Geflügel

Legehennen

Legehennen haben einen extrem hohen Nährstoffbedarf, um nahezu täglich ein Ei legen zu können. In der Regel werden in Deutschland in wirtschaftlichen Legehennenbeständen getreidereiche Alleinfutter eingesetzt, die diesen Nährstoffbedarf decken können. Diese Futter sind hoch verdaulich, sehr energiereich und auf den Aminosäurebedarf der Legehennen (insbesondere Methionin) abgestimmt. Alleinfutter für Legehennen werden mehl- bzw. schrotförmig angeboten (nicht gepresst).

Besondere Bedeutung kommt der Mineralstoffversorgung der Legehennen zu. Legehennen benötigen unter anderem eine Zufuhr an Calcium von rund 35 g und von rund 6 g Phosphor je Tier und Tag. Weizen hat einen durchschnittlichen Gehalt an Calcium von 0,6 g je kg und von 3,8 g Phosphor je kg. Bedenkt man die geringen Futteraufnahmemengen, dann wird aus diesen wenigen Daten deutlich, wie wichtig eine gezielte und ausreichende  Mineralstoffversorgung für die Legehennen ist. Dies gilt insbesondere für den Calciumgehalt.

Für eine spezielle Phase einer Legepause (gezielte Verminderung der Legeleistung) werden in der Nährstoffzusammensetzung reduzierte Futter angeboten.

Mastgeflügel

Die Geflügelmast spielt seit Jahren eine immer größer werdende Rolle in der deutschen Fleischerzeugung. Dies lässt sich an den gestiegenen Verbrauchszahlen für Geflügelfleisch ebenso ablesen wie an der gestiegenen Produktion von Geflügelmastfuttern. Die professionelle Geflügelmast setzt weitestgehend Alleinfutter ein. Hofeigene Futterproduktion spielt in diesem Produktionssektor praktisch keine Rolle.

Geflügelmastfutter müssen den enormen Energie- und Nährstoffbedarf der Masttiere decken, der erforderlich ist, um qualitativ hochwertiges Fleisch in sehr kurzer Zeit zu erzeugen. Dabei sind im Wesentlichen zwei Sektoren zu unterscheiden: Die Hähnchenmast (auch Broilermast) und die Putenmast:

Hähnchenmastfutter zeichnen sich durch sehr hohe Verdaulichkeit und hohe Energiedichte aus. Sie sollten bei einem Endgewicht von 1.500 Gramm eine Futterverwertung von weniger als 1:1,6 ermöglichen (1,6 kg Futter je Kilogramm Zuwachs). Um den Hähnchen beim Wachstum die erforderliche Energie liefern zu können, sind die erforderlichen Gehalte in den Alleinfuttern nur über recht hohe Fettgehalte zu realisieren, da auch die übrigen Nährstoffe dem hohen Zunahmeniveau angepasst sein müssen.

Bei Puten werden im gesamten Mastverlauf mehrere verschiedene Alleinfutter eingesetzt. In der Regel werden bis zu sechs aufeinander folgende Phasen unterschieden. Die Futter unterscheiden sich hinsichtlich der Nährstoffzusammensetzung, die möglichst exakt an den altersgemäßen Bedarf der Tiere angepasst sein muss. Die beiden ersten Phasenfutter dienen der Aufzucht der Jungtiere, die Phasenfutter 3 und 4 schöpfen das Wachstumspotenzial vollständig aus. In der Endmast der weiblichen Puten (Mastdauer ca. 15 Wochen; Endgewicht ca. 10 kg) wird das Phasenfutter 5 eingesetzt. In der Endmast der Hähne (längere Mastdauer von ca. 20 Wochen; höheres Endgewicht von ca. 20,5 kg) findet das Phasenfutter 6 Anwendung. Die Mastfutter der ersten vier Phasen sind in der Regel mit Zusatzstoffen der Gruppe Kokzidiostatika ausgestattet, die eine Vermehrung von Kokzidien im Darm der Puten verhindern. Die beiden Phasenfutter 5 und 6 werden ohne diese Zusatzstoffe hergestellt, um die erforderlichen Wartezeiten sicher einhalten zu können. 

 
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