Keine Gefahr von dem in Deutschland verarbeitetem Vitamin B2 ausgehend

30.11.2018 15:48
Kategorie: Rohstoffe/Qualität

Die in Deutschland in Mischfutter eingesetzten Vitamin-B2-Präparate sind von der aktuellen Schnellwarnung nicht betroffen. Eine Gesundheitsgefahr kann ausgeschlossen werden.

Soweit die bisherige Rückverfolgung der von der EU-Schnellwarnung erfassten Vitamin-B2-Partien dies erlaubt, kann davon ausgegangen werden, dass in Deutschland keine nennenswerte Verarbeitung erfolgt ist. Die in Rede stehende Partie von Vitamin B2 ist im Übrigen lediglich mit einem sehr geringen, unspezifischen Fund einer fremden DNA auffällig geworden. Diese DNA-Fragmente können nach uns vorliegenden Informationen nicht auf die Proben bezogen werden, die im März im Rahmen der Zulassungsuntersuchungen in der EU auffällig wurden. Die Verarbeitung dieser im Frühjahr betroffenen Ware wurde umgehend gestoppt. 

Behauptungen anderer Organisationen, es handele sich hier um den gleichen Vorgang sind haltlos und entsprechen nicht der Wahrheit.

Der DVT und seine Mitglieder arbeiten eng mit den Behörden der Futtermittelüberwachung zusammen, um die Sicherheit der Futtermittel in Deutschland zu gewährleisten.

Ergänzungen zum Hintergrund (01.12.2018):
Im März 2018 wurden im Rahmen der Untersuchungen von Vitamin B2 zur Wiederzulassung als Futtermittelzusatzstoff in der EU in Mustern, die die Antragsteller an die EU-Behörden eingesandt hatten, DNA – Reste gefunden, die von dem zur Produktion des Vitamins eingesetzten Bacillus Subtilis stammten. Außerdem wurden in einem solchen Muster nach Analyse der Behörden auch lebensfähige Zellen des Stammes gefunden. Die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit  verfasste seinerzeit eine Stellungnahme. Im Fazit kommt die EU zu dem Schluss, dass von die den Antragsmustern zuzuordnende Ware eine Gefahr für Menschen und Tiere darstellt. Die Muster stammten allerdings aus den Jahren 2010 bis 2013. Die Einschätzung der EFSA wird von Wissenschaftlern nur teilweise geteilt. Ohne Zweifel dürfen aber nach EU-Vorschriften definitiv keine lebensfähigen Zellen von Produktionsstämmen in Futtermittelzusatzstoffen enthalten sein. 

Die Mischfutterhersteller in Deutschland haben nach Bekanntwerden der EFSA-Stellungnahme und der Ankündigung der EU-Kommission für eine Ablehnung des Zulassungsantrags und des beabsichtigten Rückrufs aller Partien und daraus hergestellter Futtermittel die Verarbeitung dieser Ware eingestellt.

Im September 2018 haben die belgischen Überwachungsbehörden eine Partie Vitamin B2 aus dem Markt untersucht und dabei ein schwaches Untersuchungssignal einer bislang nicht genau identifizierten DNA gefunden. Diese Partie des Futtermittelzusatzstoffes hatte definitiv nichts mit den im März untersuchten Proben zu tun. Die belgischen Behörden haben zu Ihrem Fund eine Schnellwarnung der EU ausgelöst. Die Schnellwarnung enthält keinerlei Hinweis auf den Fund lebensfähiger Zellen in dem Zusatzstoff. Zu diesem Fund gibt es weder eine EFSA-Stellungnahme noch eine Entscheidung der EU-Kommission hinsichtlich der Risikoeinstufung. Im Schnellwarnsystem steht unverändert „undecided“. Die Unterlagen der Rückverfolgung geben laut den Nachmeldungen zum Schnellwarnsystem auch an, dass eine gewisse Menge des Stoffes nach Deutschland wie in einige andere Mitgliedstaaten gelangt sein kann. Dies ist nach unserer Kenntnis noch Gegenstand weiterer Untersuchungen. 


 
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