Wer frisst was?

Gesundes Futter – gesunde Tiere

Jeder Schweinemäster und jeder Sauenhalter hat ein Ziel:

Gesunde Tiere bzw. gesunde Ferkel, um letztendlich gutes Fleisch erzeugen zu können. Zu fette, abgemagerte oder gar kranke Tiere sind dafür nicht geeignet, denn ihr Fleisch wird nicht nachgefragt bzw. darf im Extremfall nicht vermarktet werden. Nur mit einer richtigen Tierhaltung und einer richtigen Ernährung durch qualitativ hochwertige Futtermittel bleiben die Tiere gesund.

Gesundes Futter ist wichtigste Grundlage gesunder Tiere.

Informationen zu genauen Angaben von Tagesrationen: mehr dazu im PDF.

Ferkel

Milchaustauscher für Ferkel können zum vollständigen Ersatz der Muttermilch dienen, wenn die Sau keine oder zu wenig Milch gibt. Sie ahmen die natürliche Zusammensetzung der Sauenmilch durch ihre Rezeptur nach. Dazu haben sie einen speziell abgestimmten hohen Rohproteingehalt von rund 24 Prozent, der wiederum zu einem erheblichen Anteil von der Aminosäure Lysin bestimmt wird. Die Ergänzung mit Vitaminen und Spurenelementen, insbesondere Eisen, trägt zu einer schnellen und gesunden Entwicklung der Ferkel bei.

Sehr junge Tiere haben einen völlig anderen Nährstoffbedarf als Nutztiere höheren Alters. Häufig stellt die Umstellung von der Milchaustauscherfütterung bzw. der Säugephase auf die Aufnahme fester Futtermittel eine besondere Belastung dar. Diesen Tatsachen tragen die Mischfutterhersteller Rechnung, indem sie spezielle Futtermittel für die Aufzucht von jungen Nutztieren anbieten.

In der Regel haben diese Aufzuchtfutter gegenüber den späteren Mastfuttern einen höheren Proteingehalt und sind für die speziellen Bedürfnisse der Jungtiere hinsichtlich der Verdaulichkeit der Nährstoffe, des Aminosäuremusters, der Zusatzstoffe und anderer Anforderungen spezifisch zusammengesetzt. Sie ermöglichen einen reibungslosen Übergang von der Jungtier- in die Leistungsphase der Tiere.

Ferkelaufzuchtfutter werden in zwei verschiedenen Versionen angeboten: der Starter speziell für früh abgesetzte Ferkel bis ca. 20 kg Lebendgewicht und das Ferkelaufzuchtfutter bis ca. 35 kg.

Der Starter erleichtert die Umstellung von der Saugphase bzw. der Verabreichung von Milchaustauschern auf die Aufnahme fester Nahrung und schafft die Voraussetzung für eine schnelle Entwicklung der jungen Ferkel.

Die zweite Phase der Aufzucht erfordert bereits energiereichere und im Rohproteingehalt etwas abgesenkte Futtermittel. Mit dieser phasenweisen Ferkelaufzucht wird einerseits eine Kostenreduzierung für die Aufzucht und andererseits ein erster Schritt zu einer Reduzierung von Umweltbelastungen durch die Verminderung der Ausscheidung nicht genutzter Nährstoffe realisiert.

Mast

Alleinfutter

Wirtschaftliche Fleischerzeugung erfordert eine schnelle und effiziente Mast der Tiere. Dazu müssen alle erforderlichen Nährstoffe in optimal aufeinander und auf den Bedarf der Tiere abgestimmter Menge gefüttert werden. Die in der Regel sehr energiereichen Mastfutter werden diesen Anforderungen gerecht. Außerdem kann durch gezielte Zusammensetzung und genaue Bedarfsorientierung eine zu hohe Nährstoffversorgung vermieden und damit unnötige Ausscheidung von Nährstoffen verhindert werden. Außerdem kann eine zu hohe Nährstoffversorgung den Organismus der Nutztiere belasten und beispielsweise zu unerwünschter Verfettung führen. Daher werden Mastfutter unterschiedlicher Zusammensetzung für die einzelnen Wachstumsphasen der Masttiere angeboten.

Schweinemastfutter werden nach den Wachstumsphasen der Tiere in mehreren Phasen (Anfangs-, Mittel-, Endmast) konzipiert, um einerseits den Nährstoffbedarf zu decken und andererseits die Ausscheidungen unverdauter Nährstoffe so gering wie möglich zu halten.

Schweinemastfutter sind heute wesentlich energiereicher als noch vor einigen Jahren. Dies dient der Ausnutzung des durch Züchtung gesteigerten Wachstumsvermögens der Mastscheine. Insgesamt sind die Schweinemastfutter darauf ausgerichtet, einen hohen Proteinansatz in Muskelfleisch und eine geringe Verfettung der Schlachttiere zu erreichen.

