Nachhaltige Tierproduktion

15.04.2016

Ruud Tijssens, FEFAC, Brüssel/Belgien
Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 3-4/2016

Vom 21. bis 22. April 2016 wird FEFAC ihren 7. Kongress mit dem Konferenzthema „Soziale Akzeptanz der Vieh- und Futterproduktion in der EU“ in Antalya abhalten. Die Veranstaltung wird vom Verband der türkischen Futtermittelproduzenten Turkiyem-Bir mit organisiert, der seit 2006 FEFAC-Mitglied ist, und findet im Anschluss an den 5. Global Feed & Food Congress (GFFC) statt. Im europäischen Tierproduktionssektor wird unsere Rolle, die Lebensmittelkette mit sicherem und qualitativ hochwertigem Futter zu versorgen, sehr wohl verstanden und anerkannt. Im soziologischen Kontext wird unser Beitrag zu einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Tierproduktion nicht immer erkannt. Im Rahmen des Abkommens COP21 des Pariser Klimagipfels und der Einführung der Kreislaufwirtschaftsverordnung der europäischen Kommission wurde es umso wichtiger, zu erklären, was Mischfutterhersteller tun. Seit COP21 gibt es einen erneuerten politischen Fokus auf die Umweltleistung, um zu einem ressourceneffizienten Europa zu kommen, das die Treibhausgasemissionen reduziert, auch im landwirtschaftlichen Sektor. Viele Mischfutterhersteller mögen nicht mit dem Begriff der Kreislaufwirtschaft vertraut sein, aber schlussendlich ist es das, was Mischfutterherstellung überhaupt ist. Es ist der Kenntnis der Tierernährung zu verdanken, dass die effizienteste und nachhaltigste Nutzung von „sekundären Rohstoffen“ – was wir als Nebenprodukte anderer Produktionsprozesse bezeichnen würden – möglich ist und die europäische Lebens- und Futtermittelkette so rohstoffeffizient wie heute ist. Gleichzeitig muss die Futtermittelindustrie der EU aber die Steigerung der Effizienz durch Innovation fortsetzen, vor allem bei der Unterstützung einer wettbewerbsfähigen europäischen Tierproduktion in Zeiten von Marktkrisen.Ein Weg, unseren Beitrag zur ressourcenschonenden Tierproduktion zu zeigen, ist der Umwelt-Fußabdruck. FEFAC ist maßgeblich beteiligt beim durch die Europäische Kommission in Gang gesetzten Feed Pilot PEF- Projekts (Product Environmental Footprint, Umweltabdruck des Produkts), welches darauf abzielt, eine objektive horizontale Methodik zu entwickeln, die die Umweltleistung beispielsweise von Lebensmitteln tierischen Ursprungs misst. FEFAC hat auch die Initiative ergriffen, eine Markttransparenz herzustellen, wenn es um die Definition des nachhaltigen Bezugs von Rohstoffen geht. Bereits neun Programme für nachhaltiges Soja, entwickelt durch Anbauorganisationen von Sojafarmern, Sojaimporteuren, FEFAC-Mitgliedern und anderen Zertifizierungsstellen, sind erfolgreich für die FEFAC Bezugsempfehlungen, die im August 2015 veröffentlicht wurden, anerkannt worden. Öffentliche Meinung beruht heute darauf, was die Öffentlichkeit und der private Sektor tun, um das menschliche Leben auf der Erde so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Die europäische Mischfutterindustrie wird ihre Verbundenheit mit einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Tierproduktion auf dem 27. Kongress in Antalya deutlich machen, was in eine verbesserte soziale Akzeptanz münden soll.

 
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