Tierhaltern selbst am meisten am Wohl ihrer Tiere gelegen ist, immerhin stellen sie ihre Lebensgrundlage dar. Bei den Forderungen nach mehr Tierschutz wird auch schleunigst die kürzlich noch hochgehaltene Fahne der Nachhaltigkeit mit Füßen getreten, indem von den drei dafür maßgeblichen Feldern Ökologie, Ökonomie und Soziales nur noch letzteres ins Feld geführt wird. Ohne wirtschaftliche Grundlage können Tierhalter aber Forderungen, die größtenteils auf emotionalen und nur zu geringem Anteil auf sachlichen Argumenten beruhen, nicht nachkommen. Mit der Initiative Tierwohl geht die deutsche Wertschöpfungskette einen Weg, anspruchsvollen Forderungen an die Tierhaltung eine wirtschaftliche Basis zu geben. Ob die Idee funktioniert, ist bisher genauso wenig erwiesen, wie ihre Eignung, zu einer Beruhigung der hitzigen Tierwohldebatte beizutragen. Hohe Exportziffern an tierischen Produkten stellen nur ein dünnes Ruhekissen für die verunsicherten Tierhalter dar. Vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Konsumenten in den Empfängerländern ihre eigenen Vorstellungen von Tierwohl formulieren.

 
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