Globale Rohstoffversorgung für Tierernährung sichert Klimaschutz

08.11.2017 15:00
Kategorie: Agrarpolitik

Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) – Wirtschaftsverband der heimischen Futtermittelbranche – weist die von Umweltschützern geäußerte Kritik an Futtermittelimporten und den allgemeinen Vorwürfen zur Futtermittelwirtschaft zurück. Die pauschale Ablehnung der tierischen Veredlung und der damit verbundenen Fütterung entbehre jeder Grundlage, so der DVT. „Die Wirkungskraft der Futterwirtschaft ermöglicht uns nicht, den Klimawandel aufzuhalten. Zugleich weisen wir die Unterstellung, wir hätten kein Interesse daran, den Klimawandel ernsthaft aufzuhalten, nachdrücklich zurück, weil das Wohl der Tiere und nachhaltiges Wirtschaften ein wichtiges Anliegen unserer Arbeit ist“, kommentiert DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken die Behauptungen einzelner Umweltaktivisten, die sich am Rande der Weltklimakonferenz COP23 in Bonn zur vermeintlichen Verantwortung der deutschen Futtermittelwirtschaft für die globale Landwirtschaft geäußert haben.

Für den DVT sind folgende Aspekte wichtig:

  1. Für die deutschen Hersteller von Tiernahrung ist das Wohl der Tiere oberstes Anliegen. Hier liegt ihre Verantwortung und Aufgabe. Ob für Rinder, Schweine oder Hühner: Die Futterrationen werden so zusammengestellt, dass die Tiere auf den Bauernhöfen optimal versorgt werden – und das bei minimalen Ressourceneinsatz. Die passgenaue Nährstoffversorgung ist vorbildlich und wäre auch für die menschliche Ernährung wünschenswert.
  2. Die Rohstoffe – ob für Futter- oder Lebensmittel – sollten dort angebaut werden, wo es nach klimatischen Gesichtspunkten am sinnvollsten ist. Der weltweit zunehmende Bedarf an Fleisch ist auch für die Futtermittelwirtschaft in Deutschland eine große Herausforderung, der man sich stellt und mit allen Beteiligten an Lösungen arbeitet, um den Ökokreislauf zu optimieren und Nährstoffverluste weiter zu verringern. Die Futterwirtschaft arbeitet dabei an dem Ziel, die Reduzierung der CO2-Mengen von Futter zu erreichen. Im Hinblick auf Ökoeffizienz und Nachhaltigkeit ist der Anbau von Agrarprodukten dafür in klimatisch begünstigten Zonen zu fördern. Wer behauptet, die Nutzung von globalen Rohstoffen würde das Klima negativ beeinflussen, kennt die wissenschaftlichen Fakten und Zusammenhänge nicht.
  3. Wir unterstützen weltweit Anbaumethoden, die für Mensch, Tier und Umwelt unbedenklich und ökonomisch sinnvoll sind. Der überwiegende Teil der Unternehmen hat sich verpflichtet, das Soja-Moratorium aus dem Jahre 2006 einzuhalten und keine Rohstoffe von Flächen zu kaufen, die nach dem Jahre 2008 gerodet wurden. Dabei bleibt festzuhalten, dass in Brasilien die Waldrodung nicht zuletzt deshalb seit 2006 stark zurückgeht.
  4. Der Importanteil von Futtermitteln ist mit Blick auf die gesamte Menge nicht bedeutend: Lediglich 13 Prozent der Rohstoffe des gesamten Futteraufkommens in Höhe von rund 80 Millionen Tonnen (in Getreideeinheiten) für heimische Nutztiere werden importiert. Der Großteil des Tierfutters besteht aus Grünlandaufwuchs, heimischen Rohstoffen und Nebenprodukten aus der Lebensmittelherstellung – also im Schwerpunkt aus Produkten von Flächen, die nicht anders genutzt werden könnten, oder welche der Mensch nicht verdauen kann oder essen will.

Hochwertige Tiernahrung ist Grundlage gesunder Nahrungsmittel. Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit haben deshalb für die deutschen Futterhersteller und für die gesamte Wertschöpfungskette höchste Priorität.


 
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