Zusatzstoffindustrie mit Blick nach vorn

14.04.2009

Stefan Niemeyer, Vorsitzender der AWT
Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 3-4/2009

Die Arbeitsgemeinschaft für Wirkstoffe in der Tierernährung (AWT) nimmt ihre Verantwortung für die Versorgung der Tierproduktion mit hochwertigen und sicheren Futtermittelzusatzstoffen wahr. Sie vertritt in Deutschland innerhalb der Futtermittelproduktion den Bereich der Futtermittelzusatzstoffe für Ihre Mitglieder. Alle namhaften Futtermittelzusatzstoffproduzenten sind innerhalb des europäischen Netzwerkes Fefana organisiert und werden durch nationale Plattformen wie die AWT, die verantwortlich ist für Deutschland, Österreich und Schweiz, vertreten. Diese Organisationsform besteht in der jetzigen Form seit einigen Jahren und hat sich als wirkungsvoll und effektiv für ihre Mitglieder herausgestellt. Es wird unnötiger Mehrfachaufwand in den Firmen der Mitglieder vermieden und die entsprechenden Ressourcen werden effektiv eingebracht. Die AWT stellt sich damit den Herausforderungen der Gegenwart – ihren Beitrag zur Ernährung der Verbraucher trotz steigender Bevölkerungszahlen und knapperer Ressourcen auch im Angesicht von Krisen zu leisten. Die aktuelle schwere Wirtschaftskrise hat auch Auswirkungen auf den Bereich der Ernährungsindustrie. Doch da wir alle essen wollen und müssen, kommt es zu einer Verschiebung der Essensgewohnheiten. Bei geringeren Einkommen wird der Konsument auf günstigere Lebensmittel ausweichen Doch sobald wieder mehr Mittel jedem einzelnen zur Verfügung stehen, wird sich dies auch wieder ändern. In Ländern, in denen noch ein Großteil des Einkommens für Ernährung ausgegeben wird, hat sich dies deutlich gezeigt. So war auf den beiden bedeutenden Messen, wie der Eurotier im November 2008 in Hannover, wie auch auf der VIV im März 2009 in Bangkok, eine insgesamt positive Stimmung in der Ernährungsindustrie zu spüren. Es herrscht überwiegend die Zuversicht, das sich die Ernährungsbranche langfristig weiterhin positiv entwickeln wird. Vor dieser Kulisse stehen die drei Präsentationen der öffentlichen Vortragsreihe zum Auftakt der 55. jährlichen Versammlung der Mitgliedsunternehmen der AWT und ihrer Gäste am 23. April 2009 im Hilton Berlin. Auf die Harmonisierung der Gesetzgebung in Europa sowie das Effizienzerfordernis zeitgemäßer Verbandsarbeit antwortete die Industrie mit der Bündelung der Kräfte und der Schaffung eines europäischen Netzwerkes des Futtermittelzusatzstoffverbandes. Dazu wird eingangs vorgestellt, wie die Brüsseler Zentrale und die einzelnen Abteilungen in den Mitgliedstaaten aufgestellt sind und ihr komplexes Geflecht der Zusammenarbeit mit den EU-Institutionen sowie den nationalen Behörden, Instituten, Verbänden und Unternehmen organisieren.

Im Zentrum des Tages steht der Vortrag von Prof. Dr. Birg (Universität Bielefeld) zu Demographie und Konsumverhalten. Hier werden neueste Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung vorgestellt und die Auswirkungen auf die Ernährungssituation skizziert. Die zwingende Logik der Demographie wird eindeutige Anforderungen an die lebensmittelliefernde Industrie stellen. Die Zusatzstoffwirtschaft bereitet sich darauf vor, diese Aufgaben auch in der Zukunft erfüllen zu können. Dabei ist sie auf Unterstützung angewiesen, vor allem seitens Gesetzgebung und Verwaltung.

Abgerundet wird die Veranstaltung durch die Präsentation von Helmut Stempel über die Strategien zum Aufstieg an die Spitze des Marktes. Erfreulicherweise konnte der Referent schon vor einiger Zeit gewonnen werden, inmitten der Krise bekommt diese Thematik indes noch eine größere Bedeutung als zuvor.
Wir sehen einer optimistischen und motivationshaltigen Darbietung mit Spannung entgegen. Am folgenden Morgen wird Thomas Boch, Leiter des Referates Futtermittel des BMELV, einen Überblick über die aktuellen Rechtsentwicklungen aus Bonn, Berlin und Brüssel geben.

 
Anmelden
Anmelden