Mischfutterstruktur hat Einfluss auf Leistung

16.06.2014

Joachim Behrmann, Vorsitzender der IFF, Braunschweig
Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 5-6/2014

Die Futtermühlen nutzen effektive Techniken und Technologien zur Verarbeitung von Rohstoffen, um den Erwartungen von Aufzucht- und Mastbetrieben zu entsprechen. Von wachsender Bedeutung ist die druckhydrothermische Konditionierung (Expandertechnologie) von Einzelkomponenten oder Rezepturmischungen.

Ein Expander wird in der Regel von Produktionslinien vor der Pelletpresse oder als Endbehandlung eingesetzt. Weltweit sind eine Abkehr von der Feinvermahlung und ein deutlicher Trend zur sogenannten Strukturvermahlung von Futtermischungen zu beobachten. Bei Mastgeflügel bewirken zu feine Futterstrukturen organische Fehlentwicklungen, wie eine krankhafte Vergrößerung des Proventriculus, sowie die Verkümmerung des Muskelmagens. Verdauungsmechanismen werden beeinträchtigt und die Tiere sind viel anfälliger gegenüber Salmonellen. Die Erkenntnis, dass die Feinvermahlung von Futter zu gravierenden Gesundheits- und Leistungsproblemen bei Schwein und Geflügel führen kann, lässt die Futterindustrie mehr und mehr zu gleichförmig grober Zerkleinerung von Futtermischungen und Komponenten mittels Walzenstühlen übergehen. Kraftfutter wird überwiegend pelletiert, jedoch werden beim Pressvorgang gröbere Futterpartikel durch die Kollerrollen der Pelletpressen erheblich nachzerkleinert, so dass sich die Korngrößenverteilung der Primärpartikel derjenigen von Pellets aus feinvermahlenen Mischungen annähert. Positive Strukturwirkungen werden daher nicht oder nur eingeschränkt wirksam. Bei der Expandierung hingegen bleiben grobe Futterpartikel trotz intensiver Druck- und Knetbeanspruchung weitgehend erhalten. Zudem ist seit Langem bekannt, dass eine Expandierung positive nutritive Effekte, insbesondere auf Stärke und Rohfaseraufschluss, höhere Rohfettverdaulichkeit eine Eliminierung antinutritiver Faktoren und Steigerung der metabolischen Energie hat.

Eine Weiterentwicklung des klassischen Ringspaltexpanders ist der „Kronenexpander“, an dessen Auslauf sich eine Art Matrize befindet, durch deren Bohrungen das Produkt gefördert wird. Beim Austreten werden die Produktstränge durch rotierende Messer abgeschnitten. In Förderrichtung nach vorne verschlossen wird diese Matrize („Krone“) analog dem klassischen Expander durch einen Konus verschlossen. Die Position des Konus kann während des Betriebes gezielt verändert werden, umso mehr oder weniger offene Fläche für den Durchtritt von Material freizugeben und somit den spezifischen Energieeintrag weiterhin regeln zu können. Beim methodisch-verfahrenstechnischen Ansatz zur Partikelstrukturoptimierung bestand einer Verknüpfung des Expandierprozesses mit dem Formgebungsprozess. Vorteil ist hierbei, dass die geforderte grobe Futterstruktur erhalten bleibt und das Endprodukt eine definierte, extrudatähnliche Form aufweist. Eine anschließende Pelletierung ist nicht mehr nötig. Die physiologische Wirkung der Struktur hat unterschiedliche Einflüsse auf die Tiergesundheit. Eine gröbere Futterstruktur hat als wirksame Prophylaxe gegen Gesundheitsprobleme eine positive Wirkung. Aus diesen Gründen geht der Trend weg von der klassischen Vermahlung mit Hammermühle hin zur groben Vermahlung mit dem Walzenstuhl. Die Expandertechnologie kommt der Anforderung der Mischfutterhersteller entgegen und ermöglicht eine höhere Ausnutzung des Leistungspotenzials.

 
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