Umsetzung der Vision 2030 der FEFAC

05.04.2019

Nick Major, FEFAC-Präsident, Brüssel (Belgien)
Publiziert in: Kraftfutter/FeedMagazine 3-4/2019

Im Jahr 2015 veröffentlichte FEFAC ihre Vision für die Futtermittelindustrie 2030 („Feed Industry Vision 2030“), in der die Beiträge der Mischfutterindustrie zu einem wettbewerbsfähigen und nachhaltigen europäischen Tierhaltungssektor dargelegt werden. Die Maßnahmen und Stärken unserer Branche werden anhand der drei wegweisenden Eckpfeiler Futtermittelsicherheit, Tierernährung und Nachhaltigkeit beschrieben.

Die Gewährleistung der Futtermittelsicherheit ist ein nicht verhandelbares Element der Futtermittelproduktion. Ohne Futtermittelsicherheit kann es keine Lebensmittelsicherheit geben. Die Futtermittelsicherheit ist eine dynamische Angelegenheit, und trotz aller Fachkenntnisse kann man nicht immer vorhersagen, wo das nächste Problem auftreten wird. Mischfutterhersteller, die auf Kreuzkontamination kontrollieren müssen, wissen, dass die Quelle der Kontamination in der Regel in den Futtermittelkomponenten liegt, die an die Futtermittelwerke geliefert werden, und nicht im Herstellungsprozess selbst. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Herkünfte der Futtermittel sind sie darauf angewiesen, dass die Lieferanten alle notwendigen Informationen weitergeben und angemessene Maßnahmen zur Kontrolle ihrer Risiken ergreifen. Bis 2030, so hofft FEFAC, solle sich die Zulieferindustrie zunehmend weg von einer Mentalität der Nebenprodukte hin zu einer Mentalität der Co-Produkte entwickeln und eine erhöhte Sorgfalt bei der Einhaltung der Standards der Futtermittelindustrie in Bezug auf Sicherheit und Qualität zeigen. Dies ist von entscheidender Bedeutung, da von der Branche erwartet wird, dass sie diese Co- oder Kuppelprodukte im Rahmen der ökologischen Kreislaufwirtschaft immer mehr nutzen wird.

FEFAC kommt ihrer Verpflichtung nach, der Bedeutung der Tierernährungswissenschaft für die Bewältigung der vielen Herausforderungen, mit denen Landwirte konfrontiert sind (Tierschutz, Produktqualität usw.), zur Anerkennung zu verhelfen. Eines der wichtigsten Themen sind Antibiotikaresistenzen. Die Verbesserung der Tiergesundheit als Mittel zur Verringerung des Bedarfs an Antibiotika gewinnt als Strategie in vielen Ländern an Bedeutung, und die Tierernährungswissenschaft spielt hier eine wichtige Rolle. FEFAC wird ihre Aktivitäten zur Unterstützung ihrer Mitglieder fortsetzen und wissenschaftliche Seminare unterstützen, welche die Rolle von aus der Tierernährung gewonnenen Lösungen als Ergänzung zu Maßnahmen der Biosicherheit, Betriebshygiene, Züchtung und Impfung aufzeigen.

Im Bereich Nachhaltigkeit erwarten wir, dass die nationalen Regierungen und Marktteilnehmer sich zunehmend darauf konzentrieren, die im Pariser Abkommen zugesagte Reduzierung der Treibhausgasemissionen auch im Bereich der Tierhaltung umzusetzen. FEFAC wird weiterhin die Projekte zur Verbesserung der Umweltbilanz im Rahmen von PEF und GFLI als methodischen Rahmen zur Messung der Umweltleistung der Mischfutterherstellung fördern. Initiativen wie die PEF sind von entscheidender Bedeutung, um die Einführung einer einheitlichen Methodik zu gewährleisten, die eine konsistente, transparente und glaubwürdige Messung ermöglicht.
 
Bis 2030 sehen wir auch eine Bestärkung der politischen Ziele zur Steigerung der europäischen Proteinproduktion, mit dem Ziel, die Abhängigkeit von Importen aus Drittländern zu verringern.
FEFAC begrüßt alle Initiativen, welche die Verfügbarkeit von Proteinquellen in Europa erhöhen, sieht es jedoch nicht als sinnvoll an, unsere Handelsbeziehungen zu den Soja exportierenden Ländern zu vernachlässigen, weil Europa hinsichtlich seines Proteinbedarfs nicht zum Selbstversorger werden können wird. So sind beispielsweise konstruktive internationale Dialoge über nichttarifäre Handelshemmnisse, wie die Handelsgespräche zwischen der EU und den USA, für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Nutztierhaltung von wesentlicher Bedeutung.
FEFAC feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum. Unsere Vision 2030 zeigt, dass wir für die Zukunft der europäischen Nutztierhaltung gut gerüstet sind.

 
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