60 Jahre im Dienst der Tierernährung – AWT e. V.

16.04.2014

Dorothea Schiemann, AWT e. V., Brüssel
Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 3-4/2014

Zum Anlass von Jubiläen hat man die Gewohnheit, Resümee zu ziehen. Wie fällt das Resümee aus für die Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung (AWT) e.V., die ihr 60. Jubiläum dieses Jahr begeht?

Ein bisschen Historie vorweg: Die AWT wurde 1954 gegründet mit Sitz in Bonn. Schon im Jahr 1963 schlossen sich die Wirkstoffverbände von Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden sowie die AWT zusammen, um eine gemeinsame europäische Plattform zu gründen, die Fefana (Federation Europeenne des Fabricants d’Adjuvants pour la Nutrition Animale). Die Geschäftsstelle und Sekretariat waren bis 1990 bei der AWT, bis das Büro nach Brüssel verlegt wurde. Dies war ein vorausschauender Zusammenschluss in Anbetracht der Tatsache, dass die damalige Europäische Gemeinschaft immer wichtiger wurde in Bezug auf die Gesetzgebung und die Verlagerung von Entscheidungen auf die Brüsseler Institutionen.

Heute umfasst der Wirtschaftsverband AWT als deutsche Plattform der Fefana 42 Mitglieder, die sich mit Futtermittelzusatzstoffen, wie sie in den gemeinschaftlichen Regelungen der Europäischen Union heißen, beschäftigen. Die Mitgliedsunternehmen reichen von Hersteller- bis zu Vormisch- und Handelsbetrieben, die sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene tätig sind.

Die AWT vertritt die Interessen ihrer Mitglieder auf deutscher Ebene und durch die Arbeit der Fefana auf europäischer Ebene. Der Ausschuss „Gesetzliche Regelungen”, in dem Mitglieder ihre fachliche Expertise aktiv einbringen, ist auf AWT-Ebene federführend für die sachliche Arbeit.

Lange Zeit lagen die Akzente der Verbandsarbeit auf der Vermittlung ernährungsphysiologischer Erkenntnisse und der Förderung des allgemeinen Wissens um Futterzusatzstoffe. Heute nehmen die Zusatzstoffe einen festen Platz in der wissenschaftlichen Ernährungslehre und in der praxisorientierten Rationsgestaltung ein. Zusatzstoffe können in der Tierernährung per Definition und bewiesenermaßen mehrere Funktionen einnehmen, beispielsweise Deckung des Ernährungsbedarfs der Tiere, positiver Einfluss auf die ökologischen Folgen der Tierproduktion, die Leistung oder das Wohlbefinden der Tiere und auch Verbesserung der Lagerungs- und Verarbeitungseigenschaften von Futtermitteln.

Kleine Mengen haben oft eine große Wirkung und damit geht eine große Verantwortung der Mitgliedsfirmen einher. Die jüngsten Vorfälle haben gezeigt, wie wichtig Qualitätssysteme in Unternehmen sind und wie schnell eine öffentliche Diskussion entbrennt, die jeglicher wissenschaftlicher Betrachtung oder Relativität entbehrt.

Was bietet den AWT-Mitgliedsunternehmen der Blick nach vorne? Zum einen Herausforderungen. Zum anderen aber auch große Chancen. Unter Herausforderungen fallen unter anderem der sich ändernde politische Rahmen in Deutschland, die teils unsachlichen Diskussionen unter dem Mantel des Verbraucherschutzes sowie der Verbraucher selbst, der den Zugang zu moderner Tierhaltung verloren hat. Diese Themen sind der Futtermittelkette nicht unbekannt und können, ja sollten, gemeinsam angegangen werden. Auf der anderen Seite eröffnen Schlagworte wie Globalisierung und Nachhaltigkeit den AWT-Mitgliedsfirmen große Chancen, nämlich die Funktionen ihrer Produkte voll auszuschöpfen. Dass damit ein hohes Qualitätsniveau, Kompetenz und (Eigen-)Verantwortung mit einhergehen, ist selbstverständlich und ein Grundsatz der AWT.

 
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