Rechtliche Regelungen für verbotene Stoffe

Verbotene Stoffe im Sinne des Futtermittelrechts sind Stoffe, die wenigstens zum Teil auf Grund ihres Nährstoffgehaltes einen Einsatz als Futtermittel rechtfertigen würden, die aber aus hygienischen, gesundheitlichen oder ethisch/moralischen Gründen in Futtermitteln in der EU bzw. in Deutschland nicht eingesetzt werden sollen. Dazu zählen u. a.:

  • Abfälle, wie Haushaltsabfälle
  • Holz, das mit Holzschutzmitteln behandelt wurde und daraus hergestelltes Sägemehl
  • Klärschlamm und alle damit in Zusammenhang stehende oder ähnliche Stoffe
  • Kot, Urin sowie der Magen- und Darminhalt von Schlachttieren
  • Saat- und Pflanzgut, das mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurde
  • Verpackungen und Verpackungsteile.

Diese Stoffe müssen nicht unbedingt eine Gefahr für Nutztiere oder die daraus gewonnenen Produkte darstellen. Dennoch wurde ihre Verwendung als Futtermittel aus nachvollziehbaren Gründen generell verboten. Das Verbot ist in den §§ 25 und 27 der Futtermittelverordnung geregelt.

Zu den verbotenen Futtermitteln zählen in Deutschland auch alle Produkte, die aus Gewebe von Landtieren gewonnen wurden. Insbesondere das Verbot der Verwendung tierischer Fette kann nicht nachvollzogen werden, da die Gefährdung für Verbraucher oder ein Risiko für die Gesundheit von Schweinen oder Geflügel nicht erkennbar ist. Wäre dies nicht der Fall, müsste dieses nationale Verbot auch in anderen Staaten der EU gelten oder aber die Verwendung dieser Fette müsste auch für die Verbraucher gelten. Das nationale Verfütterungsverbot dient überdies auch nicht dem Verbraucherschutz, wie immer behauptet wird, da Produkte von Tieren aus den Nachbarländern, die mit tierischen Fetten gefüttert wurden, ungehindert nach Deutschland gelangen. Seit dem Juni 2009 wurde das strikte, deutsche Verfütterungsverbot für tierische Fette an Nutztiere einen Schritt weit gelockert. Diese Fette dürfen zumindest wieder an Schweine und Geflügel verfüttert werden.

Das Beispiel macht deutlich, dass die Frage, welche Stoffe in Futtermitteln als „verboten“ gelten, nicht ganz frei von politischen Wertungen ist, die sich von einer rein wissenschaftlichen Bewertung zum Teil unterscheiden können.

Fakt ist, dass die futtermittelrechtlich auf Ebene der EU oder national festgesetzten verbotenen Stoffe, in Futtermitteln nicht eingesetzt bzw. enthalten sein dürfen. In einigen Fällen verfahren die Überwachungsbehörden dabei sehr restriktiv und gewähren keinerlei Toleranz auf das Vorhandensein bestimmter verbotener Stoffe (Nulltoleranz).

 
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