Wir feiern 100 Jahre im Verband – aber mit dem Blick nach vorne

15.08.2018

Jan Lahde, DVT-Präsident, Bonn
Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 7-8/2018

100 Jahre Interessenvertretung für Futtermittel im Verband. Mehr als drei Generationen Erfahrung in der professionellen Tierernährung. Doch die Zeit ist schnelllebig. Wer erinnert sich noch an den Marschall-Plan, Interventionsbestände, den Verband „Freiwillige Kontrolle der Deutschen Futtermittelindustrie” oder an die von Greenpeace besetzten Sojatanker in Hamburg in den 90er-Jahren? Während über Dekaden die Ernährungsversorgung und der stete Anstieg der Produktion im Vordergrund standen, führen wir nunmehr zuweilen eine Luxusdebatte: über Dinkel, feinsämige Leguminosen, Importverbote, Pikogramm-Rückstände von natürlich vorkommenden Stoffen oder den bewussten Verzicht auf die Nutzung neuer Technologien – getreu dem Motto „Zurück zur Natur“.

1918 schließen sich Firmen zum Verband deutscher Futtermittelfabrikanten zusammen. Er bündelte die Interessen von Unternehmen und vertrat sie wirksam gegenüber anderen. In den Folgejahren bildeten sich weitere Verbände, immer mit der Motivation, die Rahmenbedingungen für die Futtermittelbranche optimal zu gestalten. Im Jahre 2000 fusionierte dann der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) aus dem Fachverband der Futtermittelindustrie und dem Bundesverband der Mischfutterhersteller mit dem Ziel, mit einer Stimme zu sprechen.

Auch nach 100 Jahren ist die berufsständische Vertretung weiterhin gefragt und gefordert. Der DVT kann sich glücklich schätzen, den überwiegenden Teil der Futtermittelunternehmen – ob privat oder genossenschaftlich – als Mitglied zu zählen. „Der“ Verband ist unverzichtbarer Ansprechpartner und Interessenvertreter für die Wirtschaft in der Politik, bei Behörden und in der Gesellschaft. Er vertritt neben den klassischen Mischfutterherstellern zahlreiche andere Firmen aus der Futtermittelwelt: unter anderem Unternehmen, die Einzelfuttermittel, Vormischungen und Zusatzstoffe oder Spezialfutter für Nutz- und Heimtiere herstellen, lagern und damit handeln.

Die Herausforderungen sind bis heute hoch, besonders im Qualitätsmanagement. Sie sind aber heute mehr als früher das Spiegelbild einer saturierten Gesellschaft mit ihrer Haltung zu Lebensmitteln. Aktuell prägen Themen wie Nachhaltigkeit, Tierwohl und Nährstoffbilanzen die tägliche Arbeit unserer Tierernährer. Wir produzieren basierend auf wissenschaftlich und technisch neuesten Erkenntnissen und verbessern die Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere und von ihnen erzeugte Produkte. Wissenschaftler und Praktiker erarbeiten gemeinsam dafür stets einheitliche Bewertungsmaßstäbe.

Selbstbewusst richten wir den Blick in die Zukunft. Die Hersteller von Tiernahrung können sich immer wieder auf neue Situationen einstellen und kundenorientierte Produkte bieten, auch wenn uns organisatorisch und technologisch extrem hohe Leistungen abverlangt werden – Tag für Tag, mit großem Engagement und hohem Verantwortungsbewusstsein.

 
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