MühlenMasters: Futtermüller überzeugten

26.04.2018 12:36
Kategorie: DVT/Service

Die besten Nachwuchsmüller kommen aus der Futtermittelwirtschaft. Das ergab die Ehrung der MühlenMasters 2017 im Rahmen der ersten großen Jahresversammlung des Verbands der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft VGMS e. V. vergangene Woche in Neuss. Da erstmalig Futtermüller unter ihnen vertreten waren, übernahm DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken gemeinsam mit Karl-Rainer Rubin, Rubinmühle und Mitglied des Präsidiums des VGMS, die Preisverleihung. Bester Nachwuchsmüller 2017 ist Ole Christian Weidemann von der HL Hamburger Leistungsfutter, Hamburg, Platz zwei belegt Till Hentschel von Roland Mills Nord aus Bremen. Den dritten Platz holte Alexander Donhauser von Agravis in Münster.

Die drei Müller-Absolventen hatten sich im Oktober 2017 bei einem Wettkampf in der Flechtorfer Mühle im niedersächsischen Lehre aus den neun besten Nachwuchsmüllerinnen und -müllern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgesetzt. Im Rahmen der Jahresversammlung des VGMS ehrten die Berufskollegen nun die jungen Müller für ihre Leistung. Karl-Rainer Rubin verwies in seiner Laudatio nochmals auf die Bedeutung der Ausbildung für alle Unternehmen und lud seine Kolleginnen und Kollegen ein, egal ob aus der Getreide, Schäl- oder Futtermittelmüllerei, sich hierfür weiter und vorrangig zu engagieren. Alle drei Jungmüller wollen sich in der Müllerei weiterentwickeln und haben die Ausbildung zum Techniker oder Meister schon begonnen bzw. werden sie beginnen. Das Preisgeld für die drei Besten des MühlenMasters 2017 stellten der Deutsche Verband Tiernahrung und der Verband Deutscher Mühlen. Das Preisgeld soll die jungen Müller bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung unterstützen.

Seit 2017 hat der Müllerberuf eine neue Ausbildungsordnung und einen neuen Namen bekommen. Aus den Müllern (Verfahrenstechnologen der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft) sind nun Verfahrenstechnologen Mühlen- und Getreidewirtschaft, Fachrichtung Müllerei geworden. Sie werden in Zukunft in den ersten beiden Jahren zusammen mit den Verfahrenstechnologen Mühlen- und Getreidewirtschaft, Fachrichtung Agrarlager ausgebildet, einen Beruf, den es so vorher noch nicht gegeben hat. Damit rückt die Getreidewertschöpfungskette auch innerhalb der Ausbildung näher zusammen.

Zum MühlenMasters
Bereits die Einladung zum MühlenMasters ist eine Auszeichnung, die in der Mühlenbranche sehr viel Beachtung findet. Pro Jahr schließen an den beiden deutschen Berufsschulen im niedersächsischen Wittingen und in Stuttgart rund 80 Auszubildende ihre Ausbildung ab. Das MühlenMasters wird jedes Jahr an einem anderen Ort in Deutschland ausgetragen. In diesem Jahr findet der Wettkampf wieder im Süden Deutschlands statt.

Das MühlenMasters ist Teil der praktischen Leistungsschau des Deutschen Handwerks. Die Müller beteiligen sich an diesem Wettkampf seit nunmehr 64 Jahren. Eingeladen werden die beste Gesellin oder der beste Geselle aus jedem Bundesland, sowohl aus dem Bereich Handwerk als auch dem Bereich Industrie. Als Voraussetzungen müssen sie die praktische Abschlussprüfung mindestens mit der Note „gut“ sowie die gesamte Gesellenprüfung mit der Gesamtnote „gut“ abgeschlossen haben. Seit einigen Jahren lädt der Verband Deutscher Mühlen als Ausrichter auch Müllerinnen und Müller aus der Schweiz und Österreich zum Wettkampf ein. Fünf Stationen und insgesamt zweieinhalb Stunden Zeit: So sah der straffe Zeitplan für die Prüfung aus. Die jungen Müller mussten Aufgaben im Mühlen-Labor im Bereich der Qualitätssicherung, eine Station an der Hammermühle zur Mischfutterherstellung sowie am Walzenstuhl, wo die Körner zerkleinert werden, und an einer Station für die Haferflockenherstellung bewältigen. Das Feld lag in diesem Jahr sehr dicht zusammen, in allen Prüfungsbereichen wurden sehr gute Ergebnisse erzielt.

v. l. n. r.: Dr. Hermann-Josef Baaken, Alexander Donhauser, Ole Christian Weidemann, Till Hentschel, Karl-Rainer Rubin (Foto: VGMS)


 
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