Ökofutter

Deutschland ist das Land mit der größten Nachfrage nach Bioprodukten in der Europäischen Union und steht weltweit nach den USA an zweiter Stelle. Mit 11,97 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2019 ist Deutschland der größte Markt für Biolebensmittel in Europa. Eine ökologische Fütterung von Nutztieren ist dabei die Voraussetzung für die Herstellung tierischer Biolebensmittel wie Milch, Fleisch und Eier. 

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der ökologischen Anbaufläche mittelfristig auf 20 % der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland auszuweiten (vergl. Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie, 2016). Dieser Anteil lag 2018 aber erst bei 9,1 Prozent (2015: 6,5 Prozent, 2010: 5,9 Prozent, 2005: 4,7 Prozent, 2000: 3,2 Prozent). Die Zahl der Betriebe mit rein ökologischer Erzeugung in den letzten Jahren auf 12 Prozent angestiegen (2015: 8,7 Prozent, 2010: 7,3 Prozent, 2005: 4,3 Prozent, 2000: 2,9 Prozent).* 

Was ist im Ökofutter enthalten?

Ökologischer Landbau setzt die Einhaltung der EU-weiten Vorschriften zu Erzeugung, Verarbeitung, Handel und Einfuhren von Ökoprodukten voraus. Darin sind Mindeststandards definiert, auch was die Tierhaltung und speziell die Fütterung angeht. Grundsätzlich müssen die Tiere in der ökologischen Erzeugung mit ökologisch erzeugten Futtermitteln gefüttert werden. Der Einsatz konventioneller Bestandteile im Futter wurde mehr und mehr eingeschränkt. So müssen alle Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs grundsätzlich aus ökologischem Landbau stammen, nur für bis zu fünf Prozent des gesamten Erzeugnisses sind streng geregelte Ausnahmen möglich. Zutaten in ökologischer Qualität sind nicht immer ausreichend verfügbar. Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erlauben daher die Verwendung einiger Zutaten aus konventioneller Landwirtschaft, wenn diese für die Herstellung eines Erzeugnisses notwendig sind und in ökologischer Qualität nachweislich in der EU weder erzeugt noch importiert werden können.

Klare Regeln für die Ökofutterherstellung

Von insgesamt über 24 Millionen Tonnen Mischfutter, die in Deutschland jährlich hergestellt werden, bilden Ökofutter davon einen Anteil von schätzungsweise 4-5 Prozent. Die Herstellung, Lagerung, Kennzeichnung und Zertifizierung von Mischfuttermitteln für den ökologischen Landbau ist EU-weit einheitlich geregelt. So müssen Futtermittelhersteller ökologische Futtermittel räumlich oder zeitlich getrennt von nichtökologischen Futtermitteln herstellen, um eine Vermischung mit nicht zulässigen Futtermitteln zu vermeiden. Es werden außerdem nur die Futtermittelausgangerzeugnisse verwendet, die für den Einsatz in der ökologischen Produktion zugelassen sind. Auch werden nur bestimmte, für die ökologische Tierernährung zugelassene Zusatzstoffe eingesetzt. Nur bestimmte Einzelfutter mineralischen Ursprungs dürfen verwendet werden. Werden Fischprodukte eingesetzt, müssen diese aus nachhaltiger Fischerei stammen. Im ökologischen Landbau verwendete Futtermittel dürfen keine genetisch veränderten Organismen (GVO) enthalten. Nur wenn Futtermittelzusatzstoffe wie beispielsweise Vitamine anders als durch GVO hergestellt nicht am Markt erhältlich und unverzichtbar sind, kann eine Ausnahmeregelung erlassen werden, die den Einsatz möglich macht.

Im Jahr 2018 wurde die europäische Öko-Verordnung grundlegend überarbeitet. Mit dem Wirksamwerden der neuen Vorgaben zum 01.01.2021 gelten auch strengere Vorgaben für Futtermittel für den ökologischen Landbau. So wird die Ausnahmeregel zur Verfütterung von fünf Prozent konventionellem Eiweiß auf Ferkel (bis 35 kg) und Junggeflügel beschränkt.

*Quellen: www.destatis.de, www.bmel.de, www.boelw.de

 
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Links und Downloads

DVT-FutterFakten:
Ökofutter
(Stand Mai 2020)

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