Die Futtermittelbranche

Futter ist die Grundlage jeder Tierhaltung – das gilt für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung und die nachgelagerte Ernährungsindustrie sowie für die Haltung von Heim- und Hobbytieren. Die Branche ist bedeutender Teil des Agribusiness und der Ernährungsindustrie.

Futtermittel für Nutztiere verfügen in der deutschen Landwirtschaft über einen hohen Stellenwert: Die deutschen Tierhalter geben jährlich etwa 8 Milliarden Euro für Zukauffuttermittel aus – das entspricht 22 Prozent aller Aufwendungen. Sie sind somit der wichtigste Vorleistungsposten in der Landwirtschaft vor Dünge-, Pflanzenschutzmittel, Saatgut, Energie, Maschinen, Gebäude.

Zur Futtermittelbranche im weiteren Sinne gehören neben den Herstellern von Einzel-, Misch- und Ergänzungsfuttern, Vormischungen, Futterzusatzstoffen die Landwirtschaft selbst, die verschiedenen Zweige der Ernährungsindustrie mit den dort anfallenden Nebenprodukten, der Futtermittelhandel, das Transportgewerbe, die Lagerhalter, der Importhandel und die Dienstleister wie Untersuchungseinrichtungen und Laboratorien, Ausrüster und Anlagenbauer.

In der Futtermittelbranche arbeiten ungefähr 10.000 Menschen. Dazu gehören Agrarwissenschaftler, Tierernährer, Kaufleute (Ein- und Verkauf), Logistiker, Verfahrenstechnologinnen/en in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft, Mechatroniker etc.

Kontrollen

Über 95 Prozent der Betriebe in der Futtermittelbranche sind QS-zertifiziert oder werden über ein anderes Qualitätssicherungssystem geprüft, welches von QS anerkannt wird (www.q-s.de). Diese wirtschaftseigenen Kontrollen werden zusätzlich zu den behördlichen Untersuchungen durchgeführt und dokumentiert.

Wissenschaft und Forschung

Die vom Deutschen Verband Tiernahrung e. V. und damit von der Branche geleistete Unterstützung wissenschaftlicher Forschungsprojekte, wie beispielsweise GrainUp (www.grain-up.de) sowie die Förderung von Nachwuchswissenschaftlern im Bereich der Tierernährung über die Henneberg-Lehmann-Stiftung gehören mit zur Sicherung und Entwicklung aktuellen Wissens in diesem Bereich (www.dvtiernahrung.de/henneberg-lehmann.html).

Struktur der Futterindustrie

Die Futterbranche ist mittelständisch geprägt und wird von einer Vielzahl an Unternehmen präsentiert. Zum Ende des Wirt­schafts­jahres 2014/­2015 gab es 313 Misch­futter­her­steller (Betriebe mit Jahresproduk­tion von über 500 Tonnen) in Deutschland. Die meisten davon sind in den nörd­li­chen Bundes­län­dern (knapp 60 Prozent) an­sässig (Schles­wig-Holstein, Ham­burg, Nieder­sachsen, Bremen und Nord­rhein-West­falen). In Hessen, Rhein­land-Pfalz, Saarland, Baden-­Württem­berg und Bay­ern befinden sich insgesamt ca. 21 Prozent, in den öst­li­chen (Meck­len­burg-Vor­pom­mern, Berlin/Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thü­rin­gen und Sachsen) sind rund 19 Prozent zu finden.

Die durchschnittliche Her­stel­lungs­menge lag 2016 bei 75.582 Tonnen je Betriebsstätte (laut BMEL-Statistik). Allerdings herrschen hier große Unterschiede. Die zehn größten Mischfutterhersteller besitzen einen Marktanteil von 60 Prozent. Verglichen mit anderen Branchen des Agribusiness (Agrochemie, Agrartechnik, Fleischverarbeitung) ist der Konzentrationsgrad relativ niedrig, so dass in der Futterbranche ein intensiver Wettbewerb stattfindet.

 
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Links und Downloads

DVT-FutterFakten:
Die Futtermittelbranche
(Stand Jan. 2017)

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