Nanotechnologie im Futtermittelbereich

Die Nanotechnologie findet heutzutage Anwendung in den verschiedensten Bereichen unseres alltäglichen Lebens und ist z. B. in vielen Kosmetika, Sonnenschutzmitteln aber auch in Verbund- und -verpackungsmaterialien wiederzufinden. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse werden auch in Futter- oder Lebensmitteln genutzt.

Einige ausgewählte Futtermittel werde mit Hilfe von sogenannter Nanotechnologie produziert oder enthalten Nanomaterial. Der genaue Umfang dieser so eingesetzten Futtermittel ist nicht bekannt.
Der DVT ist der Forschung und Neuentwicklung gegenüber grundsätzlich aufgeschlossen. Moderne und innovative Techniken, wie die der Nanotechnologie, bieten uns heute vielfältige neue Möglichkeiten auch im Bereich der Futtermittelproduktion. Sie kann nicht zuletzt zu einer nachhaltigen tierischen Veredlung beitragen.

Hintergrundinformationen:
Wissenschaftlich unterscheidet man natürliches (NM) und technisch hergestelltes Nanomaterial (ENM). Ein Nanometer entspricht dem Milliardsten Teil eines Meters. Das kommt in etwa dem Verhältnis einer Haselnuss zur Erdkugel gleich. Materialien im nanoskaligen Bereich kommen natürlicherweise in der Umwelt vor und müssen nicht zwangsläufig technisch hergestellt sein. Laut Empfehlung der EU-Kommission vom 18. Oktober 2011 handelt es sich bei Nanomaterial um „ein natürliches, bei Prozessen anfallendes oder hergestelltes Material, das Partikel in ungebundenem Zustand, als Aggregat oder als Agglomerat enthält, und bei dem mindestens  50 % der Partikel in der Anzahlgrößenverteilung ein oder mehrere Außenmaße im Bereich von 1 nm bis 100 nm haben.“

Unter dem Sammelbegriff Nanotechnologie werden innovative Materialien und Anwendungen entwickelt mit dem Ziel neue Eigenschaften und Funktionen zu erzeugen. Auch bei Futtermitteln gibt es in geringem Umfang einen potentiellen Anwendungsbereich für diese neuartige Technologie. Die Nanotechnologie kann einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Futtermittelwirtschaft leisten.

Die Besonderheit von Material in nanoskaliger Größe im Vergleich zu „großem“ Material beruht auf der im Verhältnis zum Rauminhalt viel größeren Oberfläche. Diese ermöglicht mehr physikalische und chemische Wechselwirkungen mit der Umwelt. Die Verkleinerung eines bestimmten chemischen Materials auf nanoskalige Größe bringt also neue Eigenschaften mit sich und kann der Einsparung von Ressourcen und dem Schutz der Umwelt dienen. Neben neuen Farbeffekten können das zum Beispiel Stromleitfähigkeit, Wasserabweisung oder Magnetismus sein. Im Bereich der Spezialfuttermittel können Stoffe in nanoskaliger Größe deshalb beispielsweise zu einer verbesserten Aufnahmefähigkeit erwünschter Stoffe, wie z. B. von Vitaminen und Fettsäuren mittels durch Nanotechnologie hergestellten Micellen beitragen. Zugleich können Stoffe in Nanogröße aber auch die Aufnahme unerwünschter Stoffe unterbinden.

Hier besteht eine mögliche Anwendung darin, die im Vergleich sehr große relative Oberfläche von Nanomaterialien zur Mycotoxinbindung zu nutzen- und damit die Sicherheit von Futtermitteln zu gewährleisten. Als Verarbeitungshilfsstoff dient heutzutage bereits Siliciumdioxid (E551); in sehr fein vermahlener Qualität ist es in der Lage die Partikel eines Substrates zu umhüllen und damit die Fließfähigkeit zu erhöhen. In Futtermitteln wird Siliciumdioxid beispielsweise in verschiedenen Milch-Nebenerzeugnissen als Fließhilfsstoff genutzt, in der Lebensmittelindustrie verbessert es die Rieseleigenschaften von Tütensuppen.

Sicherheit der Futtermittel
Oberste Priorität bleibt für die Futtermittelwirtschaft die Sicherheit der Futtermittel. Die Anwendung von Nanotechnologie sollte unter strikter Einhaltung der regulatorischen Rahmenbedingungen erfolgen. Nach dem bisherigen Wissensstand sind Nanomaterialien gesundheitlich unbedenklich.

Die EFSA kommt in ihrem Richtliniendokument zur Gefahrenanalyse bei der Anwendung von Nanotechnologie in der Lebens- und Futtermittelkette zu dem Schluss, dass eine Bewertung immer im Einzelfall erfolgen muss, da Form und Löslichkeit entscheidende Materialparameter bezüglich potentieller toxikologischer Wirkungen sind. Wir plädieren dafür, die weitere Entwicklung der Sicherheitsforschung im Bereich der Nanotechnologie zu verfolgen, um jederzeit eine Bewertung nach neuestem wissenschaftlichem Kenntnisstand vornehmen zu können.

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Links und Downloads

DVT-Stellungahme "Nanotechnologie im Futtermittelbereich" (Stand April 2016)

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