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Futterwirtschaft in Deutschland

Futtermittel und Tierernährung - ein (ge)wichtiger Wirtschaftsbereich

Futter ist die Grundlage der Tierhaltung - das gilt für die landwirtschaftliche Nutztierhaltung und die nachgelagerte Ernährungsindustrie und die Haltung von Heim- und Hobbytieren. Die Branche ist bedeutender Teil des Agribusiness und der Ernährungsindustrie. Deutschlands landwirtschaftliche und private Tierhalter geben jährlich etwa 15 Mrd. € für Futtermittel aus. Die Summe der Umsätze, die die Unternehmen dieses Wirtschaftsbereiches im deutschen Markt für Einzelfutter, Futtermittelrohstoffe, Futterzusatzstoffe, Vormischungen, Misch- und Ergänzungsfutter erwirtschaften, dürfte diese Größenordnung deutlich überschreiten.

Zur Futterwirtschaft im weiteren Sinne gehört neben den Herstellern von Einzel-, Misch- und Ergänzungsfuttern, Vormischungen, Futterzusatzstoffen die Landwirtschaft selbst, die verschiedenen Zweige der Ernährungsindustrie mit den dort anfallenden Nebenprodukten, den Futtermittelhandel, das Transportgewerbe, die Lagerhalter, den Importhandel und die Dienstleister wie Untersuchungseinrichtungen und Laboratorien, Ausrüster und Anlagenbauer.


Futterverbrauch

Der gesamte landwirtschaftliche Nutztierbestand in Deutschland hat einen jährlichen Futterverbrauch in der Größenordnung von 70 Mio. Tonnen Getreideeinheiten (eine Getreideeinheit ist eine statistische Größe und entspricht dem Futterwert von Gerste; die einzelnen Futtermittel werden darauf umgerechnet, um einen einheitlichen Bewertungsmaßstab abzubilden).

Etwas über 40 Prozent des gesamten Futterbedarfs stammt in Deutschland aus sog. Grund- und Rauhfutter, d. h. vom Grünland oder aus dem Ackerfutterbau (Silomais oder Hackfrüchte). Dieser Anteil wird von den Tierhaltungsbetrieben selbst erzeugt und unmittelbar verfüttert. Rund 28 Prozent der benötigten Futtermittel werden als gewerblich hergestelltes Mischfutter zugekauft. Dazu zählen sowohl Alleinfutter als auch Ergänzungsfutter vom klassischen Ergänzer zur Mischung mit dem hofeigenen Getreide bis hin zum Mineralfutter. Der verbleibende Rest von ca. 32 Prozent Bedarf wird mit Getreide (ebenfalls überwiegend von den Betrieben selbsterzeugt, aber zum Teil auch zugekauft) und mit von der Landwirtschaft direkt zugekauften Einzelfuttermitteln wie Soja- und Rapsschrot abgedeckt. Wie die obige Grafik zeigt, gibt es Schwankungen zwischen den Wirtschaftjahren, die nicht nur den tatsächlichem Futteraufkommen, sondern auch statistischen Unzulänglichkeiten zuzurechnen sind.

 



Erläuerung zur Grafik
Eine Reihe von sehr speziellen Futtermitteln ist generell in der oben stehenden Darstellung einzuordnen:

  • Diätfuttermittel: Sind in der Regel Mischfuttermittel, die entweder alleine (Alleinfutter) oder in Ergänzung zu andere Futtermitteln gefüttert werden (Ergänzungsfutter). Seit Mitte 2010 könnten auch bestimmte Einzelfutter als Diätfutter zugelassen werden.
  • Milchaustauscher (MAT): Dienen dem Ersatz von Muttermilch bei der aufzuckt von Jungtieren (Ferkel oder Kälber). Die Milchaustauscher können als Alleinfutter oder auch als Ergänzungsfutter konzipiert werden. Ein weiterer Verwendungszweck ist die Kälbermast, bei der MAT als alleinfuttere eingesetzt werden.
  • Heimtierfutter: Dienen der Versorgung von Haustieren wie Hunde, Katzen, Nager, Ziervögel etc. Im Angebot gibt es als allein- bzw. Ergänzungsfutter in Form von Trocken- und Nassfutter sowie Snacks. Das Angebot unterschiedet sich hinsichtlich bedarfsgerechter Ernährung für große und kleine Rassen, für junge und alte, für aktive und ruhigere Tiere.

Tierartspezifisch sind praktisch alle möglichen denkbaren Formen im Einsatz: für Fisch, für Heimtiere (Hunde, Katzen, Nager …); selbst für Labortiere kann der jeweilige spezielle Bedarf durch gezielte Kombination von einzelnen Bestandteilen (Komponenten) im Mischfutter gedeckt werden.

Importe

Der Anteil der inländischen Erzeugung am gesamten Futteraufkommen schwankte in den zurückliegenden Jahren zwischen 86 und 89 Prozent und ist auf hohem Niveau relativ stabil. Bei einigen Produktgruppen ist der Importanteil naturgemäß höher, so z. B. bei eiweißreichen Produkten. Hier ist Deutschland in der gleichen Situation wie die gesamte Europäische Union, die zwar bei Getreide Nettoexporteur, bei Eiweißfuttermitteln aber Nettoimporteur ist. Bezieht man das Futteraufkommen nicht auf die Getreideeinheiten, sondern auf verdauliches Eiweiß, so beträgt der Importanteil in Deutschland 25 Prozent.

Pressemeldungen

13.01.12

Futter für unsere Tiere – wir machen das:
Der Deutsche Verband Tiernahrung auf der Grünen Woche

Berlin/Bonn. Woraus besteht eigentlich das Futter für Rinder, Schweine und Geflügel? Wie werden die...

21.10.11

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Krisen bewältigen – aber effektiv / DVT sieht Kommunikationsaufgabe für alle Beteiligten

Berlin/Bonn. „Ist nach der Krise vor der Krise?“ – so lautet das Thema der diesjährigen...

Termine

IFF-Aufbaulehrgang "Mischfutterherstellung"

23.04.12

23.04.2012 bis 27.04.2012

Braunschweig

Grain-Club-Symposium: Welternährung

28.03.12

Berlin

Jahrespressekonferenz DVT/BVA

22.03.12

Berlin

Aktuelle Fragen der Ferkelerzeugung und Schweinehaltung

07.03.12

Crailsheim-Satteldorf

Neues zur Ernährung und Haltung von Kaninchen

28.02.12

Schwäbisch Gmünd

Futtermittelfachberater

20.02.12

20.02. bis 23.02.2012: 2 Block

Burg Warberg

IFF 2012

01.01.12

IFF - Veranstaltungsprogramm 2012

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