Nachhaltigkeit in der Futterbranche

Die Futtermittelbranche hat seit jeher die Aufgabe, mit ihren Produkten die bestmögliche Fütterung der landwirtschaftlichen Nutztiere zu gewährleisten. Dafür ist eine nachhaltige Produktion in jeder Hinsicht Voraussetzung.

Effizienz

Das wichtigste Kriterium für die Zusammensetzung eines Mischfutters ist der Bedarf des Tieres, für das das jeweilige Futter konzipiert wird. Die Wissenschaftler der Futterunternehmen arbeiten ständig an der optimalen Rezeptur, um die Effizienz des Futters zu verbessern, das heißt mit einem möglichst geringen Futtereinsatz möglichst gute Leistungen der Tiere zu erreichen. Dadurch kann der Aufwand an Futter und somit der Verbrauch von Energie und Rohstoffen verringert werden. Dies wurde in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich vorangebracht: Wurden in den 1950er Jahren 5 kg Futter benötigt, um 1 kg Schweinefleisch zu erzeugen, sind es heutzutage zwischen 2,4 und 2,7 kg Futter – erreicht durch eine bessere Futterverwertung des Schweins, das ein optimal auf seinen Bedarf ausgerichtetes Futter erhält.

Auch die Ausscheidungen unverbrauchter Nährstoffe wie Phosphor und Stickstoff werden durch die optimale Anpassung des Futters an den Bedarf verringert. Hierfür gibt es beispielsweise das so genannte RAM-Futter (Rohprotein- und Phosphor-armes Futter).

Verschiedene Zusatzstoffe verbessern ebenso die Effizienz der Futtermittel und damit die Nachhaltigkeit in der Tierernährung. Beispiel: Das Enzym Phytase sorgt für eine höhere Verdaulichkeit von Phosphor und führt dadurch zu geringeren Phosphorausscheidungen bzw. einem geringen Phosphoreinsatz im Futter.

Einsatz von Nebenprodukten

Bei der Herstellung von Mischfutter werden auch Nebenprodukte der Lebensmittelindustrie eingesetzt, die nicht direkt für die menschliche Ernährung verwendet werden können, beispielsweise aus Mehlmühlen, Ölmühlen, Zuckerfabriken, Molkereien und Brauereien. Diese Rohstoffe sind sehr wertvoll für die tierische Er­näh­rung, werden damit sinnvoll genutzt, zu Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern ver­edelt und bleiben somit in der Lebensmittelkette.
Ein wichtiger Rohstoff, vor allem für die Schweine- und Geflügelfütterung, ist Soja­ex­trak­tions­schrot: Sojabohnen werden für die Produktion von Sojaöl angebaut. Eine Sojabohne enthält jedoch nur 20 Prozent Öl, die restlichen 80 Prozent sind als Sojaschrot ein wertvolles Futtermittel.

Wiederkäuer und Methanbildung

Im Vormagen von Wiederkäuern wird durch die Zerlegung von Gras, Heu und Silage durch Mikroorganismen Methan gebildet, das von den Tieren wieder ausgestoßen wird. Dieser Vorgang gehört zur Verdauung dazu und ist auch hilfreich, da nur Wiederkäuer aus einfachem und faserreichem Futter wie Gras wertvolle Lebensmittel liefern können. Nur mit Hilfe von Wiederkäuern können daher große Grünlandflächen genutzt werden, die z. B. durch ihre Lage oder klimatische Bedingungen nicht für den Anbau von Getreide und anderen direkt für den Menschen einsetzbare Lebensmittel tauglich sind. Da Methan jedoch zu den Treibhausgasen zählt, wird erforscht, die Methanausscheidungen durch die Fütterung gezielt zu beeinflussen und zu senken, z. B. durch Verfütterung geschroteter Leinsamen oder natürlicher Zusatzstoffe wie Tanninpulver. Die Tierernährung unternimmt hierzu weitere Forschungen, um ihren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Energieeinsparung

Ein großer Teil der Energie, die bei der Futterherstellung verbraucht wird, geht auf den Einsatz technischer Anlangen zurück, die das Futter mahlen, mit Hitze behandeln und pelletieren (pressen). Moderne Technik und Verfahren sowie die Optimierung der alltäglichen Abläufe haben bereits große Energieeinsparungen erreicht. Die Futtermittelfirmen werden auch in Zukunft durch die Weiterentwicklung von Technik und Energieversorgung ihre Möglichkeiten konsequent ausschöpfen. 

 
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Links und Downloads

DVT-FutterFakten:
Nachhaltigkeit in der Futterbranche
(Stand Jan. 2014)

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