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35. DVT-Podcast Fakten-Futter: Zwischen Versorgungssicherheit und Handelsoffenheit

Deutscher Verband Tiernahrung e. V. (DVT)

DVT-Nummer 2026-05-056

Zu Gast: Dr. Bettina Rudloff +++ Diversifizierung als Schlüssel von Versorgungssicherheit +++ eine aktuelle Einschätzung der globalen Strukturen +++ jetzt auf Spotify und Apple Podcasts.

Wie resilient ist unsere Lebensmittelversorgung in geopolitisch angespannten Zeiten? Welche Rolle spielen Handel, Eigenversorgung und internationale Abhängigkeiten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Podcast-Folge. Dr. Hermann-Josef Baaken spricht mit Dr. Bettina Rudloff von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Die Agrarökonomin war zuletzt bei den DVT-Regionaltagungen zu Gast und analysiert Agrarpolitik mit außen- und sicherheitspolitischem Blick. Versorgungssicherheit ist ein branchenübergreifendes Thema, das zunehmend auch geopolitisch eine entscheidende Rolle spielt.

Rudloff macht im Podcast deutlich, dass Versorgungssicherheit nicht mit maximaler Eigenversorgung gleichgesetzt werden darf. Orientierung bietet dabei das Modell der vier Säulen der FAO: Verfügbarkeit, Zugang, Ressourcenbasis und Stabilität. Entscheidend sei das Zusammenspiel dieser Faktoren und nicht die einseitige Fokussierung auf nationale Produktion.

Denn die aktuelle Debatte wird stark von geopolitischen Risiken geprägt: der Ukraine-Krieg, Spannungen im Welthandel oder mögliche Störungen zentraler Transportwege schüren Sorgen über Abhängigkeiten. Gleichzeitig warnt Rudloff vor einfachen Antworten. Eine weitgehende Selbstversorgung wäre ineffizient und teuer – und hätte darüber hinaus auch spürbare Folgen für Verbraucher und Wirtschaft.

„Das entscheidende Werkzeug, das man als Ökonom gelernt hat, ist die Abwägung von Nutzen und Kosten – weit gefasst. Jede Strategie hat ihre Stärken und Schwächen“, betont sie.

Für die Agrar- und Futtermittelwirtschaft bedeutet das vor allem: Diversifizierung bleibt der Schlüssel. Versorgungssicherheit entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch stabile Lieferketten, unterschiedliche Bezugsquellen und verlässliche Handelsbeziehungen. Zugleich beobachtet Rudloff eine Verschiebung in der Handelspolitik. Wirtschaftliche Beziehungen würden zunehmend geopolitisch genutzt – etwa durch Zollpolitik oder strategische Rohstoffabhängigkeiten. Dennoch plädiert sie dafür, den regelbasierten Welthandel nicht aufzugeben, sondern Risiken besser auszubalancieren.

Denn trotz aller Krisenrhetorik gilt weiterhin: „Wir produzieren mehr, als wir benötigen. Wir haben kein systematisches Versorgungsproblem.“

Jetzt in die neue Folge Fakten-Futter reinhören.

Über "Fakten-Futter":

Als Teil der Wertschöpfungskette für Lebensmittel spielt die Fütterung von Nutztieren und die Nutzung der Agrarrohstoffe eine entscheidende Rolle. Dr. Hermann-Josef Baaken lädt regelmäßig Gesprächspartnerinnen und -partner ein und berichtet zugleich über Neuigkeiten rund um dieses Arbeitsgebiet.