Leitlinien für nachhaltiges Soja und deren Beschaffung

21.06.2016 09:16
Kategorie: Rohstoffe/Qualität

Die Futtermittelwirtschaft legt großen Wert auf die hohe Qualität der Rohstoffe. Sie erkennt die Überlegungen der Warenkette zur nachhaltigen Produktion von Rohstoffen wie Soja an. Die Umsetzung der FEFAC-Leitlinien für die Beschaffung von nachhaltigem Soja würde flächendeckend zu einer schnelleren Transformation des Marktes führen. Verschiedene Unternehmen in Europa nutzen bereits die Leitlinien und können damit die Produktionsbedingungen in anderen Ländern, speziell in Brasilien beeinflussen.

Mit Hilfe der „Leitlinien für die Sojabeschaffung“, die im September 2015 verabschiedet wurden, legt der europäische Verband der Mischfutterhersteller (FEFAC) Rahmenbedingungen für den Einsatz von nachhaltig produziertem Soja fest. In diesen Leitlinien werden Mindeststandards in Bezug auf die soziale und ökologische Verantwortung bei der Sojaproduktion aufgeführt. Der Deutsche Verband Tiernahrung e.V., die Interessenvertretung der Futtermittelwirtschaft, hat die Leitlinien ausdrücklich begrüßt und unterstützt deren Anwendung. Auch das Consumer Goods Forum begrüßt die Leitlinien. Dänemark und Niederlande haben sich ebenfalls zur Anwendung verpflichtet. Der Kauf von Soja nach den Leitlinien bietet der Warenkette im Gegensatz zu einzelnen Zertifizierungen eine Möglichkeit, die Transformation des Marktes hin zum ausschließenden Bezug von nachhaltigem Soja zu erleichtern und zu beschleunigen.

FEFAC hat diese Mindeststandards gemeinsam mit dem Internationalen Trade Center (ITC) festgelegt und auf deren Basis eine Vergleichswert-Analyse für nachhaltig erzeugtes Soja erarbeitet. ITC ist eine gemeinsame und unabhängige Agentur der Welthandelsorganisation (WTO) und der Vereinten Nationen (UN). Die verschiedenen Standards werden durch unabhängige Experten des ITC geprüft und ggf. anerkannt.

Das Tool kann online abgerufen werden (www.standardsmap.org/fefac) und beruht auf der Arbeit, die das ITC für das Programm „Handel für nachhaltige Entwicklung" (‘Trade for Sustainable Development Program’) entwickelt hat. Die Standard-Anbieter (z.B. Anbauverbände, Händler oder Verarbeiter) können die Angaben zu ihren Produktionsmethoden mit anderen Standardgebern vergleichen und entsprechend ändern. Somit erhalten Landwirte und Futtermittelwirtschaft eine breite Auswahl an geprüften Standards für nachhaltig erzeugtes Soja. Bislang konnten 11 Standards nach den FEFAC-Leitlinien anerkannt werden. FEFAC veröffentlicht regelmäßig die neu hinzugekommenden Standards.

Weitere Unterlagen siehen Anlagen


 
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