Es ist nie zu spät, Vorurteile abzulegen*: neue Antworten zu Heimtierfutter

12.06.2014 11:00
Kategorie: DVT/Service, Tierernährung
Von: Ra/bn

Meinungen und Vorurteile rund um Heimtierfutter und damit um die Ernährung des geliebten Haustieres hören nie auf. Die Fragen- und Antwortsammlung des DVT wurde aktuell ergänzt und räumt weiter mit den gängigsten Vorurteilen auf.

Alle Vorurteile bzw. Fragen und ihre Antworten stehen in der Rubrik: DVT/Tierernährung/Heimtierernährung/F & A Heimtierfutter.

Vorurteil: „Gekochtes oder gebarftes** Essen ist besser für den Hund.“

Wichtig bei der Ernährung von Hund und Katze ist nicht in erster Linie die Zubereitung des Futters, sondern der Inhalt. Wesentliche Anforderung der Ernährung von Heimtieren ist deren Abdeckung des Energie- und Nährstoffbedarfs. Dazu gehört die optimale Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Fertigfutter, das als Alleinfuttermittel ausgeschrieben ist, erfüllt all diese Anforderungen. Diese Alleinfuttermittel werden speziell für den jeweiligen Altersabschnitt oder Konditionszustand wie zum Beispiel für Allergiker oder adipöse Tiere abgestimmt und unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung. Gekochtes oder gebarftes** Futter kann diese Anforderungen an ausgewogenen Mengen der jeweiligen Bedarfselemente nicht erfüllen. Dadurch kann es zu Mangelerscheinungen und Krankheit bei den Tieren kommen. Um dies zu verhindern, müsste eine von Experten berechnete Ration Grundlage dieser Ernährungsweise sein, damit das Tier dauerhaft gesund bleibt. Die Hersteller von Futtermitteln sind solche Experten, die mit großem Sachverstand, Erfahrung und wissenschaftlichen Erkenntnissen eine optimale Zusammensetzung gewährleisten.

Vorurteil: „Was gut für mich ist, ist auch gut für mein Tier.“

Viele Dinge, die der Mensch essen kann, sind ungeeignet, wenn nicht gar unverträglich für den eigenen Vierbeiner. Essensreste und andere Lebensmittel wie Schokolade, Weintrauben, Zwiebeln, Rosinen, rohe Bohnen, Avocados, Knoblauch oder rohe Kartoffeln können für den Hund in größerer Menge schädlich sein. Gerade bei Küchenabfällen sollte man vorsichtig sein, was man seinen treuen Begleitern abgibt, da besonders gekochte oder brüchige Knochen, wie die vom Geflügel, gefährlich für die Tiere werden können und es zu äußeren und inneren Verletzungen kommen kann. Auf lange Sicht können Fütterungsfehler auch das Gewicht des Hundes negativ beeinflussen. Ist das Tier zu fett (adipös), kommt es häufig zu Trägheit, Diabetes und Verhaltensstörungen. Das Body Condition Scoring, kurz BCS, ermittelt (von 1 für extrem dünn bis 6 für adipös) die körperliche Verfassung ihres Hundes. Je nach Wert kann dann auf spezielle Diät- oder Aufbaufuttermittel zurückgegriffen werden.

Vorurteil: „Fertigfutter für Heimtiere macht süchtig.“

Suchtstoffe sind in Heimtierfutter nicht enthalten. Wie beim Essen für den Menschen auch werden die Futterrezepturen so ausgewogen abgestimmt, dass sie den Tieren möglichst gut schmecken. Dafür werden zum Beispiel Aromastoffe natürlicher Herkunft verwendet. Welche Aromastoffe oder Futtermittelzusatzstoffe zugesetzt werden dürfen, ist gesetzlich geregelt. Die Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 zuletzt geändert durch die Verordnung (EG) 767/2009 regelt ganz klar, dass ein Futtermittelzusatzstoff, der nicht ausdrücklich zugelassen wurde, verboten ist. Damit ist das Futtermittelrecht genauer als das Lebensmittelrecht.


* Henry David Thoreau (1817 - 1862), US-amerikanischer Philosoph, Naturalist, Schriftsteller und Mystiker

** Barfen/BARF: Abkürzung für „bones and raw food" (Knochen und rohes Futter) oder auch auf Deutsch eher „biologisch artgerechte Rohfütterung“, orientiert sich dabei an den Fressgewohnheiten der Wölfe und anderer wildlebender Hunde. In diesem Sinne wird ausschließlich rohes Fleisch, Knochen und Gemüse verfüttert, wobei der Tierhalter für die ausgewogene Zusammensetzung selbst sorgen muss.


 
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