Gesicht der Branche im August: zwischen Ausbildung und Studium

17.08.2016 09:10
Kategorie: DVT/Service

„Was hat sie gelernt? Müller? Gibt’s das überhaupt heute noch?“ – Auf jeden Fall! Denn ohne Müller gäb‘s keine Flocken zum Frühstück, kein Müsli, kein Öl, keine Gewürze. Okay, aktuell heißt der Beruf etwas sperrig: Verfahrenstechnologe/in in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft. Unser heutiges Gesicht der Branche, Klara Eckel, hat einiges darüber zu erzählen:

Klara Eckel, 23 Jahre alt, kommt aus der Eifel, ist gelernte Müllerin und macht gerade ein Praktikum auf einem Bauernhof. Im Herbst startet sie mit ihrem Studium der Agrarwissenschaften in Stuttgart-Hohenheim. Klara liebt die unterschiedlichsten Aufgaben und ist vor allem eins: wissbegierig.

„Dass ich in der Agrarbranche, genauer gesagt in der Tierernährung, arbeiten will, war mir schon früh klar. Ich habe zuhause, in einem Werk für Tierfutterzusatzstoffe, oft in den Ferien gejobbt. Nach dem Abi wollte ich erstmal etwas Handfestes und alles von der Pike auf lernen. Meine Ausbildung zur Müllerin war so vielfältig und spannend. Ein Müller ist schon ein Allrounder im Werk: Mal arbeitet man an der Presse, mal an der Mühle, dann gibt es wieder etwas zu reparieren und es ist wichtig, schnell Lösungen zu finden, wenn es mal irgendwo hakt. Allein die Frage „Wie stelle ich die Walze ein, um die Flocken am Ende in der gewünschten Größe oder das Mehl genau im anvisierten Mahlgrad zu bekommen?“ ist schon eine spannende Aufgabe. Nach so einer Ausbildung sieht man sich zum Beispiel Frühstücksflocken ganz anders an. ;-) Das hat alles nichts mehr mit dem alten, verstaubten Bild eines Müllers zu tun!

Genauso viel Know-how, Arbeit und Kontrolle steckt auch im Tierfutter. Hier sind die Anforderungen an Pellets, Krümelfutter oder ans mehlförmige Futter ebenfalls enorm hoch. Und ich liebe es zu überlegen, wie man einen Prozess, ein Produkt besser machen kann. Praktische Erfahrungen sind mir sehr wichtig, deshalb war ich schon in einigen Futtermittelwerken, um ein Gefühl für die ganze Thematik zu entwickeln. Und weil ich nicht nur Rezepturanweisungen in einem Werk annehmen und Futter herstellen will, sondern auch genau wissen will, wieso etwas in welcher Menge hinzugemischt wird und was ein Tier genau benötigt, geh ich ab Oktober an die Uni.

Aber da ich ja nicht ruhig sitzen kann, nutze ich die freie Zeit im Sommer für ein landwirtschaftliches Praktikum im Münsterland. Ich bin hier bei einem Schweinemastbetrieb mit Ackerbau – also wo das Getreide selbst angebaut und das Schweinefutter mit zugekauften Bestandteilen und Mineralfutter selbst gemischt wird. Ich arbeite hier überall mit: beim Betreuen der Schweine, beim Streichen und Reparieren, bei der Qualitätskontrolle während der Ernte oder auch beim Verladen der Schweine. Auch hier ist es die Vielseitigkeit, die mir gefällt – und ich bin den ganzen Tag an der frischen Luft. Das ist super.“

Alle bisherigen Gesichter der Branche: www.dvtiernahrung.de/dvt/gesichter-der-branche.html


 
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