Durch die möglichst exakte Anpassung an sog. Wachstumskurven der Tiere kann vor allem die Ausscheidung unverdauter Nährstoffe in hohem Umfang reduziert werden. Die Futterwertung der Mastschweine sollte durch die gezielte Zusammensetzung der Mastfutter heute mehr oder weniger deutlich unter 1:2,8 liegen, d. h. dass je Kilogramm Körperzuwachs weniger als 2,8 Kilogramm Futter benötigt werden.

Die folgende Abbildung zeigt den typischen Wachstumsverlauf von Mastschweinen bei der Verfütterung von Alleinfutter in Abhängigkeit unterschiedlicher Leistungsniveaus.

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Ergänzungsfutter

In Deutschland wird häufig hofeigenes Getreide in der Schweinemast eingesetzt. Getreide hat einen relativ hohen Energiegehalt. Für die intensive Schweinemast, die sich an den Verbraucherwünschen nach sehr magerem Schweinefleisch zu orientieren hat, reicht aber der Proteingehalt des Getreides nicht aus. Auch die Mineral- und Wirkstoffe des Getreides sind den hohen Zuwachsleistungen der modernen Mastschweine nicht angemessen.

Daher hat sich in den Regionen und Betrieben, in denen hofeigenes Getreide die vorrangige Futtergrundlage bildet, der Einsatz von Ergänzungsfuttern durchgesetzt und bewährt. Die Ergänzungsfutter für Mastschweine haben einen relativ hohen Proteingehalt, der in Kombination mit Getreide zu einer ausgewogenen, bedarfsangepassten Ration führt. Der hohe Proteingehalt wird in erster Linie durch die Verwendung von Sojaschrot als Hauptlieferant von Proteinen erreicht. Auch die Zusammensetzung der Aminosäuren als Bestandteile des Rohproteins wird für den Bedarf der Mastschweine gezielt angepasst. Die Ergänzungsfutter sind besonders reich an Lysin.

Alle erforderlichen Mineral- und Wirkstoffe, die nicht im Getreide enthalten sind, werden über die Ergänzungsfutter zugeführt. Je nach Getreideanteil, der sich an den in den Tierhaltungen zur Verfügung stehenden Mengen orientiert, können die Ergänzungsfutter mit unterschiedlichen Proteingehalten ausgestattet sein.

Sauen

Sauenfutter werden in unterschiedlichen Phasen für die Sauen angeboten: Für laktierende Sauen, die Ferkel führen und eine hohe Milchleistung erbringen müssen, sowie für tragende Sauen, die nach dem Belegen noch nicht wieder abgeferkelt haben. Wichtig ist eine gezielte Nährstoffversorgung, um einem zu starken Gewichtsverlust der Muttertiere während der anstrengenden Säugephase und andererseits einer Verfettung während der Trächtigkeit vorzubeugen. So genannte Universalfutter für Sauen sollten nicht mehr eingesetzt werden, um einer Unterversorgung mit Nährstoffen bzw. einer übermäßigen Nährstoffausscheidung vorzubeugen.

Sauenfutter für tragende Sauen

Die Anforderungen an die Inhaltstoffe eines Sauenfutters werden vom Bedarf der Sau in der jeweiligen Lebens- und Produktionsphase bestimmt. Tragende Sauen - also Sauen, die erfolgreich belegt sind und in deren Uterus sich während der etwa 114-tägigen Trächtigkeit die Ferkel entwickeln, stellen an die Ausrichtung des Futters spezifische Anforderungen.

Das Sauenfutter für tragende Sauen muss auf der einen Seite die bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, Nährstoffen, Aminosäuren, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen sicherstellen. Der Bedarf ist wissenschaftlich ermittelt und wird international immer wieder überprüft. Auf der anderen Seite kommt dem Trächtigkeitsfutter die wichtige Aufgabe zu, über einen entsprechenden Anteil quellfähiger, diätetisch hochwertiger Komponenten, wie z. B. guter Weizenkleie, die Darmperistaltik und damit Gesunderhaltung im Darm zu fördern.

Sauenfutter für laktierende Sauen

Das Futter für säugende Sauen muss die für eine gute Milchbildung bei bestmöglicher Erhaltung der Körperkondition erforderliche Nährstoffversorgung gewährleisten. Neben der bedarfsgerechten Nährstoffkonzentration im Futter ist auf die gezielte Auswahl der verwendeten Komponenten zu achten. Denn die möglichst optimale Futteraufnahme in der üblicherweise zwischen 21 und 28 Tage dauernden Säugezeit sollte nach der gezielten Anfütterung (Faustregel: angebotene Futtermenge je Sau um 0,5 bis 0,7 kg/Tag erhöhen) in der zweiten Laktationswoche erreicht werden. Dazu muss den Sauen in jeder Jahreszeit natürlich Wasser in optimaler Qualität zur freien Aufnahme zur Verfügung gestellt werden.

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