Einsatz von Palmöl im Futter

15.02.2018 14:05

Der Futtermittelwirtschaft wird aktuell erneut vorgeworfen, dass die Branche ihrer Verantwortung beim Einsatz von Palmöl nicht ausreichend nachkäme. Das Gegenteil ist der Fall: Die Futtermittelwirtschaft hat das Thema seit Jahren aufgenommen. Die Tiernahrungshersteller bemühen sich zunehmend um nachhaltig zertifiziertes Palmöl, auch wenn dies nicht in den veröffentlichten Umfrageergebnissen deutlich wird, aktiv von Unternehmen kommuniziert oder zu werblichen Zwecken genutzt wird.

Palmöl hat in Futtermitteln mit ca. 0,4 Prozent des gesamten Verbrauchs nur eine geringe Bedeutung, ist aber als pflanzliches Fett ein wichtiger Mischfutterbestandteil. Dennoch begrüßt der DVT den zunehmenden Einsatz von nachhaltig erzeugtem Palmöl. Der Anteil nachhaltig zertifizierten Palmöls wächst stetig.

Die verschiedenen veröffentlichten Umfragen und jüngst die Scorecard des WWF geben keinen repräsentativen Einblick in die Futtermittelbranche und sind nicht aussagekräftig. DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken dazu: „Wir haben den Eindruck, dass von bestimmten Interessengruppen kein ernsthaftes Bestreben besteht, die Leistungen der Futtermittelwirtschaft zu wertschätzen. Eine pauschale Verurteilung einer gesamten Branche ist hier nicht angebracht. Dem gegenüber würden wir einen offenen Dialog, der dem Anschein nach nicht gewünscht ist, begrüßen.“ Darüber hinaus ist der DVT im engen Kontakt mit dem Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) und befasst sich mit dem Ziel einer weiteren Erhöhung des Anteils nachhaltig zertifizierten Palmöls. Eine Zertifizierung in der gesamten Futtermittelkette erfordert allerdings eine Umstellungszeit.

Der DVT und die Futtermittelwirtschaft nehmen das Thema sehr ernst. Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Treiber der Tierernährung. Deshalb bemühen sich Mischfutterunternehmen, unter Beachtung der Kunden- und Verbraucherinteressen zu prüfen, ob Palmöl im Herstellungsprozess eingesetzt werden kann. Die Beschaffung von zertifiziertem Palmöl soll die Einhaltung von sozialen und ökologischen Anforderungen über die gesamte Lieferkette einer Organisation sicherstellen. Dabei ist wichtig zu wissen, dass am Beginn des Zertifizierungsprozesses die Erst-Inverkehrbringer von Palmölprodukten bzw. Einzelfuttermittellieferanten stehen. Die Palmölproduktelieferanten ebnen mit ihrem Engagement den Weg in die gesamte Lieferkette. Zwangsläufige Preisunterschiede für den Mehraufwand durch entsprechende Zertifizierungen sind von allen Beteiligten in der Futter- und Lebensmittelkette zu berücksichtigen.

Dennoch lösen Zertifizierungen das Problem des geforderten nachhaltigen Anbaus nicht per se, sondern erhöhen allenfalls die Sensibilität und leisten einen Beitrag zur Transparenz. Wenn eine Zertifizierung angestrebt wird, dann ist der RSPO-Standard denkbar und würde vorrangig in Frage kommen. Andere vergleichbare Standards sind in Erwägung zu ziehen, um sich nicht auf ein System zu verlassen. Ein Verzicht auf Palmöl würde keinen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Link: Die DVT-Position zum Thema Palmöl


 
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