Wird Futter Jod zugegeben und wenn ja wieso?

Jod wird in Nutztierfuttern und in Katzen- und Hundenahrung praktisch durchgängig ergänzt. Dabei dient die Jodzugabe (Supplementierung) ausschließlich der Versorgung der Tiere. Dafür gibt es so genannte Versorgungsempfehlungen für Jod bei Nutztieren (Gesellschaft für Ernährungsphysiologie).

Für die Jodzugabe sind Höchstgehalte von der EU auf Empfehlung bzw. auf Befragen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgesetzt. Die Mengen der Zusätze, die überwiegend als Calciumsalze eingesetzt werden, liegen in der Praxis bei rund 10 bis 30 Prozent der zulässigen Höchstgehalte. Nur in ganz wenigen speziellen Bereichen werden in einigen Futtermitteln auch bis zu 70 Prozent der Höchstgehalte ausgeschöpft.
Geltende Höchstgehalte für die Jodsupplementierung:

  • für Equiden 4 mg/kg (Unpaarhufer wie Pferde, Esel, Maultiere)
  • für Fische 20 mg/kg
  • für Milchkühe und Legehennen 5 mg/kg und
  • für alle anderen Tierarten und Tierkategorien 10 mg/kg (z. B. für Schweine, Mastgeflügel).

Diese Angaben beziehen sich jeweils auf 1 kg Alleinfutter bzw. Gesamtration (1 mg/kg = 1 Milligramm je Kilogramm). Die EFSA überprüft seit Längerem die Höchstgehalte für Jod bei Milchviehfutter.

Zu ergänzen ist dabei, dass es praktisch kein Einzelfuttermittel gibt, das nicht schon einen gewissen „Grundgehalt“ an Jod hat, und dass aus der Hinzugabe von Jod (Supplementierung der Futtermittel) nicht automatisch darauf geschlossen werden kann, dass in tierischen Lebensmitteln erhöhte Gehalte an Jod zu finden sind. In Fleisch beispielsweise findet praktisch kein Übergang des Jods aus dem Futter statt, auch wenn man höhere Mengen verfüttern würde.

Jod ist futtermittelrechtlich ein Futtermittelzusatzstoff. Der Einsatz von reinen Jodsalzen bzw. von hochkonzentrierten Zusatzstoffvormischungen ist nur spezialisierten Betrieben erlaubt, die – wie bei anderen Zusatzstoffen auch – spezielle Bedingungen für die Produktion und im Bereich Know-how einzuhalten haben. Ein direkter Einsatz in der Landwirtschaft durch Tierhalter erfolgt praktisch nicht, es sei denn, die Tierhalter bringen die technischen Voraussetzungen und das Know-how der spezialisierten Hersteller mit. Die Jodzugabe in der Tierernährung dient ausschließlich der Versorgung der Tiere.

Eine (erhöhte) Jodversorgung der Bevölkerung über tierische Lebensmittel durch erhöhte Jodgaben im Futtermittel wird generell abgelehnt, da damit ein „Gießkannenprinzip“ anstatt einer gezielten Versorgung in Gang käme. Dies kann nicht Aufgabe der Tierernährung sein. Wenn Teile der Bevölkerung in Bezug auf Jod höher versorgt werden müssen, dann muss dies über die gezielte Ergänzung direkt von den Lebensmitteln geschehen (also hier z. B. über Milch, Milchprodukte), aber nicht indirekt über die Fütterung.

 
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