Klima retten mit gutem Futter

22.01.2020 14:57
Kategorie: DVT/Service

Die Futtermittelwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Als Klimapraktiker ist dieser Wirtschaftszweig untrennbar durch die Herstellung von Futterrationen aktiv in der Kreislaufwirtschaft und schließt wertvolle Rohstoffe und Nebenprodukte mit ein. Auf dem Erlebnisbauernhof der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentierten dazu Experten auf Einladung des Deutschen Verbands Tiernahrung e. V. (DVT) die Erfolge und richteten zuversichtlich den Blick in die Zukunft.

„Die Futtermittelwirtschaft stellt sich den Herausforderungen des Klimawandels und hat Lösungen. Sie ist dabei auf den Zugang zu den global zur Verfügung stehenden Ressourcen und die Nutzung aller technischen Möglichkeiten angewiesen“, betonte Alexander Döring, Generalsekretär des europäischen Mischfutterverbandes (FEFAC). Am Beispiel von Sojaschrot, einem wichtigen Rohstoff in den modernen, optimierten und umweltgerechten Mischfutterrationen, demonstrierte Döring die Erfolge bei der Beschaffung von nachhaltig produziertem Soja für den Einsatz im Mischfutter und erinnerte dabei besonders an die kritische Diskussion zur Waldrodung in Brasilien. Soja sei für die Eiweißversorgung unverzichtbar und eine hochwertige Pflanze. Döring hat maßgeblich an der Entwicklung von Leitlinien mitgearbeitet und ist weiterhin in den stetig erforderlichen Gesprächen mit den produzierenden Ländern unterwegs, um nun auch weltweit die entwaldungsfreien Lieferketten durchzusetzen. Der Respekt vor den bestehenden Wäldern gehört maßgeblich dazu. Rund 60 Prozent des in Deutschland eingesetzten Sojaschrots sind nach Erhebungen des DVT bereits nachhaltig zertifiziert.

Ein anderes Beispiel ist die Optimierung der Futterrationen mit dem Ziel einer Nährstoffreduzierung sowie weitere Beiträge für den Klimaschutz. Dabei gewinnt der allbekannte Roggen wieder an Bedeutung und stärkt die Diver. In einem umfangreichen, bis 2021 dauernden Fütterungsprojekt aus dem Innovationsförderprogramm des Bundes, an dem verschiedene Forschungsstellen und die Wirtschaft beteiligt sind, unterstrich Dr. Andreas von Felde, Leiter des Produktmanagements Futter bei dem Saatzuchtunternehmen KWS Lochow, die positiven Auswirkungen von Roggen in der Schweinefütterung auf die Tiergesundheit. Damit könne auch ein Beitrag für erweiterte Fruchtfolgen im Sinne der Ackerbaustrategie geleistet werden.

Die Bedeutung der Landwirtschaft für den Klimawandel wird sehr unterschiedlich eingeschätzt. Eigentlich erbringt die Landwirtschaft jedoch viele Leistungen zur Klimaverbesserung. Das sehr kontrovers diskutierte Thema kann durch einen systematischen Dialog mit einer gemeinsamen Faktenklärung stark rationalisiert und befriedet werden. Dr. Henning Banthien, Geschäftsführer der IFOK Strategieberatung, erläuterte, dass ein umfassender Dialog erforderlich sei, um die unterschiedlichen Sichtweisen zur Landwirtschaft und Tierernährung in einen Konsens zu bringen. Er sei zuversichtlich, dass dies gelingen würde, wenn die jeweiligen Seiten offen aufeinander zugehen.


 
Anmelden
Anmelden