Futtermittelimporte aus Südamerika: Zertifizierung statt Importverbote

28.03.2018 09:00
Kategorie: Rohstoffe/Qualität
Von: Dr. H.-J. Baaken

Zu der aktuellen Berichterstattung von Spiegel-Online und der Reaktion des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter nimmt der DVT wie folgt Stellung: Die Futtermittelwirtschaft erkennt die Überlegungen der Umweltorganisationen Robin Wood und Mighty Earth zur nachhaltigen Produktion von Rohstoffen wie Soja an. Hochwertige Tiernahrung ist Grundlage gesunder Nahrungsmittel. Die Futterrationen werden so zusammengestellt, dass die Tiere optimal versorgt werden. Sicherheit, Qualität und Nachhaltigkeit haben für die Hersteller von Futtermitteln höchste Priorität. Es besteht kein Zweifel daran, dass in der Tiernahrung das Sojaschrot als hervorragender Proteinlieferant eine entscheidende Rolle spielt.

Der DVT setzt sich aktiv und mit Erfolg für Anbaumethoden weltweit ein, die für Mensch, Tier und Umwelt unbedenklich und ökonomisch sinnvoll sind. In Brasilien geht die Waldrodung nicht zuletzt deshalb seit 2006 stark zurück. Dies ist zugleich ein Erfolg des Soja-Moratoriums, das der Verband unterstützt. Der Erfolg zeigt zugleich, dass dem Schutz des Regenwaldes nicht mit Importbeschränkungen gedient ist, sondern mit fundierten Zertifizierungssystemen, die klare Richtlinien für den nachhaltigen Anbau vorgeben und damit das Thema an die Wurzel adressieren.

Mit Hilfe der „Leitlinien für die Sojabeschaffung“ hat der europäische Verband der Mischfutterhersteller (FEFAC) für die weltweite Nutzung Rahmenbedingungen für den Einsatz von nachhaltig produziertem Soja festgelegt. In diesen Leitlinien sind Mindeststandards bezüglich der sozialen und ökologischen Verantwortung bei der Sojaproduktion definiert. Als einem von mehreren bedeutenden Aspekt wird die Entwaldung berücksichtigt. Hierbei ist die Festlegung getroffen worden, dass kein Sojaanbau auf Flächen, die in Brasilien nach dem Jahre 2008 illegal gerodet wurden, stattfinden darf. Die Mindeststandards wurden im Jahre 2015 nach einem offenen Dialog, an dem auch Nichtregierungsorganisationen beteiligt waren, verabschiedet. Die verschiedenen Standards werden durch unabhängige Experten geprüft und nur bei Eignung anerkannt. Die verschiedenen auf dem Markt angebotenen Standards und Zertifizierungssysteme werden an diesen Leitlinien gemessen und von den Unternehmen genutzt.  

Die Schlussfolgerung, dass Importverbote erforderlich sind, können wir deshalb nicht nachvollziehen. Die Lösung besteht in einer Einflussnahme durch eine sukzessive Steigerung der Zertifizierungen und Selbstverpflichtungen im Herstellerland.


 
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